Vielenorts sind enorme Unterstützungspakete geschnürt worden, um die von der Corona-Pandemie geschwächten Volkswirtschaften in Schwung zu bringen. Gut läuft es derzeit einzig in China. Im restlichen asiatischen Raum sind diverse Programme im Gang, aber auch in Europa und ganz speziell in den USA. Klar ist, dass eine vollständige konjunkturelle Erholung erst dann möglich sein wird, wenn die Menschen das Vertrauen haben, sich wieder ohne Gefahr in der Öffentlichkeit bewegen zu können.
Die Dimensionen auf dem Weg dahin sind riesig. Noch nie wurde die Impfstoffentwicklung mit derart hohen öffentlichen Mitteln unterstützt und prozedural gefördert. Hinzu kommen geldpolitische Hilfeleistungen und Finanzhilfen für Krisenbranchen. In der Europäischen Union ist das Hilfspaket noch nicht definitiv beschlossen, aber so weitreichend jedenfalls wie noch nie zuvor. Und auf den britischen Inseln kündigte der Premierminister Boris Johnson ein milliardenschweres Konjunkturpaket an. Kurzfristig will die Regierung demnach 5 Milliarden Pfund in den Bau und die Sanierung von Krankenhäusern, Strassen und Schulen stecken. Dazu sollen in den kommenden acht Jahren 12 Milliarden Pfund in die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fliessen. Auch dadurch dürfte Europas Wirtschaft nach dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen wieder in Gang kommen, stärker als noch vor kurzem erhofft.
Der Schweizer Obligationenindex Swiss Bond Index hat im Juni um 0.2% höher geschlossen. Der Schweizer Aktienindex Swiss Market Index hat um 2.2% zugelegt. Die US-Märkte haben in Franken leichte Einbussen erlitten.
Unsere Strategien haben sich deutlich besser entwickelt als die Indizes, trotz zwischenzeitlicher Einbrüche an den Märkten. Damit war der Juni der dritte Monat in Folge mit höheren Depotwerten.
In den risikoärmeren Strategien mit einem geringeren Aktienanteil ist das Juni-Ergebnis auch deswegen so gut ausgefallen, weil sich unsere Unternehmensanleihen deutlich positiv entwickelt haben (Zugerberg Finanz R1: +2.5%, Zugerberg Finanz Z1: +2.1%).
Bei den Aktien haben sich insbesondere zurückgebliebene, zyklische Werte im Juni gut entwickelt, ebenso der Schwellenländer-Satellit Indien (+7%). Die Anlageklasse Immobilien- und Infrastruktur hat insgesamt stagniert. In den risikofreudigeren Strategien ist der Performancezuwachs im Juni in erster Linie auf die Aktienselektion zurückzuführen. Diese hat wesentlich zur Erholung beigetragen. In der Risikoklasse 3 resultierte letztlich ein Plus von knapp 3% (Zugerberg Finanz R3: +2.8%, Zugerberg Finanz Freizügigkeit R3: +2.8%).
Die Wirtschaftserholung nimmt Formen an und wird im zweiten Halbjahr 2020 an Zugkraft gewinnen. Fiskalische und geldpolitische Anreize fördern den Aufschwung. Die industriellen Kapazitäten in Deutschland und Frankreich sind bereits wieder zu 85% ausgelastet. Der oftmals unterschätzte Produktivitätsfortschritt setzt sich mit der Digitalisierung fort, selbst in traditionell eher trägen Branchen (Bauindustrie).
Die jüngsten Konjunkturprognosen reichen weit ins Jahr 2021 hinein. Schliesslich beginnt das neue Jahr bereits in wenigen Monaten, und die entsprechenden Produktionspläne zwingen schon heute zur Sicherung der Rohmaterialien und Lieferketten.
Die Anzeichen mehren sich, dass Konjunkturpakete der verschiedenen Gebietsverantwortlichen und Anleihenskäufe durch die jeweiligen Zentralbanken und Staaten stabilisierend respektive investitionsfördernd wirken. Die Bilanz der Fed ist auf erstaunliche 7.1 Billionen Dollar gestiegen, ein Anstieg um 3.3 Billionen Dollar (+88%) seit dem letzten August. Das hat sich als positiv für die Vermögensmärkte und als vertrauensbildend für die US-Konsumenten erwiesen. Hinzu kommen Pläne, die Infrastruktur massiv auszubauen und die Steuern für Privatpersonen zu senken. In Deutschland beispielsweise wurde die Konsumbesteuerung bis Ende 2020 kurzerhand massiv reduziert.
