Wochenbericht 07/2024

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Berichtssaison neigt sich dem Ende zu

Die grossen Schwankungen auf den Anleihensmärkten halten weiterhin an. Die Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihe in den USA stieg an zwei Tagen anfangs Monat um rund 27 Basispunkte und verzeichnete damit den stärksten zweitägigen Anstieg seit rund zwei Jahren. Der Verkaufsdruck spiegelt die veränderte Haltung gegenüber der Aussicht auf bald bevorstehende Zinssenkungen der Federal Reserve nach starken Wirtschaftsdaten und Kommentaren von Zentralbankern wider. Allerdings erstaunt es auch immer wieder, wie heftig auf rapportierte vorläufige Zahlen um den Jahreswechsel herum reagiert wird, obschon man weiss, dass es noch zahlreiche saisonale Anpassungen geben wird.

Die entscheidende Frage ist wohl: Wächst die US-Wirtschaft zu stark, um den disinflationären Trend aufrechtzuerhalten? Aktuell liegt die reale Produktion leicht über dem Trendpotenzial, und der Anstieg der Beschäftigtenzahlen ist unklar. Es gibt weiterhin stark abweichende Signale zwischen Unternehmens- und Haushaltsumfragen. Die Nachrichten über die möglicherweise tatsächliche Lohn- und Preisinflation zusammen bleiben weiterhin weitgehend günstig und haben den breiten US-Aktienindex S&P 500 bis über die Rekordmarke von 5’000 Punkten geführt.

Ein Grossteil der Berichtssaison ist vorbei. Insgesamt blieben die Schwankungen auf den Aktienmärkten verhältnismässig gering. Einzelne Ergebnisse liessen die einen Aktien in die Höhe schiessen, andere vermochten kurzfristig die Mehrheit der Anleger nicht zu überzeugen. Nach der Veröffentlichung der herausragenden Ergebnisse von Microsoft (+12% seit Jahresbeginn) und Alphabet (+7%) gab es zunächst Kursrückschläge, nach jener von Meta (Facebook, Instagram) eine Kursexplosion. Apple (-2%) zeigte Mühe, auf den gravierenden Umsatzrückgang in China eine Antwort zu finden, auch die Anleger werden diesbezüglich vermehrt skeptisch, weil es chinesischen Mitarbeitern verboten ist, ausländische Smartphones an den Arbeitsplatz mitzunehmen.

Die Tech-Aktien vermittelten insgesamt jedoch hervorragende Wachstumsperspektiven. Deshalb rückte der Technologieindex Nasdaq seit Jahresbeginn mit +6.5% deutlich vor. Auch der Euro Stoxx 50 vermochte mit +4.3% einen guten Jahresstart hinzulegen, und auch der deutsche DAX erzielte ein neues Allzeithoch. Der Swiss Market Index (SMI) litt dagegen in den vergangenen Wochen unter den Ergebnissen von Novartis und Roche und fiel mit 11’091 Punkten -0.4% unter den Jahresbeginn, heruntergezogen von Nestlé (-2%), UBS (-7%), Roche (-8%) und Sika (-13%).

Seit Jahresbeginn ist der chinesische Hang Seng Index 7.6% zurückgefallen, während die 10-jährige Benchmarkrendite der chinesischen Staatsanleihen auf 2.4% fiel, dem niedrigsten Stand seit 2002. Die Deflation in China hat sich verstärkt. Unterdessen stieg der S&P 500 in diesem Jahr um +5.4%, mit einem Durchschnitt von +12% für die «Magnificent 7» und +2% für die 493 anderen. Dies verdeckt die Beobachtung, dass der KMU-bezogene Russell 2000 Index mit -1% seine Underperformance gegenüber dem breiteren Markt beschleunigte.

Thema der Woche: Wo die Sonne aufgeht

Der südkoreanische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe liegt erstmals seit 19 Monaten wieder über 50 und stieg im Januar auf 51.2, und auch der ASEAN Einkaufsmanagerindex kletterte auf 50.3. Wie die Sonne geht auch die Dynamik des globalen verarbeitenden Gewerbes im Osten zuerst auf.

Auch aus den USA kommen positive Signale. Da hat der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe die 50er Marke noch nicht ganz durchbrochen. Gleichwohl stieg er von 47.1 im Dezember auf 49.1 stark an, wobei die zukunftsgerichtete Komponente der Auftragseingänge von 47.0 auf 52.5 zunahm. Wer an eine US-Rezession glaubte, sieht sich enttäuscht. Die aktuelle BIP-Prognose der Atlanta Fed für das erste Quartal 2024 ist auf hohe +3.4% gestiegen – ein weiterer sehr starker Wert, wenn er sich bewahrheiten sollte.

