Wochenbericht 41/2020

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Erholung bei Einkaufsmanager-Indizes

Die vergangene Woche hatte an den Aktienmärkten mehrheitlich ein positives Bild hinterlassen. Die volatileren Märkte in den USA (S&P 500: +1.5%) und in Europa (Stoxx Europe 600: +2.0%) haben mehr aufgeholt als der Swiss Market Index (+0.4%). Der SMI beendete die Woche bei 10252 Punkten.

Finanztitel wie auch Industriewerte haben sich in der Schweiz überdurchschnittlich entwickelt. Dagegen fiel das Schwergewicht Roche (-3.9% innert Wochenfrist) negativ auf; es war mit Abstand der schwächste SMI-Wert. Positiv in Szene gesetzt hat sich dagegen der schlanke Bauchemiekonzern Sika, der seine ambitiösen Margen- und Marktanteils-Mittelfristziele bestätigt und am Kapitalmarkttag mit konkreten Beispielen und Veranschaulichungen glaubwürdig untermauert hat.

Erfreulich sind die neuesten Einkaufsmanagerindizes. Diese messen die wirtschaftlichen Aktivitäten und legen insbesondere auf deren Veränderung zum Vormonat besonderen Wert. Diese Werte haben einen Vorlauf-Charakter von etwa drei bis sechs Monaten.

Offensichtlich lässt sich weder der Dienstleistungs- noch der Industriesektor durch die Unsicherheit wegen der zweiten Covid-Welle in Europa ausbremsen. In den USA liegt der Industrie-PMI vom Institute for Supply Management (ISM) mit 55.4 Punkten in der starken Wachstumszone. Auch der PMI von IHS Markit signalisiert mit 53.2 Punkten Wachstum. Im September fiel die Arbeitslosenquote in den USA von 8.4% auf 7.9%. Vereinzelt wurde ein stärkerer Rückgang erwartet, doch vereinzelte Unternehmen aus dem Tourismusbereich (z.B. Walt Disney Vergnügungsparks, American Airlines, United Airlines, Carneval Cruises) sahen sich jüngst veranlasst, definitive Kündigungen auszusprechen.

In Schwellenländern wie China (53.0), Indien (56.8) und Brasilien (64.9) zeigen die Industrie-Einkaufsmanagerindizes ebenfalls ein deutliches Wachstum an. Die Zuversicht spiegelt sich auch in den entsprechenden Aktienmärkten wider.

In der Eurozone ist der Industrie-PMI im September auf 53.7 Punkte (+2.0 vs. Vormonat) angestiegen, leicht höher als in der Schweiz (53.1 Punkte). Die europäische Erholung geht stark von Deutschland, aber auch von Norditalien aus. Doch selbst in Frankreich und Spanien liegen die Einkaufsmanagerindizes mit 51.2 und 50.8 Punkten in einer Zone des sich beschleunigenden Wachstums.

Eine Ausnahme in Europa bildet das Vereinigte Königreich, gefangen zwischen Pandemie und Brexit. Das Land profitiert vom fallenden Pfund-Kurs (7% tiefer als zu Jahresbeginn gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken) kaum. Der Schaden, der aus dem Brexit hervorgeht, ist insbesondere in den fallenden Investitionen zu erkennen. Damit verliert das Land an Innovationskraft und Beschäftigung. Schon jetzt zeichnet sich eine schleppende Erholung der Konjunktur ab. Vom EU-weiten Rettungsprogramm sind die Briten ausgeschlossen und spüren das schmerzlich.

Thema der Woche: Die EU will unabhängig sein

Der grösste Finanzplatz Europas war viele Jahrzehnte lang zweifellos London. Doch die Briten tun vieles dafür, diese Stellung einzubüssen. Sie haben sich nie als vollwertiges Mitglied der Europäischen Union (EU) gefühlt und sich nie zur gemeinschaftlichen Währung Euro bekannt. Ihr heutiger Premierminister Boris Johnson führt das Vereinigte Königreich aus der EU. Sein Vater Stanley Johnson gehörte einst dem Europäischen Parlament an und hatte noch eine konträre Haltung.

Nun zeichnet sich aber ein hässliches Vertragsende ab. Die Briten verfolgen einen Vertragsbruch, nehmen die Verletzung von Völkerrecht in Kauf und haben die Brexit-Gespräche auf der Ebene der Verhandlungsteams ins Leere laufen lassen.

Darob sind insbesondere die Finanzdienstleister in London in Panik geraten. Sie sind sich im Klaren, dass die irische EU-Kommissarin Mairead McGuinness, zuständig für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktangelegenheiten, stets vor den Folgen des endgültigen Brexits gewarnt hat. Von Januar 2021 wird der Handel mit Finanzdienstleistungen für EU-Bürgerinnen und Bürger im Wesentlichen innerhalb der EU abgewickelt werden. Die EU will mit aller Kraft vermeiden, bei wichtigen Finanzdienstleistungen von einem Drittland abhängig zu sein.

