Die Anleihensmärkte haben sich gegen Ende der letzten Woche von ihrem Renditetief erholt. Die Rendite der zehnjährigen US-Schatzanleihen stieg auf 1.3% an. Die starke Erholung auf den Arbeitsmärkten in den USA wie auch in Europa war mit zahlreichen Signalen verbunden: weniger Arbeitslose, mehr offene Jobs, mehr Inserate und höhere Löhne.
In den USA haben die starken Verbesserungen im Juli dermassen überrascht, dass es inzwischen nur noch darum geht, wann das Ende des expansiven Anleiherückkaufprogramms durch die US-Zentralbank Federal Reserve eingeleitet wird. Weil auch die Beschäftigungsquote anstieg, was ein klares Zeichen für die starke wirtschaftliche Erholung ist, erhöht sich der Druck auf den Offenmarktausschuss. Das Einleiten vom Ende des ultraexpansiven Kurses wird am Treffen der Zentralbanker in Jackson Hole hinter den Kulissen gewiss thematisiert. Das ist auch deshalb notwendig, weil in der Vergangenheit ein einzelner Satz – aus dem Kontext gegriffen – für erhebliche Marktturbulenzen sorgte. Deshalb tauschen sich die Zentralbanker auch über ihre Kommunikation aus. Mit einer offiziellen Sprachregelung ist jedoch nicht vor dem vierten Quartal 2021 zu rechnen.
Gegen steigende Renditen und eine Inflation zwischen 1% und 3% in einem wirtschaftlichen Aufschwung sind solide Versicherungsaktien eine gute Absicherung. Das zeigte sich gerade in der vergangenen Woche. Alle Versicherungstitel legten spürbar zu, wobei sich unser Favorit AXA (+8% in der vergangenen Woche) besonders gut in Szene zu setzen vermochte. Der Versicherungskonzern Zurich unter der Leitung des italienischen CEO Greco hat zudem bekanntgegeben, dass er mehr als 1’000 Finanzberater sowie verwaltete Vermögen von 16.5 Milliarden Euro von der Deutschen Bank in Italien übernehmen werde. Dieses Netzwerk mit herausragender Kompetenz und Präsenz eröffnet Zurich (+4%) neue Wachstumsmöglichkeiten.
Die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu. Von allen wesentlichen Unternehmen liegen die wichtigsten Eckwerte vor. In Europa fiel die Steigerung der Unternehmensgewinne besonders eindrücklich aus. Erfreulich entwickelt sich beispielhaft der Logistikkonzern Deutsche Post / DHL mit seinen weltweit 550’000 Mitarbeitenden. Die hohe Nachfrage, für die der boomende Onlinehandel sorgt, verbesserte die Profitabilität. Speziell stark gewachsen sind die Sparten «DHL Express» und «Supply Chain»: Letztere übernimmt in hochgradig automatisierten Verfahren die Lagerei-Dienstleistungen für Elektronik-, Lebensmittel- und Automobilkonzerne. Dabei steht die schönste Periode noch bevor. Das Weihnachtsgeschäft sorgt traditionell für das höchste Paketaufkommen. Auch deshalb hob der Konzern seine kurz- und mittelfristigen Ergebnisprognosen deutlich an.
Der Swiss Market Index (SMI) beendete die erste August-Woche bei 12’176 Punkten: Das entspricht einem Zuwachs von 0.5% gegenüber der Vorwoche.
In wenigen Wochen geht mit dem Rücktritt der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine bemerkenswerte politische Karriere zu Ende. Sie kann man nicht an einer einzelnen Handlung messen; sie hat das wichtigste Land mitten in Europa während den vergangenen 16 Jahren geprägt.
Am 9. November 1989, als um 23.29 Uhr die Grenze aufging, sass Angela Merkel in der Sauna. Später spazierte sie mit Freunden nach West-Berlin, kehrte aber gleich wieder zurück in die noch bestehende DDR, in die ihr «roter» Vater, ein evangelischer Pfarrer, 1954 aus Hamburg übergesiedelt war. Da wurde die Naturwissenschaftlerin auch politisch, war Pressesprecherin des Demokratischen Aufbruchs und wurde binnen 15 Jahren von «Kohls Mädchen» (als Ziehtochter des legendären CDU-Übervaters Helmut Kohl) zur «mächtigsten Frau der Welt».
Derartigen Attributen konnte sie nie etwas abgewinnen. Die Sache war ihr stets wichtiger. Als Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende hat sie einen knochenharten Job mit Gipfeltreffen, Staatsbesuchen, endlosen Partei- und Fraktionssitzungen, ununterbrochenem Wahlkampf auf allen Kanälen, auf Marktplätzen, bei Kaffee und Kuchen in einem CDU-Ortsverband auf dem platten Land. So quasi nebenbei muss Angela Merkel eine Krise nach der anderen bewältigen: Finanzkrise, Migrationskrise, Terroranschläge, Islamisten, Rechtsextreme, Antisemitismus, Klimakrise, Coronakrise.
Vielmehr ist sie eine der geachtetsten Politikerinnen der Welt geworden. Sie zeigt Empathie in der Krise und kann auch Fehler eingestehen. Sie verfügt über Nehmerqualitäten, vollzieht eine politische Wendung nach der anderen, betrachtet die zentralen Schritte als «alternativlos» und erklärt sie in verständlichen Worten dem deutschen Volk. Und auf das nahende Ende ihrer Amtszeit hatte sie sich einmal mehr einen lakonischen Satz einfallen lassen, der ihre wahren Ambitionen verschleiert: «Ich werde dann schon mit der Zeit was anfangen können.»
Schnapszahl
Am vergangenen Donnerstag wurde die Zugerberg Finanz 21 Jahre, 3 Monate und 16 Tage alt. «Ja und?», werden Sie sich zurecht fragen. Aber halt – 21 Jahre, 3 Monate und 16 Tage, das sind exakt 7’777 Tage. Und so haben wir den Schnapszahl-Geburtstag intern am Freitag ein wenig gefeiert. Denn nebenbei haben wir an diesem Tag auch erstmals die 3 Milliarden an verwalteten Vermögen überschritten.
Zu diesem Meilenstein hat einerseits das Vertrauen vieler bestehender Kunden beigetragen, als auch dasjenige von zahlreichen neuen Kunden. Gerne möchten wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bei all unseren Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnern bedanken. Die Zugerberg Finanz wäre heute nicht an dieser Stelle ohne Sie. MERCI!
Umso schöner ist es, diesen Meilenstein mit einer ausserordentlich guten Jahresperformance erreicht zu haben. Die letzten Zahlen hierzu finden Sie in unserem letzte Woche veröffentlichten Monatsbericht.
Und wenn wir schon bei den Schnapszahlen sind:
222 Millionen Schweizer Franken haben wir in den ersten 7 Monaten für Sie, geschätzte Kundinnen und Kunden, verdient. So dass Sie an unserem Meilenstein genauso viel Freude haben können wie wir.
Herzlich,
Timo Dainese
CEO, Gründer und geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz AG