Mit der vergangenheitsbezogenen Berichtssaison zum zweiten Quartal werden vereinzelt schreckliche Ergebnisse sichtbar, doch ermutigend bleibt, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt deutlich hinter uns gelassen werden konnte. Die Kapitalmärkte haben nun mal die eiserne Disziplin, vorwärts zu blicken. Deshalb wird sich das Interesse der Investoren auf die jüngsten Entwicklungen (Auftragseingänge, Buchungen usw.) sowie auf die absehbare Zukunft fokussieren.
Die Industrieländerorganisation OECD beziffert den weltwirtschaftlichen Jahresrückgang 2020 auf -6.0% (bei einer Pandemiewelle) bis -7.6% (bei einer zweiten Welle). Die Erholung dürfte im 2021 deutlich ausfallen. Da rechnet die OECD mit einem Wachstum von +5.6%. Das soll ungefähr gleichermassen auf die europäische und die amerikanische Wirtschaftsleistung zutreffen.
Anhand der Mobilitätsreports von Apple und Google lässt sich das Ausmass der Reaktionen auf die entsprechenden Lockerungsmassnahmen zeitnah verfolgen. Die Unterbrüche in den Lieferketten werden behoben, die Rückkehr an den gewohnten Arbeitsplatz erfolgt allmählich. Die Kurzarbeit nimmt in Europa ab, ebenso die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA.
In vielen Unternehmen ist ein Digitalisierungsschub zu beobachten. Dennoch kehren die Konsumenten gerne in ihre vertrauten Detailhandelsgeschäfte zurück. Die Wiedereröffnung lockt nicht gleich wieder dieselbe Zahl von Konsumenten zurück, dafür geben diese je nach Branche zwischen 10% und 40% mehr pro Besuch aus.
Die Coronakrise hat gezeigt, wie turbulent es an den diversen Kapitalmärkten zugehen kann. Der schnellste Kursrutsch aller Zeiten wurde durch einen steilen Anstieg inzwischen massgeblich abgefedert. Aus Sicht des Sparers bleibt die zentrale Frage, ob der «Notgroschen» auf dem zinslosen Konto liegen bleiben oder langfristig ertragsorientiert angelegt werden soll.
Die Schweiz ist ein Volk von Sparern. Derzeit liegen – ohne Vorsorgegelder – 754 Milliarden Franken auf Bankkonti (Ende April 2020). Vor zehn Jahren waren es 450 Milliarden Franken. Zählt man alle Sparformen und Einlagen zusammen, halten die Schweizer Haushalte mehr als 900 Milliarden Franken Cash (Bargeld und Einlagen). Der Anteil der Wertschriften beträgt dagegen «nur» 670 Milliarden Franken (ca. 300 Mrd. Franken Aktien, 280 Mrd. Franken kollektive Kapitalanlagen und rund 80 Mrd. Franken Anleihen).
Darüber berichtet die Schweizerische Nationalbank regelmässig in ihren bankstatistischen Rapporten. Diese Summe von Bargeld und Einlagen ist im vergangenen Jahrzehnt um knapp 300 Milliarden Franken angestiegen. Dabei erscheint uns die Aussicht auf eine signifikante Verzinsung dieser enormen Sparsumme hoffnungslos.
Deshalb muss man sich fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, das Ersparte am Kapitalmarkt anzulegen. Je nach Risikoneigung eignen sich unterschiedliche Kombinationen von Anleihen und Aktien. Ist die Risikoneigung tief, liesse sich das vertretbare Maximum an Aktien auf 20% festlegen. Der restliche Teil soll schliesslich mit relativ risikoarmen Anleihen ergänzt werden. Wo die Risikoneigung höher ist, lässt sich die entsprechende maximale Aktienquote höher festlegen. Sachgemäss würde die entsprechende Quote mit etwas risikofreudigeren, renditestärkeren Anleihen kombiniert.
Ein häufiger Irrtum, den wir antreffen, betrifft den Anlagehorizont. Manche glauben bereits mit 80 Jahren, dass sie keine Kapitalmarktanlagen mehr machen könnten, weil ihr Anlagehorizont nicht mehr lang genug sei. Ein Blick auf die Lebenserwartung des Bundesamts für Statistik belehrt uns dagegen, dass eine 80-jährige Frau in der Schweiz über eine durchschnittliche Lebenserwartung von 10.5 Jahren verfügt. Bei den 80-jährigen Männern liegt sie bei 9 Jahren.
