Wochenbericht 41/2024

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Holpriger Start in den Oktober

Die Aktienmärkte haben besonnen auf die weitere Eskalation im Nahen Osten reagiert. Der Leitindex Swiss Market Index startete die Woche mit einem leichten Minus (-0.5%) ins Schlussquartal. Der Swiss Bond Index blieb stabil und der Schweizer Franken ebenfalls. Wenig überraschend sind die Rohölnotierungen in der vergangenen Woche gestiegen, allerdings verhältnismässig moderat. Aufgrund der aufflammenden geopolitischen Spannungen dürfte die Volatilität etwas zulegen, aber das Umfeld für Aktien, Immobilien und Infrastruktur sowie Unternehmensanleihen bleibt positiv.

Der Arbeitsmarkt in den USA bleibt intakt. Es ist alles auf dem Tisch, damit die US-Zentralbank am 7. November, zwei Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen, die nächsten Zinssenkung vornehmen kann. Aufgrund der wirtschaftlichen Stärke dürfte diese eher 25 Basispunkte umfassen, denn die jüngsten makroökonomischen Daten haben positiv überrascht. Deshalb hat auch die Breite an den US-Aktienmärkte zugenommen. In den letzten drei Monaten machte der Tech-Index Nasdaq (-1.5%) eine Konsolidierungsphase durch, während im Dow Jones Index (+7.4%) vor allem die traditionsreichen Unternehmen mit 3M (+33%), Home Depot (+23%), McDonald’s (+23%) und Walmart (+18%) brillierten.

Manche wundern sich, was in China abläuft. Da findet ein verzweifelter Versuch der kommunistischen Partei statt, die streng regulierte Wirtschaft mit monetären und fiskalischen Impulsen auf dem Wachstumskurs zu halten. Dabei leidet ein Grossteil der Wirtschaft unter Überkapazitäten, überschuldeten Lokalregierungen, überteuerten Immobilienpreisen und überinvestierter Infrastruktur. Was fehlt ist die Konsumneigung. Aufgrund der Einkindpolitik ist die Gesellschaft in einem säkularen Schrumpfungsprozess. Mangels staatlicher Altersvorsorge wird die Sparquote hochgeschraubt und übrig bleibt ein bisschen Konsum. Viele Chinesen (die vor der Pensionierung stehen) sind aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Unsicherheiten (Stellenabbau, Lohnkürzungen, Arbeitslosigkeit) dazu geneigt, eher zu sparen als zu konsumieren. Zudem hat die chinesische Regierung traditionell stark in Infrastruktur und staatliche Unternehmen investiert, was den Anteil des Konsums am BIP mit 38% relativ geringhält, verglichen mit 60% bis 70% in den meisten entwickelten Ländern.

Ganz anders verhält es sich in Indien. Da wächst die Zahl der Arbeitskräfte monatlich deutlich stärker als in den USA. Das Haushaltseinkommen wird auch wieder ausgegeben, denn morgen reizt bereits ein besser bezahlter Job mit einem höheren Salär. Diese Dynamik treibt die gesamte Volkswirtschaft an und zeigt sich darin, attraktive Dienstleistungen zu exportieren. Erst kürzlich hat Swiss Re, der zweitgrösste Rückversicherer der Welt, seine Partnerschaft im IT-Bereich mit der indischen Tata Consultancy Services (TCS) ausgebaut. Dabei ging es um die Bereitstellung und Verwaltung der 18’000 Desktops des Rückversicherers. Die Wahl sei auf TCS gefallen, um von der Erfahrung in der Versicherungsbranche, von der Partnerschaft mit Microsoft Azure sowie vom Wissen bei der Durchführung ähnlicher Transformationsprogramme profitieren zu können, liess sich die Technologiechefin bei Swiss Re zitieren.

Thema der Woche: Stromversorgung und Elektromobilität

Interessant bleibt die europäische Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle in der Stromversorgung. Die erneuerbaren Energiequellen aus Wasser, Wind und Sonne reichen längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Neue Projekte werden blockiert, in der Schweiz genauso wie im restlichen Europa. In der EU sind etwas mehr als 14 Gigawatt (GW) an ölbetriebenen Kraftwerken installiert, im Vergleich zu 189 GW an erdgasbetriebenen Anlagen und 54 GW an kohlebetriebenen Anlagen sowie einer installierten Windkraftkapazität von etwa 195 GW.