Kein Wunder, lässt sich die Fed etwas mehr Zeit mit den erwarteten Leitzinssenkungen. Fed Chairman Jerome Powell bekräftigte die Aussage, wonach die Fed grösseres Vertrauen gewinnen müsse, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung 2% bewegt (was in den letzten 6 Monaten tatsächlich geschah). In der Tat sind «Vertrauen» und «nachhaltig» die Schlüsselwörter, die Powell während seiner jüngsten Pressekonferenz 20- bzw. 10-mal erwähnte.

Aber die Rallye in den US-Aktien hält an. Man muss sich stets vor Augen führen, dass ein erheblicher Teil der Investoren immer noch «neutral» positioniert ist und über üppige Anlagen in kurzfristigen Geldmarktgefässen verfügt. Aber die Breite des Aufschwungs hält sich in Grenzen. Die sieben Top-US Aktien im S&P 500 sind schon wieder um 12% gestiegen – während mehr als die Hälfte aller Aktien im Index im neuen Jahr im Minus sind.

Eindrücklich bleibt die schiere Grösse der Mega-Cap Tech-Aktien zu bewundern, da sie weiterhin in so hohem Tempo wachsen. Zum Beispiel haben sich Alphabets Umsätze von 2019 (ca. 160 Mrd. USD) bis 2023 (ca. 307 Mrd. USD) fast verdoppelt, obwohl es sich gemäss manchen Analysten um eine «zyklische» Werbegeschichte handle. Apples installierte Basis wuchs inzwischen auf 2.2 Milliarden Nutzer, und Microsoft ist noch omnipräsenter.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

13. Februar 2024 USA: CPI-Inflation und Kerninflation Januar
14. Februar 2024 Grossbritannien: CPI-Inflation und Kerninflation Januar
15. Februar 2024 USA: Detailhandel und industrielle Produktion Januar
16. Februar 2024 USA: University of Michigan Sentiment Februar

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 14. März 2024 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – What now? The Rate Reversal

Am Donnerstag, 29. Februar 2024 findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.


Zugerberg Finanz Wandertag – Mai 2024

Am Freitag, 3. Mai 2024 (Verschiebedatum: Freitag, 17. Mai 2024) findet die 18. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wandertags statt. Merken Sie sich das Datum vor.

Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zu einem späteren Zeitpunkt über den Veranstaltungsbereich unserer Webseite abrufbar sein.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.23
SMI 11'091.6 –0.4%
SPI 14'515.7 –0.4%
DAX € 16'926.5 +1.0%
Euro Stoxx 50 € 4'715.9 +4.3%
S&P 500 $ 5'026.6 +5.4%
Dow Jones $ 38'671.7 +2.6%
Nasdaq $ 15'990.7 +6.5%
MSCI EM $ 995.5 –2.8%
MSCI World $ 3'281.4 +3.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.23
SBI Dom Gov TR 206.9 –3.7%
SBI Dom Non-Gov TR 114.5 –0.4%
Immobilienmärkte Seit 31.12.23
SXI RE Funds 474.7 +2.7%
SXI RE Shares 3'117.9 –2.9%
Rohstoffe Seit 31.12.23
Öl (WTI; $/Bbl.) 76.8 +7.2%
Gold (CHF/kg) 56'925.4 +2.0%
Wechselkurse Seit 31.12.23
EUR/CHF 0.9434 +1.6%
USD/CHF 0.8747 +4.0%
EUR/USD 1.0784 –2.3%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.69% 1.7%–1.9% 1.2%–1.3%
EUR 3.89% 3.7%–4.0% 3.0%–3.2%
USD 5.31% 5.3%–5.5% 4.0%–4.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.97% 0.7%–1.0% 0.8%–1.1%
EUR 2.37% 2.2%–2.5% 2.0%–2.2%
USD 4.18% 3.6%–3.8% 3.0%–3.3%
Teuerung
2022 2023 2024P
Schweiz 2.8% 1.5% 1.3%
Euroland 8.5% 2.6% 2.2%
USA 8.0% 3.0% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2022 2023 2024P
Schweiz 2.2% 1.3% 1.6%
Euroland 3.3% 1.2% 1.8%
USA 1.9% 2.6% 2.0%
Global 3.0% 2.9% 3.0%
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