Natürlich kann man den Prozess des Wertpapiersparens schon in der Berufslehre beginnen und damit wohl maximal vom Zinseszinseffekt profitieren. Die Komplexität der Kapitalanlage wird überschätzt. Gerade mit unserer neuen Lösung «Revo» breiten wir die Grundlage aus, um in einer äusserst transparenten Art und Weise Erfahrungen zu sammeln. Wir halten es für zentral, frühzeitig erste Schritte für den langfristigen Vermögensaufbau einzuleiten.
Die Staats- und Unternehmensanleihen haben sich in den vergangenen 12 Monaten durch eine beträchtliche Volatilität bemerkbar gemacht. Auf beiden Teilmärkten treten inzwischen die Zentralbanken als Käufer auf und sorgen dafür, dass die Anleihensmärkte auf ruhigere Gewässer zusteuern. Auf absehbare Zeit dürfte sich der Trend zu rückläufigen Risikoprämien fortsetzen.
Mit der Coronarezession wurde ein neuer Kreditzyklus eingeläutet. Viele Unternehmen haben sich jüngst mit enormen liquiden Mitteln eingedeckt, um sich für ruppige konjunkturelle Zeiten zu wappnen. Das beruhigt und sorgt auch dank dem erhöhten Risikoappetit der Anleger allmählich wieder für sinkende Risikoprämien. Noch liegen diese z.B. beim «Credit Opportunities Fund» bei sehr attraktiven 650 Basispunkten (oder 6.5% p.a.).
Rückenwind erfahren europäische Unternehmensanleihen durch die EZB. Das 750 Milliarden Euro schwere «Pandemic Emergency Purchase Programme» (PEPP) erweitert das bisherige Vorgehen auf dem Kapitalmarkt. Dazu gesellen sich eine PEPP-Ergänzung im Umfang von 600 Milliarden Euro sowie der nicht unumstrittene «EU Recovery Fund» im Umfang von 750 Milliarden Euro. Diese wirtschaftlichen Stützmassnahmen werden national, regional und lokal ergänzt und mit fiskalischen Massnahmen in ihrer Wirkung verstärkt.
Wir sind von der Wirksamkeit der verschiedenen Massnahmen hinsichtlich der erhofften wirtschaftlichen Stabilisierung überzeugt. Davon profitieren Unternehmensanleihen überproportional, genauso wie sie anfangs der Rezession überdurchschnittliche Einbussen erlitten haben. Dennoch bleiben wir vorsichtig gegenüber einzelnen Marktsegmenten, beispielsweise den verbrieften, gehebelten Bankdarlehen (sogenannte «Collateralized Loan Obligations» respektive CLO).
Bei den CLO handelt es sich um Darlehen an Schuldner mit einem moderaten Ratingausweis, welche vornehmlich die angelsächsischen Geschäftsbanken aus ihren Banken in handelbare Vehikel transferieren. Diese CLOs haben im März 2020 eine aussergewöhnlich hohe Einbusse erlitten. Sie erholten sich wieder, bleiben jedoch eine Schwachstelle im Kreditmarkt. Bei etlichen Schuldnern liegt das Rating nur noch bei einem «CCC» oder es fehlt vollends. Deshalb berühren wir derartige Produkte nicht.
Erhöhte Vorsicht gibt es bei uns auch gegenüber «Gefallenen Engeln». So werden jene Unternehmen genannt, die im Zuge einer Krise ihr High Grade-Rating verlieren. In den letzten Monaten wurden bereits rund 150 amerikanische und 30 europäische Unternehmen abgestuft. Darunter befinden sich bekannte Namen wie Ford, Delta Airlines, Occidental Petroleum sowie Peugeot, Renault und Zeppelin Friedrichshafen. In diesem Segment werden überdurchschnittlich hohe Risikoprämien bezahlt, wenn man diese mit der effektiven historischen Ausfallrate vergleicht.
Tiefe Zinsen haben bislang den Immobilienmarkt gestützt, und dabei dürfte es noch eine Weile bleiben. Denn Fed-Chairman Jerome Powell meinte jüngst, dass «wir nicht einmal darüber nachdenken, über eine Zinserhöhung nachzudenken». Das war ein starkes Signal für anhaltend tiefe Zinsen. Entsprechend sind die Signale für moderat bepreistes Wohneigentum positiv.
Auf dem Markt des Wohneigentums zeichnet sich eine Veränderung ab. In manchen Unternehmen dürfte die Pflicht zur ständigen Anwesenheit abnehmen und der Anteil an Aktivitäten, der gleichermassen effektiv im Homeoffice erbracht wird, zunehmen. Doch längst nicht alle Betroffenen sind in ihrer gegenwärtigen Wohnform auf diesen Trend vorbereitet.