Dublin, Luxemburg und Frankfurt sowie Paris sind die grössten Gewinner brexitbedingter Jobverlagerungen durch die Finanzbranche in die EU. Innert Kürze wurden rund 7’500 Arbeitsplätze und Vermögenswerte in Höhe von 1.3 Billionen Euro in die EU umgeschichtet. Zudem wurden mehr als 2’800 neue Stellen in der EU geschaffen, rechnete in der vergangenen Woche EY vor. Zahlreiche Banken, Versicherer und Fondsanbieter hätten Standorte auf dem europäischen Festland eröffnet, um nach dem Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU arbeitsfähig zu bleiben. Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie am 1. Januar 2021 einsatzbereit sind und ihre Kunden bedienen können.

London bleibt singulär betrachtet der wichtigste Standort in Europa, aber die Marktanteilsverluste weiten sich derzeit monatlich aus.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

5. Oktober 2020 USA: ISM Dienstleistungsindex September
7. Oktober 2020 Deutschland: Industrielle Produktion August
8. Oktober 2020 Frankreich: Industrie Geschäftsklima September
9. Oktober 2020 UK/Frankreich: Industrielle Produktion August

Zugerberg Finanz KidsDay 2020

Am Mittwoch, 14.Oktober 2020 findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Next Sport Generation die 7. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDays statt. Das Fussballturnier für Kinder mit den Jahrgängen 2008 bis 2014 wird in der Sportanlage Eschfeld in Steinhausen ausgetragen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr. Als Presenting Partner des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen lädt die Zugerberg Finanz Kinder von Kundinnen und Kunden sowie Partnern kostenlos ein. Melden Sie eins oder mehrere Kinder direkt über den nachfolgenden Anmeldelink an. Beachten Sie bitte, dass die Teilnehmeranzahl beschränkt ist: «De Schneller isch de Gschwinder». Anmeldeschluss ist Montag, 05. Oktober 2020.

zur Anmeldung

 

Zugerberg Finanz Wirtschafts- & Börsenausblick 2021

Durch das Programm führen Timo Dainese, Gründer und Geschäftsführender Partner, Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom und Geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz sowie unser Gastreferent, Herr Martin Dahinden, ehemaliger Schweizer Botschafter in den USA.

Theater Casino Zug
Do, 21. Januar 2021, 14.30 – 16.45 Uhr
Do, 21. Januar 2021, 18.30 – 20.45 Uhr

KKL Luzern
Di, 26. Januar 2021, 14.30 – 16.45 Uhr
Di, 26. Januar 2021, 18.30 – 20.45 Uhr

Der Versand der Einladungen mit detailliertem Programm an unsere geschätzten Kundinnen und Kunden erfolgt Mitte November.

zur Anmeldung

 

Herzlich, Timo Dainese

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.19
SMI 10'252.4 –3.4%
SPI 12'805.4 –0.2%
DAX € 12'689.0 –4.2%
Euro Stoxx 50 € 3'190.9 –14.8%
S&P 500 $ 3'348.4 +3.6%
Dow Jones $ 27'682.8 –3.0%
MSCI EM $ 1'081.7 –3.0%
MSCI World $ 2'362.4 +0.2%
Obligationenmärkte Seit 31.12.19
SBI Dom Gov TR 239.5 +1.7%
SBI Dom Non-Gov TR 118.9 –0.5%
Immobilienmärkte Seit 31.12.19
SXI RE Funds 443.7 +1.7%
SXI RE Shares 2'930.3 –10.5%
Rohstoffe Seit 31.12.19
Öl (WTI; $/Bbl.) 37.1 –36.6%
Gold (CHF/kg) 56'230.0 +18.8%
Wechselkurse Seit 31.12.19
EUR/CHF 1.0785 –0.6%
USD/CHF 0.9206 –4.7%
EUR/USD 1.1716 +4.3%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.77 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.53 −0.5 - −0.2 −0.2 - ±0.0
USD +0.23 +0.0 - +0.3 +0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.49 −0.6 - −0.4 −0.5 - ±0.0
EUR –0.55 −0.5 - −0.1 −0.5 - ±0.0
USD +0.70 +0.6 - +0.9 +0.6 - +0.9
Teuerung
2020P 2021P 2022P
Schweiz –0.5% +0.5% +1.2%
Euroland +0.5% +1.0% +1.5%
USA +1.0% +1.6% +2.4%
Wirtschaft (BIP real)
2020P 2021P 2022P
Schweiz –5.0% +5.0% +2.0%
Euroland –6.6% +6.0% 160.0%
USA –7.4% +3.0% +2.0%
Global –6.0% +5.4% +3.5%
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