Wochenbericht 25/2021

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Erstes Halbjahr verlief bislang stark

Es bleiben nur noch wenige Handelstage, bis das erste Halbjahr 2021 bereits wieder Geschichte sein wird. Dabei fällt es nicht schwer, die wichtigsten Beobachtungen festzuhalten. Die Aktienmärkte entwickelten sich erfreulich, insbesondere in Europa. Technologiewerte, die grossen Gewinner des vergangenen Jahres, taten sich eher schwer.

Der amerikanische Technologieindex Nasdaq liegt 9% im Plus. Dagegen haben der französische Leitindex CAC40 rund 18% und der deutsche DAX sowie der italienische FTSEMIB je rund 13% zugelegt. Insgesamt haben zyklische Unternehmen und «langweilige» Aktien besser performt als die Gewinner des vergangenen Jahres. Die Aktienkurse von Amazon und Apple beispielsweise bewegen sich seit neun Monaten in einer Seitwärtsbewegung.

Der Swiss Market Index (SMI) beendete die vergangene Woche bei 11’941 Punkten, 100 Punkte respektive 0.8% höher als in der Vorwoche. Damit liegt der SMI rund 11% höher als zu Jahresbeginn.

Kaum Veränderungen gab es bei den beiden wichtigsten Wechselkursen. Der amerikanische Dollar hat zuletzt wieder auf 0.92 zum Schweizer Franken zugelegt. Der Euro wird knapp unter 1.10 gehandelt. Unter den G10 Währungen hat der kanadische Dollar am stärksten zugelegt (+6%) und der japanische Yen (-6%) war die schwächste Währung.

Erstaunlich hat sich der Goldkurs entwickelt. Trotz weiterhin expansiver Geldpolitik und anhaltend tiefer Zinsen ist die mittelfristige Sorge um wirtschaftliche Turbulenzen gewichen. Dieser Optimismus hat die Unze Gold auf rund 1’760 Dollar fallen lassen, 7% weniger als zu Jahresbeginn. Dagegen haben sich die Preise von Rohöl (die europäische Sorte Brent hat seit Jahresbeginn 43% zugelegt) sowie die Preise der industriebezogenen Rohstoffe deutlich erhöht, was sich weltweit in erhöhten Inflationsraten niederschlug.

Diese wiederum haben zumindest am langen Ende der Zinskurve zu einer vorübergehenden Versteilung geführt. Die steileren Zinskurven veränderten die Anleihenskurse und -indizes. Insbesondere Langläufer unter Staatsanleihen erlitten teils massive Kurseinbussen von 10% und mehr. Der gesamte Index der eidgenössischen Staatsanleihen lag zuletzt mehr als 4% tiefer als zu Jahresbeginn.

Unser Fokus richtete sich in diesem Jahr dagegen auf Unternehmensanleihen. Da vermochten wir sowohl im kurzfristigen Bereich (+2.7%) wie auch im mittelfristigen Bereich (+0.5%) durch unsere Selektion eine leicht positive Rendite erzielen. Stark positiv (+5.6%) lag sie dort, wo es die Risikoprofile ermöglichen, Anleihen auch von Unternehmen mit einer mittleren Bonität zu berücksichtigen.

Die konjunkturelle Erholung wird vor allem im dritten und vierten Quartal ersichtlich. Das ist noch längst nicht in allen Wertpapierkursen eingepreist. Deshalb bleiben wir zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte.

Thema der Woche: Halbleiterindustrie vor einem Boom

Die Datenlage ist derzeit weiterhin geprägt von einem strammen Erholungskurs der konjunkturellen Früh- und Stimmungsindikatoren. Die Auftragslage hat vielerorts zugenommen, ebenso die Sentiment-Indizes der Wirtschaftsführer sowie das Konsumentenvertrauen. Doch vorderhand liegt im verarbeitenden Gewerbe noch einiges im Argen, denn die Halbleiterindustrie ist weit davon entfernt, die gegenwärtige Nachfrage zu befriedigen. Das verzögert den Aufbau von industriellen und professionellen Anwendungen.

Derzeit befinden wir uns in einem gewaltigen Expansionszyklus der Halbleiterindustrie. Der weltweite Jahresumsatz könnte sich von 450 Mrd. Dollar (2019) auf rund 1’000 Mrd. Dollar (2030) verdoppeln. Entsprechend viel wird derzeit von Südkorea über Taiwan, China, Indien, USA und auch Europa in die Halbleiter-Produktion investiert, auch um strategische Elemente der globalen Lieferketten zu sichern.

Dabei wird auch mächtig subventioniert. Der chinesische Speicherchiphersteller Yangtze Memory Technologies, erst 2016 gegründet, soll nach US-Regierungsquellen bereits 24 Milliarden Dollar an Subventionen erhalten haben. Bereits im kommenden Jahr soll das Unternehmen den US-Champions wie Intel und AMD gefährlich werden. Mit dem «US-Innovation and Competition Act» soll die einheimische Produktion mit 50 Milliarden Dollar strukturell gefördert werden. Weltweit stammen nur noch 12% der Halbleiter aus amerikanischer Produktion.