Es erfordert keine prophetischen Fähigkeiten um zu erkennen, dass die Wohnqualität in den kommenden Jahren noch stärker in den Fokus rücken dürfte. Das sorgt für erfreuliche Perspektiven für diejenigen, die mit einem entsprechenden Angebot auf den Markt gelangen. Gleichzeitig ist es ein bedrohliches Szenario für Liegenschaftsbesitzer mit einem veralteten Bestand und Mieten am oberen Ende der subjektiven Schmerzgrenze.
Der Eigenheimmarkt wie auch der Mietermarkt werden sich in den kommenden Quartalen nachfragebedingt beleben. Viele Wohnungen sind nicht wirklich gut auf eine erhöhte Homeoffice-Zeit vorbereitet. Nebst den technologischen Möglichkeiten ist auch erforderlich, Erwerbsarbeit und Privatleben klar zu trennen.
Auch bei den Geschäftsimmobilien zeichnen sich Veränderungen ab. In der Krise wurde das Online-Einkaufen «entdeckt». Dies wird den Strukturwandel hin zum e-Commerce zweifellos beschleunigen und die Nachfrage nach Detailhandels-Verkaufsflächen reduzieren. Insbesondere dem stationären Textilhandel dürfte eine schwierige Zeit bevorstehen.
Während es für Topobjekte und an Toplagen wie bevorzugte Innenstadtlagen, Ballungszentren und wichtige Tourismusregionen einfacher sein wird, dürften die übrigen Detailhandelsflächen Werteinbussen erleiden. An diversen Nebenlagen, bei Obergeschossen sowie an schwachen Standorten wird es zu einer Umnutzung kommen müssen. Da gilt es, mit innovativen Eigentümern Flächen zu optimieren, zusätzliche Nutzungen beispielsweise aus Gesundheit und Mikrologistik aufzunehmen, um die Service- und Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Retailliegenschaften bleiben anspruchsvoll.
Zum Thema Infrastruktur noch eine Randnotiz: In Genua, wo im August 2018 der Polceveraviadukt eingestürzt ist, soll in wenigen Tagen der Neubau eingeweiht werden. Selten je wurde eine vergleichbar grosse Brücke derart rasch geplant und gebaut. Das Projekt zeuge «von all der Anstrengung und Leidenschaft dieser Monate. Es zeige zudem, dass in Italien grosse Werke geleistet und schnell erbracht werden können.»
In der Coronakrise haben europäische Aktien überdurchschnittliche Einbussen erlitten. Inzwischen hat sich die Stimmung verändert. Im Juni haben die US-Aktienmärkte leicht verloren und die europäischen Aktienmärkte dagegen zugelegt. Dieser Trend hat sich durch die Abschwächung des Dollars zusätzlich akzentuiert. Am wichtigsten für die Halbjahresperformance war jedoch der Branchenmix.
Gegenwärtig liegt der Weltaktienindex MSCI World in Franken rund 9% tiefer als zu Jahresbeginn. Der SMI (-6%) ist dank seinem Branchenfokus einer der besten Länderindizes. Die US-Aktien, die 68% zum Weltindex beisteuern, trugen stärker zur negativen Halbjahresrendite bei. Der Dow Jones liegt bei -12%, und der breitere S&P500 Index bei -6%. Letzterer besteht zu mehr als 50% aus Technologieaktien; durch das förmlich explodierte Investoreninteresse sind diese im ersten Halbjahr 2020 gestiegen. Die Nasdaq legte wie der weltweite MSCI World IT/Tech-Index um +11% zu – als hätte es keine Krise gegeben.
Die Länderdiversifikation hat im ersten Halbjahr 2020 nicht viel hergegeben. Vielmehr war der Branchenmix für die Performance ausschlaggebend. Energieaktien (-37% im Durchschnitt), freizeit- und reisebezogene Aktien (-26%) sowie Banken (-33%) und Versicherungen (-21%) zählten zu den Verlierern. Zu den relativen Gewinnern zählten auch hoffnungsvolle Pharmafirmen.
Zweifellos ist in den gegenwärtigen Bewertungen von Technologiewerten viel Positives vorweggenommen worden. Dagegen hängen an diversen eigenkapitalstarken Versicherungen die grossen Dividendenfrüchte ambitionslos tief und dürften inskünftig manch hungrige Investoren mehr als sättigen.
Die Liste der deutlichen Kursverlierer ist in der Coronarezession erheblich länger als die der Gewinner. Entscheidend war zudem das bevorzugte Segment. Die grossen Unternehmen (MSCI Large Caps) verloren «nur» 7%. Schlechter erging es dagegen der Vielzahl von kleineren Unternehmen, die im MSCI Small Caps Index gebündelt sind (-15%).
