Goldfarben wie das Herbstlaub ist derzeit auch die Stimmung an den Aktienmärkten. Nach der Unsicherheit, die mit den US-Wahlen in gut zwei Wochen wegfällt, dürfte der Weg für ein Jahresendrallye frei sein. Die im Geldmarkt parkierte Liquidität wird mit jeder Leitzinssenkung tiefer verzinst. In der Schweiz tendieren die Zinsen auf den Sparkonti wieder gegen Null. Wer Rendite sucht, findet sie auch immer weniger in Anleihen. Die Rückzahlungsrendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe der Eidgenossenschaft fiel am vergangenen Freitag auf ein neues Jahrestief (0.29%). Umso interessanter werden Aktien, vor allem auch jene, die auf einem robusten Geschäftsmodell abgestützt eine stattliche Dividendenrendite abwerfen und in einem gemischten Portfolio als Anleihensersatz gehalten werden.
Der Swiss Market Index beendete die vergangene Woche bei 12’326 Punkten (+1.4%), wobei der Pharmazulieferer Lonza (+5%) herausragte. Roche und Novartis (je +2%) profitierten von der weltweit erhöhten Nachfrage nach breit aufgestellten Gesundheitstiteln. Das wichtigste Schweizer Thema war jedoch die erste Quartalsberichterstattung von Nestlé (+2%) unter dem neue CEO Laurent Freixe, der im September – 38 Jahre nach seinem Eintritt in die Nestlé – die Konzernleitung übernahm. Von seinem branchenfremden Vorgänger, der sich immer mehr in Themenfeldern wie ESG und Diversität bewegte und den Blick aufs hauseigene Hauptgeschäft verlor, grenzte er sich klar ab.
Er erklärte mit «forward to basics», dass er mit Nestlé zu den alten Stärken zurückkehren wolle. Er tauschte eine Reihe von Managern aus, die unter seinem Vorgänger den Sprung in die Konzernleitung geschafft hatten, und verkleinerte das Gremium. Konkreter dürfte er am Kapitalmarkttag im November werden. Es dürfte nicht einfach werden, den Riesentanker Nestlé zu bewegen. Der Weg wird wohl über schmerzhafte Produktivitätsinitiativen und Effizienzgewinne führen. Aber vorübergehend musste er die Jahresziele nach unten korrigieren. «Wir wollen realistisch bleiben», versprach er und grenzte sich auch darin von seinem Vorgänger ab, der wiederholt allzu optimistische Vorhersagen («Guidance») machte und damit letztlich auch die Analysten verärgerte und den Aktienkurs belastete.
Nestlé (-9% Gesamtrendite im laufenden Jahr) kämpft in vielen Märkten gegen eine ausgeprägte Konsumschwäche. Statt zu Markenprodukten greifen Konsumentinnen und Konsumenten vermehrt zu den billigeren Eigenmarken der Einzelhandelsketten. Das spüren beispielsweise auch Aktien von Heineken (-13%), Emmi und Kraft Heinz Food (je -3%) und Beiersdorf (Nivea; -2%) sowie Mondelez (Tassimo, Ritz, Oreo, Milka, Toblerone; -1%). Relativ attraktiv bleibt die Nestlé Aktie für langfristige Investoren insbesondere auch durch ihre Dividendenrendite von 3.5%. Die Dividende selbst wurde seit 1996 in jedem Frühjahr ununterbrochen erhöht – von damals 26.5 Rappen auf inzwischen 3.00 Franken.
Die Berichtssaison startete mit herausragenden Ergebnissen von US-Grossbanken. Derweil streitet man sich in Europa darüber, ob zwei mittelgrosse Banken aus zwei unterschiedlichen Ländern (die italienische Unicredit und die deutsche Commerzbank) zusammengeführt werden sollen. In Europa gibt es bis heute keine einzige Bank, die von der Grösse, Leistungsfähigkeit und Exzellenz am Kapitalmarkt mit JP Morgan oder Goldman Sachs auch nur annähernd mithalten kann.
Sodann berührt uns ein weiteres Thema, in dem die Amerikaner führend sind: Künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Dinge wie Strom und Chips. US-Techkonzerne schliessen immer mehr Kontrakte mit Nuklearenergie als Versorgungsquelle für ihre Rechenzentren ab, weil zu wenig Strom aus erneuerbaren Energiequellen und zu instabile Stromnetze die Weltwirtschaft noch lange prägen werden. Bei den Chips sorgte in den letzten Jahren Nvidia in der Architektur und die taiwanesische TMSC in der Produktion für Furore. Dagegen sorgte die niederländische ASML, Europas wertvollster Tech-Konzern, für Ernüchterung.
Die US-Regierung erwägt strengere Beschränkungen für ASML, welche China mit Maschinen für die Chipherstellung versorgt. Europas Tech-Vorreiter verwendet Schlüsselkomponenten der deutschen Zulieferer Trumpf (Laser-Lithographie) und Carl Zeiss (Optik). Auch die Schweizer VAT rückt indirekt durch seine Anlagekomponenten im Halbleitermarkt in ein zentrales Spannungsfeld. Der chinesische Import von ASML-Chipmaschinen versechsfachte sich zuletzt. Weil sich chinesische Kunden noch vorsorglich ausstatteten, sorgten sie bei ASML zuletzt für etwa die Hälfte des Umsatzes.
Nun kommt der Druck aus den USA, den China-Export mit den fortschrittlichsten Maschinen herunterzufahren. Auch Apple gerät inzwischen in den Halbleiterkrieg zwischen den USA und China und verlagert die Produktion zusehends nach Indien. Peking verbannt iPhones aus allen staatseigenen Unternehmen und aus der Verwaltung.
Alles deutet darauf hin, dass die neue US-Regierung die Sanktionen noch verschärfen wird. Aber das geht nur, wenn man überzeugt ist, Taiwan werde dauerhaft ein Verbündeter der USA bleiben. Weil in dieser Einschätzung die Ansichten zwischen Peking und Washington weit auseinanderdriften, ist absehbar, dass Taiwan, Japan, Südkorea und Europa weiter unter dem Damoklesschwert der amerikanischen Sanktionspolitik gegen China bleiben werden.
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Trust in Transparency
Am Dienstag, 22. Oktober 2024 um 18:00 Uhr findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.
Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.
Zuger Messe 2024
Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz findet von Samstag, 26. Oktober bis Sonntag, 3. November 2024 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt.
Wir freuen uns, Sie an der Zuger Herbstmesse auf einen Schwatz und ein Glas Wein begrüssen zu dürfen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 14. November 2024 um 18:30 Uhr findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:
Zur Anmeldung