Windparks müssen immer wieder abgeschaltet werden, weil der Strom nicht gespeichert werden kann und Stromleitungskapazitäten fehlen. Auch kommt es immer wieder vor, dass in Schweizer Gemeinden die Installation einer Trafostation verhindert wird. Wie in den meisten europäischen Ländern ist auch bei uns das Stromnetz am Limit. Dabei soll nach dem Willen des Volkes bis 2035 die Menge an produzierter Sonnenenergie noch einmal verfünffacht werden. So steht es im neuen Stromgesetz, welches das Stimmvolk am 9. Juni angenommen hat.

Verlässliche Stromquellen und günstige Strompreise waren einstmals Hauptgründe, um die Industrie in der Schweiz anzusiedeln. Davon machten zunächst Spinnereifabriken Gebrauch. Auch die Gründung von Nestlé und deren Ansiedelung der Kondensmilchproduktion in Cham hing damit zusammen. Heute macht es uns Sorgen, dass die bestehende Netzinfrastruktur bereits am Anschlag ist. Was dazu führt, dass Hausbesitzer jahrelang auf den Anschluss ihrer Solaranlagen warten müssen.

Da läuft einiges schief. Wir sind in Europa immer noch weit entfernt davon, die Stromproduktion zu dekarbonisieren. Damit stehen wir allerdings nicht allein. In China wird die Kohleverstromung weiter ausgebaut. Derzeit nimmt China wöchentlich zwei neue Kohlenkraftwerke ans Netz, u. a. für die zunehmende Elektromobilität. Diese hat zu einem Kohleboom geführt. Die Kohlekraftwerkskapazitäten von 1’100 GW in China übertreffen jene in Indien (240 GW) und den USA (200 GW) deutlich. Somit lässt sich übrigens festhalten: Die meisten Elektrovehikel, die weltweit in Betrieb sind, werden indirekt mit fossiler Energie betrieben: Kohle statt Benzin, ist das wirklich die vielversprechende Zukunft?

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

8. Oktober 2024 Japan: Handels- und Leistungsbilanz August
9. Oktober 2024 USA: Veröffentlichung Sitzungsprotokoll FOMC Sitzung
10. Oktober 2024 USA: CPI-Inflation und Kerninflation September
11. Oktober 2024 Deutschland, USA: HICP-Inflation, University of Michigan Sentiment Oktober

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Trust in Transparency

Am Dienstag, 22. Oktober 2024 um 18:00 Uhr findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.


Zuger Messe 2024

Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz findet von Samstag, 26. Oktober bis Sonntag, 3. November 2024 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt.

Wir freuen uns, Sie an der Zuger Herbstmesse auf einen Schwatz und ein Glas Wein begrüssen zu dürfen. Weitere Informationen finden Sie hier.


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 14. November 2024 um 18:30 Uhr findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.23
SMI 11'997.1 +7.7%
SPI 16'033.6 +10.0%
DAX € 19'120.9 +14.1%
Euro Stoxx 50 € 4'954.9 +9.6%
S&P 500 $ 5'751.1 +20.6%
Dow Jones $ 42'352.8 +12.4%
Nasdaq $ 18'137.9 +20.8%
MSCI EM $ 1'179.3 +15.2%
MSCI World $ 3'698.4 +16.7%
Obligationenmärkte Seit 31.12.23
SBI Dom Gov TR 220.4 +2.6%
SBI Dom Non-Gov TR 118.6 +3.2%
Immobilienmärkte Seit 31.12.23
SXI RE Funds 515.5 +11.5%
SXI RE Shares 3'509.4 +9.3%
Rohstoffe Seit 31.12.23
Öl (WTI; $/Bbl.) 74.4 +3.8%
Gold (CHF/kg) 73'232.9 +31.2%
Wechselkurse Seit 31.12.23
EUR/CHF 0.9418 +1.4%
USD/CHF 0.8584 +2.0%
EUR/USD 1.0974 –0.6%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.93% 1.0%–1.2% 1.0%–1.2%
EUR 3.25% 3.2%–3.4% 2.7%–2.9%
USD 4.58% 5.0%–5.1% 3.8%–4.2%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.46% 0.5%–0.7% 0.6%–0.9%
EUR 2.21% 2.2%–2.5% 2.1%–2.3%
USD 3.97% 4.0%–4.3% 3.3%–3.6%
Teuerung
2023 2024P 2025P
Schweiz 1.5% 1.3% 1.0%
Euroland 2.6% 2.2% 2.1%
USA 3.0% 2.0% 2.2%
Wirtschaft (BIP real)
2023 2024P 2025P
Schweiz 1.3% 1.3% 1.0%
Euroland 1.2% 1.5% 2.0%
USA 2.6% 2.3% 1.7%
Global 2.9% 3.2% 3.2%
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