In unseren einzeltitelbasierten Portfolios zählen der Pharmazulieferer Lonza (+42%) sowie HBM Healthcare Investments (+11%), Roche (+8%) sowie SAP (+5%), Nestlé und Infineon Technologies (je+3%) zu den Gewinnern des ersten Halbjahres. Auf der Seite der grössten Verlierer stehen Dufry (verkauft) sowie solide Firmen wie Zurich Insurance (-11%), Swiss Life (-25%) und Axa (-26%).
Bei den fondsbasierten Lösungen sind wir mit den beiden auf Schweizer Aktien ausgerichteten Fonds (-1% respektive -5%) zufrieden. Der global auf hohe Dividenden ausgerichtete Fonds übertraf mit -5% den Weltaktienindex deutlich. Als Satellit eingesetzt haben wir in den risikofreudigeren Lösungen einen Fonds, der auf Indiens Midcaps ausgerichtet ist. Dessen Performance war mit je etwa -16% im Rahmen der Schwellenländer-Fonds, die durch die Coronakrise besonders beeinträchtigt waren.
Gold darf man keinesfalls aus dogmatischen Gründen aus einem Portfolio ausschliessen. Wir haben die Möglichkeit, in Gold als Anlageklasse zu investieren, aber dies muss mit Bedacht geschehen. Derzeit halten wir es nicht für dringend, doch zu Beginn einer Phase von stark steigenden Inflationserwartungen dürfte sich Gold als wesentliches Stabilisierungs-Element durchsetzen.
Solange die Zuversicht in die wirtschaftliche Erholung anhält, drängt sich eine wesentliche Goldposition im Portfolio nicht auf. Es gibt jedoch gute Gründe, dies nicht per se auszuschliessen, denn die Herausforderungen einer weitsichtigen Anlagepolitik haben in jüngster Zeit eher noch zugenommen.
Seit April ist der Goldpreis in eine Seitwärtsbewegung eingekehrt. Eine Unze Gold kostet Mitte Jahr 1689 Franken: rund 15% höher als zu Jahresbeginn. Der Preis mag sich im Zuge der weltwirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Quartalen rückläufig entwickeln.
Aber Weitsicht bedeutet, dass man sich auch auf Zeiten mit steigenden Inflationserwartungen gefasst macht. Dann spätestens wird das Halten von langfristigen Anleihen ziemlich teuer. In den letzten 40 Jahren blieb der säkulare Inflationstrend stets rückläufig. Das hat in jeder Krise dafür gesorgt, dass sich der Kurs von langfristigen Staatsanleihen in einem Portfolio gegenläufig zu fallenden Aktienkursen entwickeln konnte und das Portfolio zumindest teilweise zu stabilisieren vermochte.
In der jüngsten Krise war dies nicht mehr der Fall. Nur in den USA sind die Staatsanleihen noch gestiegen. In allen anderen Ländern sind sie im März massiv gefallen. Das hängt damit zusammen, dass es in den USA noch Zinssenkungspotenzial gab. Beachten Sie die Vergangenheitsform. Mit Leitzinssenkungen ist es vorbei. Die Fed wird mit anderen Mitteln die Wirtschaft zu stabilisieren versuchen. Bei Nullzinsen ist sie angelangt und Negativzinsen hat sie bislang strikt ausgeschlossen. Nachdem die Fed vor wenigen Wochen dazu übergegangen ist, auch High Yield Anleihen aufzukaufen, ist absehbar, dass in einer nächsten Krise – wie jetzt schon in Japan – Aktienaufkäufe zum vertrauensbildenden Zentralbank-Instrumentarium zählen könnten.
Die Suche nach stabilisierenden Bausteinen in einem krisenresilienten Portfolio wird immer anspruchsvoller. Rückfallende Goldpreise könnten genutzt werden, um sich gegen Inflationsrisiken zu schützen. Ob die Absicherung auch gegenüber politischen und gesamtwirtschaftlichen Risiken nützt, lässt sich analytisch kaum erhärten. Dazu fehlen historische Daten mit vergleichbar tiefen Opportunitätskosten. Wenn die US-Zinsen so tief liegen wie heute, entgehen dem Investor keine Zinsen. Entsprechend geht er subjektiv ein geringes Risiko ein, wenn er liquide Mittel gegen Goldbarren tauscht. Inzwischen werden ca. 3200 Tonnen Gold in ETFs gehalten, befeuert von der Nachfrage von Finanzinvestoren.