Je stärker sich die Elektromobilität wie auch moderne Mobilfunktechnologien sowie das Internet der Dinge durchsetzen, desto rascher wächst die Nachfrage nach Halbleiterchips. Die 5G-gestützte Digitalisierung wird in fünf Jahren bereits 3.5 Milliarden Menschen abdecken und der mobile Internetdatenverkehr wird noch stärker wachsen. Ende 2020 lag er bei 49 Exabyte im Monat, 2026 sollen es nach der jüngsten Einschätzung des europäischen Ausrüsters Ericsson bereits 237 Exabyte sein.

Europa wird diesen Trend verstärken. Mehr als 20% des sog. Recovery Funds, also mehr als 150 Milliarden Euro, sind für die beschleunigte Wahrnehmung von «digitalen Opportunitäten» vorgesehen. Selbst langjährige Branchenkenner haben noch nie einen derart starken zyklischen Aufschwung erlebt.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

22. Juni 2021 USA: Richmond Fed Index Juni
23. Juni 2021 Eurozone / Frankreich / Deutschland / UK: Markit Einkaufsmanager Juni
24. Juni 2021 USA: BIP, Private Konsumausgaben und Fed Kansas City verarb. Gewerbe Juni
25. Juni 2021 Deutschland / Italien: GfK Verbrauchervertrauen und Wirtschaftsstimmung Juni

Nachrichten

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick Juni 2021

Aufgrund der anhaltenden Covid-19 Beschränkungen führen wir den für Juni anstehenden Event «virtuell» durch. Nach Anmeldung erhalten Sie Ende Juni einen Link zur Videoaufzeichnung per E-Mail. Im Video können Sie folgende drei Referate sehen:

 – Rück- und Ausblick Zugerberg Finanz AG (Timo Dainese, CEO)
 – Rück- und Ausblick Wirtschaft und Kapitalmärkte (Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom)
 – Sonderthema «Dekarbonisierung der Welt» (Prof. em. Dr. Dr. h.c. Christian Körner, Dozent für Environmental Sciences Plant Ecology and Evolution an der Universität Basel und weltweit anerkannter CO2 Experte)

zur Anmeldung


Zugerberg Finanz KidsDay 2021

Am Mittwoch, 18. August 2021 findet in Zusammenarbeit mait der Stiftung Next Sport Generation die 7. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder der Jahrgänge 2009-2015 anmelden. Austragungsort ist die Sportanlage Eschfeld in Steinhausen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.

Jedes Kind erhält ein Starter-Paket mit Fussballtrikot, Trinkflasche, Imbiss-Bon und weiteren Extras. Getränke und gesunde Snacks stehen den Kindern à discrétion zur Verfügung.

Die Anmeldung wird in Kürze über den Veranstaltungsbereich unserer Website möglich sein.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.20
SMI 11'941.3 +11.6%
SPI 15'309.6 +14.9%
DAX € 15'448.0 +12.6%
Euro Stoxx 50 € 4'083.4 +14.9%
S&P 500 $ 4'166.5 +10.9%
Dow Jones $ 33'290.1 +8.8%
Nasdaq $ 14'030.4 +8.9%
MSCI EM $ 1'361.3 +5.4%
MSCI World $ 2'954.2 +9.8%
Obligationenmärkte Seit 31.12.20
SBI Dom Gov TR 230.3 –4.2%
SBI Dom Non-Gov TR 120.1 +0.1%
Immobilienmärkte Seit 31.12.20
SXI RE Funds 510.4 +5.6%
SXI RE Shares 3'204.4 +4.9%
Rohstoffe Seit 31.12.20
Öl (WTI; $/Bbl.) 71.6 +47.7%
Gold (CHF/kg) 52'271.1 –3.2%
Wechselkurse Seit 31.12.20
EUR/CHF 1.0946 +1.2%
USD/CHF 0.9216 +4.1%
EUR/USD 1.1864 –2.9%
Kurzfristige Zinsen
3M Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.75 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.55 −0.6 - −0.5 −0.6 - −0.4
USD +0.13 0.0 - +0.3 0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10 Jahre Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.21 −0.6 - −0.4 −0.3 - −0.1
EUR –0.25 −0.6 - −0.3 −0.2 - +0.2
USD +1.44 +1.2 - +1.4 +1.4 - +1.6
Teuerung
2021P 2022P 2023P
Schweiz 50.0% 120.0% 120.0%
Euroland 100.0% 150.0% 200.0%
USA 160.0% 240.0% 250.0%
Wirtschaft (BIP real)
2021P 2022P 2023P
Schweiz 500.0% 200.0% 180.0%
Euroland 600.0% 260.0% 180.0%
USA 300.0% 200.0% 220.0%
Global 540.0% 350.0% 350.0%
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