Wochenbericht 24/2025

Publikationen

Grüner Monatsbeginn

Wenn sich an der Börse die Kurse positiv entwickeln, erscheinen sie in vielen Applikationen grün. Rot erscheint bei negativen Verläufen. Nach der ersten Woche des Monats Juni erschien das weltweite Aktientableau in grüner Farbe. Der Swiss Market Index (SMI) legte auf 12’366 Punkte (+1.1%) zu. Das lag im europäischen Durchschnitt. Der weltweite Aktienindex stieg etwas mehr an (+1.4%).
Die grossen, auch ökonomisch interessanten Ereignisse fanden jedoch nicht an den Kapitalmärkten statt und bewegten diese trotzdem. So ging die Inflation weiter zurück, in der Schweiz unter die Bandbreite von 0.0% bis 2.0%, welche die Schweizerische Nationalbank (SNB) als Preisstabilität betrachtet. Doch mit einem Wert von -0.1% und einem Trend ins Deflationäre bleibt es umso spannender, wie die geldpolitische Lagebeurteilung durch die SNB am 19. Juni ausfallen wird. Erwartet wird inzwischen eine Senkung des Leitzinssatzes auf 0.0%, doch eine nicht geringe Minderheit geht sogar davon aus, dass es zu einer Steuerung in die Minuszone (-0.25%) kommen wird.
Ein weiteres zentrales Ereignis fand in Russland statt. Es handelte sich um die «Operation Spinnennetz», mit der die Ukraine moderne Militärgeschichte schrieb. Mit Drohnen im Wert eines iPhone zerstörte sie russische Kampfjets im Wert von jeweils über 100 Millionen Dollar. Das ist nicht nur eine aussergewöhnliche Kapitalasymmetrie von 1:300’000, sondern eine beispiellose Demütigung für Wladimir Putin in seiner 25-jährigen Regentschaft.
Weil die Ukraine mittlerweile eine sehr fortschrittliche Drohnenproduktion aufgebaut hat, erhöhen sich Russlands Kriegskosten auf der gegnerischen Seite unerwartet stark. Denn für eine wirksame Verteidigung müssen nun noch wesentlich mehr Mittel im Inland aufgewendet werden. Damit sind personelle und finanzielle Ressourcen gemeint, welche für einen Angriffskrieg fehlen. Die russische Volkswirtschaft, so gross wie jene von Italien, leidet bereits jetzt arg unter den Kosten des Kriegs und die global sinkenden Öl- und Gaspreise verstärken die Abwärtsspirale des Rohstoffexporteurs.
Ein weiteres Ereignis, welches die vergangene Woche prägte, war die zerbrochene Allianz zwischen US-Präsident Donald Trump und Elon Musk, die Allianz zwischen dem mächtigsten und dem reichsten Mann der Welt. Musk kritisierte das «Big-Beautiful-Bill» Gesetzespaket von Donald Trump als «ekelhafte Abscheulichkeit», weil dieses das amerikanische Haushalts-Defizit massiv ausweiten würde. Dabei ist im Gesetzespaket vieles verpackt, auch die Streichung von Kaufprämien respektive Steuergutschriften (bis zu 7’500 Dollar Subventionen) von Elektrovehikeln wie Elon Musks Tesla.
Auf den sozialen Medien gingen die Streitigkeiten hin und her. Trump meinte, man könnte auch an allen Aufträgen für die Musk-Unternehmen sparen. Seit 2000 gab es laut Bloomberg US-Bundesaufträge in Höhe von 22.5 Milliarden Dollar an diese Unternehmen. SpaceX und Starlink sind allerdings zentrale Unternehmen für die Ambitionen der USA. Für die US-Weltraumagentur NASA sind beide unverzichtbar. Die seit Monaten auf der Raumstation ISS festsitzenden Astronauten konnten nur dank der Hilfe von SpaceX zurückgeholt werden.

Thema der Woche: Erinnerung an Deutschland

Der Antrittsbesuch des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz im Weissen Haus war geglückt. Das Freundschaftliche und Verbindende stand im «Oval Office» im Vordergrund, doch für die US-Medien war der gleichzeitig stattfindende Bruch zwischen Trump und Musk viel interessanter.

Aber die Nervosität in Deutschland war vor dem spannungsgeladenen Besuch gross. Trump hat sich als unberechenbar erwiesen, und sein Deutschland-Bashing ist legendär. Trump betitelte Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz schon als «Idiot» und den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier als «undemokratischer Tyrann». Doch mit Merz hat er einiges gemeinsam. Sie mögen Angela Merkel nicht, verfolgen eine rigide Flüchtlingspolitik, belächeln die deutsche Energiewende und sind gegen russische Energielieferungen nach Europa. Stattdessen will Merz mehr amerikanisches Flüssiggas beziehen.

