Der erste Advent ist vorbei, und der Swiss Market Index (SMI) liegt auf 11’764 Punkten. Damit hat sich im November bei den Schweizer Aktien (-0.2%) insgesamt nicht viel verändert, ganz im Gegenteil zu den USA, wo die Aktienmärkte spürbar zulegten (+4.5%). Doch innerhalb des SMI gab es beachtliche Bewegungen. Nestlé (-6%) sowie Roche, Givaudan, Sika und Sonova (je -5%) bildeten im SMI das Schlusslicht im Monat November. Anderseits legten Swiss Re (+18%), Zurich Insurance (+9%), Partners Group und UBS (je +7%) sowie Holcim (+5%) deutlich zu. Die Schweizer Aktien bleiben im historischen Vergleich moderat bewertet. Es gibt zahlreiche Aktien, die in den kommenden zwei Jahren eine erfreuliche Gesamtrendite hinlegen dürften. Trotz den beiden positiven Jahren im SMI (2023: +5.8% Gesamtrendite, 2024: +9.1% bis Ende November) bleibt ein erheblicher Spielraum nach oben in einer weiter wachsenden Weltwirtschaft. Die US-Märkte starteten im November mit einer positiven Reaktion auf die Wahl von Donald Trump. Danach bewegten sich die Märkte seitwärts. Positive Faktoren waren robuste Konsum- und Wirtschaftsdaten sowie solide Unternehmensgewinne im 3. Quartal. Der S&P 500 verzeichnete mit einem Plus von 6% den grössten Monatsgewinn des Jahres 2024. Trotz der Unsicherheit über mögliche Zölle, die zukünftige Entwicklung der Inflation und die allfälligen Zinssenkungsschritte der Fed schloss der Angstbarometer VIX den Monat mit 13.5 auf dem niedrigsten Stand seit Juli ab. Die Arbeitslosigkeit verharrt rund um tiefe 4% und die Beschäftigung im privaten Sektor nimmt weiter zu. In Europa ist die Arbeitslosigkeit unterdessen auf einen historischen Tiefstwert gefallen. Das relativiert die jüngsten Abwärtsbewegungen bei diversen Einkaufsmanagerindizes. Gegenüber dem Vorjahr hat die Wirtschaft in der Eurozone um rund 1% zugelegt, ausserhalb der Eurozone lag das Wachstum eher höher. Umso interessanter wird es sein, wie sich die Konsumnachfrage in den kommenden Wochen und Monaten auch angesichts der gestiegenen Reallöhne entwickeln wird. Immerhin hat sich der Spielraum für die Europäische Zentralbank vergrössert, die bisher restriktive Geldpolitik zu lockern. Die Gesamtinflation ist in den Zielbereich zurückgekehrt, aber das Wachstum ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Angesichts aller Herausforderungen in Europa sind behutsame Schrittchen der Lockerung wohl nicht mehr angemessen. Der Markt hält es derzeit für möglich, vom aktuellen Leitzinsniveau von 3.2% bis im Juni 2025 eine Halbierung auf 1.6% vorzunehmen und damit zu einem geldpolitisch neutralen Niveau zurückzukehren. Das Tempo und gegebenenfalls auch die Grössenordnung der Zinssenkungen werden derzeit wohl immer noch von vielen Marktteilnehmern unterschätzt. Mit der Rückkehr in den neutralen Bereich gingen auch deutlich geringere Bankspar-Renditen einher, was den Konsum beleben, die Bautätigkeiten fördern und die Renditen von Realanlagen wie Aktien steigern dürfte.
In den Wochen vor dem Jahresende publizieren Banken typischerweise ihren Prognosen für das kommende Jahr. Grosse Überraschungen sind uns dabei nicht aufgefallen. Wesentlich sind:
Zudem ist klar, dass es schon bald zu Überraschungen kommen kann. Natürlich kann ein kriegerischer Konflikt eskalieren, doch der zukünftige US-Präsident Donald Trump dürfte wenig Interesse an kräftezehrenden, teuren Kriegen haben. Jedenfalls warb er in seinem Wahlkampf für ein schnelles Ende des Konflikts im Nahen Osten ebenso wie in der Ukraine. In Europa beispielsweise wird die Option auf ein Kriegsende in der Ukraine überhaupt nicht eingepreist. Sollte es zu einem nachhaltigen Frieden kommen, dürfte der immense Ressourcenbedarf rund um den Wiederaufbau einer (modernen) Ukraine zu einer Wirtschaftsblüte in Europa führen. Angesichts der derzeit bescheidenen Gewinnerwartungen von europäischen Unternehmen kann ein solches Szenario mit deutlich höheren Aktienkursen einhergehen. Gleichzeitig könnten sich Anlageklassen wie Öl und Gold, die teils zur Risikoabsicherung eingesetzt werden, nicht als dermassen werterhaltend erweisen, wie sich dies viele konflikterfahrene Anleger derzeit erhoffen.
In diesem Jahr ist es nochmals wichtig, das Kalenderjahr zu nutzen, um Steuern zu sparen. Ganz konkret geht es um Einzahlungen in die Säule 3a. Damit erlangt man erhebliche Steuervorteile. Versicherte, welche einer Pensionskasse angeschlossen sind, können bis zu 7’056 Franken einzahlen und den entsprechenden Betrag in der Steuererklärung für das Jahr 2024 in Abzug bringen. Je nach Standort und Einkommen kann man damit über 2’500 Franken einsparen. Hinzu kommt, dass die Zins- und Dividendenerträge einkommenssteuerbefreit sind. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Um später die Steuerprogression zu brechen, sollten Sie ab 50-75’000 Franken ein neues 3a Depot für Ihre Wertschriften anlegen. In den meisten Fällen sind zwei bis drei 3a Depots pro Person eine gute Lösung. Ändern wird sich per 1. Januar 2025 die Höhe: Ab kommendem Jahr können 7’258 Franken einbezahlt werden. Zudem tritt eine neue Verordnung in Kraft. Wer nicht den maximalen Beitrag im Kalenderjahr 2025 einbezahlt, kann dies erstmals im Jahr 2026 (oder auch im Jahr 2027) mit einer Nachzahlung ins 3a nachholen. Um zu einer solchen freiwilligen Einzahlung berechtigt zu sein, muss man ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen in der Schweiz haben, und zwar sowohl im Jahr der Zuzahlung ins 3a wie auch in dem Jahr, für das nachträglich Beiträge entrichtet werden. Wer nicht einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen ist, kann bis zu 20% des Nettoeinkommens (maximal 35’280 Franken) in die Säule 3a einzahlen und steuerlich geltend machen. Wenn wir für Sie ein (weiteres) 3a Konto eröffnen dürfen, bitten wir Sie, den nächsten Schritt gleich in dieser Woche anzupacken, damit die Angelegenheit bis zum Jahresende stressfrei klappt.
Freundliche Grüsse Timo Dainese, CEO