Beim Besuch übergab Friedrich Merz als nicht ganz harmloses Gastgeschenk eine goldgerahmte Kopie der Geburtsurkunde von Friedrich Trump, dem deutschen Grossvater von Donald Trump. Grossvater Trump wurde im pfälzischen Winzerort Kallstadt geboren. Als junger Mann machte er eine Ausbildung zum Friseur, fand aber keine Arbeit in Kallstadt, weshalb er sich mit 16 Jahren – noch vor der Wehrdienstpflicht – entschied, in die USA auszuwandern, wie viele Europäer im 19. Jahrhundert. Die Familie litt allerdings unter starkem Heimweh und wollte nach Überschreiten des wehrfähigen Alters wieder zurückkehren. Eine Wiedereinbürgerung wurde dem Migranten und Wehrdienstflüchtling Trump verwehrt.

Das anschliessende Leben von Frederic Trump – sein Grossvater änderte den Namen in den USA – ist eine amerikanische Lebensgeschichte. Trumps Grossvater ging von New York aus nach Alaska und versorgte diejenigen, die im Goldrausch ihr Glück suchten, mit Essen und Getränken. Die Goldnuggets, die er im Gegenzug bekam, schickte er zu Verwandten nach New York, die dafür Grundstücke kauften.

Wie sein Vater Fred behauptete Donald Trump schon mehrfach, er stamme aus Schweden. Richtig ist, dass sich Donald Trumps Vater vor und während dem Zweiten Weltkrieg als Schwede ausgegeben hatte, weil er meinte, eine Herkunft aus Deutschland wäre schlecht fürs Immobiliengeschäft. Zu seinen Kunden hätten auch viele Juden gehört.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

10. Juni 2025 USA: NFIB Small Business Optimismus Index Mai
11. Juni 2025 USA: CPI-Kerninflation und Inflation Mai
12. Juni 2025 Indien: CPI-Kerninflation und Inflation Mai
13. Juni 2025 Frankreich, Deutschland und USA: CPI-Inflation Mai und Uni Michigan Konsumentenstimmung Juni

Veranstaltungen

Zugerberg Finanz KidsDay – Rückblick

Am 28. Mai wurde in Steinhausen der 11. Zugerberg Finanz KidsDay ausgetragen. Über 100 Kinder kämpften voller Eifer trotz des windigen und etwas kühlen Wetters um die Spitzenplätze des spannenden Fussballturniers. Einen Rückblick zu diesem sportlichen Nachmittag finden Sie hier:

Zum Rückblick


Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2025

Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Dienstag, den 10. Juni 2025 im KKL in Luzern sowie am Donnerstag, den 12. Juni 2025 im Theater Casino in Zug zum Sonderthema: «Spuren der Geschichte – Zug und Luzern in der Welt» statt.

Durch das Programm führt der Gründer und CEO Timo Dainese. Che­föko­nom Prof. Dr. Maurice Peder­gnana und CIO Cyrill von Burg erläutern die Aussichten für die Wirtschaft und die Kapitalmärkte.

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 26. Juni 2025 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt.
Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.24
SMI 12'366.2 +6.6%
SPI 17'042.7 +10.1%
DAX € 24'304.5 +22.1%
Euro Stoxx 50 € 5'430.2 +10.9%
S&P 500 $ 6'000.4 +2.0%
Dow Jones $ 42'762.9 +0.5%
Nasdaq $ 19'530.0 +1.1%
MSCI EM $ 1'182.9 +10.0%
MSCI World $ 3'914.7 +5.6%
Obligationenmärkte Seit 31.12.24
SBI Dom Gov TR 223.0 –0.3%
SBI Dom Non-Gov TR 121.4 +0.6%
Immobilienmärkte Seit 31.12.24
SXI RE Funds 562.3 +3.5%
SXI RE Shares 4'295.5 +17.2%
Rohstoffe Seit 31.12.24
Öl (WTI; $/Bbl.) 64.6 –10.0%
Gold (CHF/kg) 87'517.3 +14.3%
Bitcoin (USD) 104'574.4 +11.6%
Wechselkurse Seit 31.12.24
EUR/CHF 0.9371 –0.3%
USD/CHF 0.8223 –9.4%
EUR/USD 1.1397 +10.1%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.21% 0.2%–0.5% 0.2%–0.5%
EUR 1.96% 1.9%–2.1% 1.7%–1.9%
USD 4.31% 4.0%–4.4% 3.4%–3.8%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.37% 0.6%–0.9% 0.5%–0.7%
EUR 2.57% 2.8%–3.0% 2.5%–2.8%
USD 4.51% 4.3%–4.6% 3.8%–4.2%
Teuerung
2024 2025P 2026P
Schweiz 0.7% 0.5% 0.5%
Euroraum 2.2% 1.8% 1.8%
USA 2.8% 2.5% 2.3%
Wirtschaft (BIP real)
2024 2025P 2026P
Schweiz 1.8% 1.8% 1.8%
Euroraum 1.5% 1.6% 1.7%
USA 2.6% 1.8% 2.0%
Global 3.0% 3.0% 3.0%
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