Der Start in den Monat Juni ist geglückt. Die vergangene Woche beendete der Swiss Market Index (SMI) bei 11’570 Punkten und damit 1.3% höher als in der Vorwoche. Wesentlich dazu beigetragen haben die drei SMI Schwergewichte Nestlé (+1.6%), Roche (+1.4%) und Novartis (+1.8%). Aber eine ganze Reihe von Schweizer Aktien verfügen über eine solide Gewinnqualität und hohe Resilienz: Ihnen trauen wir in den kommenden Quartalen noch einiges zu.
Auch unser Weg, auf Qualität unter den Technologiewerten zu setzen, hat sich positiv ausgewirkt. Nvidia (+8%) und Samsung (+3%) setzen sich in der vergangenen Woche mit ihren Nachrichten gut in Szene. Nvidia, nach Marktwert der grösste US-Chiphersteller, gab eine optimistische Prognose für die Nachfrage nach Chips, die in Computern und Rechenzentren eingesetzt werden. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 35% zugelegt.
Am stärksten war in der vergangenen Woche die Kursbewegung bei u-blox (+16%). Das Unternehmen mit 1’100 Mitarbeitern mit Sitz in Thalwil (zwischen Zürich und Zug gelegen) entwickelt Chips für die Positionierung von Autos, Taxis, Scootern usw. Die Auftragsbücher sind stark gefüllt. Einen derart starken Aufschwung habe er noch nie erlebt, berichtete der CEO Thomas Seiler in der vergangenen Woche, und hob die Umsatz- und Bruttogewinnprognose für das laufende Jahr an. Aber der Lieferengpass in der Industrie werde noch lange andauern.
Interessant war die Entwicklung in der Elektromobilität. Tesla hat eine schwarze Woche (-5%) hinter sich, während Volkswagen (+6%) zulegte. Der VW Konzern konnte in den ersten fünf Monaten absatzmässig Tesla überholen – mit einer breiten Modellvielfalt, was offensichtlich am Markt gut ankommt. Die monatelange Aufmerksamkeit der chinesischen Medien für die Sicherheit der Fahrzeuge von Tesla und die der Datenerfassung und -speicherung des Unternehmens haben mittlerweile zu erheblichen Bedenken geführt. Jedenfalls ist in China zunächst der Enthusiasmus über Teslas China-Aussichten und dann auch die Nachfrage eingebrochen. In den USA stagniert der Tesla Umsatz bereits seit 2018.
Hinsichtlich China werden sich die Anleger ihre Gedanken machen müssen. Das Weisse Haus geht mit bislang unerwarteter Härte gegen die Volksrepublik vor, die Technologien im In- und Ausland nutzt, um religiöse und ethnische Minderheiten zu überwachen und zu Repressionen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen beitragen. Spannungsvoll erwarten wir das Gipfeltreffen von Joe Biden und Wladimir Putin in Genf, das in der nächsten Woche stattfinden wird.
Die Volatilität auf den Aktienmärkten hat sich seit der Abwahl von US-Präsident Donald Trump merklich gelegt. Die meisten Investoren vermissen seine Tweets kaum. Sie sorgten immer wieder für unerwartete Schwankungen auf den Kapitalmärkten, selbst wenn sich die Meldungen als offensichtliche «Fake News» herausstellen sollten.
Nun stellt sich immer deutlicher heraus, dass Joe Biden eine härtere Politik gegenüber China verfolgt – «zur Sicherheit und der demokratischen Werte der Vereinigten Staaten und unserer Alliierten». Das kann allerdings nicht anhand von Tweets, sondern anhand von faktenbasierten Regierungsentscheiden verfolgt werden. Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte das Weisse Haus in Washington eine schwarze Liste von chinesischen Firmen, in die US-domizilierte Unternehmen (Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Fonds) nicht investieren dürfen. Das gilt auch für die Schweizer Banken mit ihren Gesellschaften in den USA und letztlich muss davon ausgegangen werden, dass sämtliche Banken, die mit den USA Beziehungen pflegen, diese Liste übernehmen.
Auf der Liste befinden sich klangvolle Namen wie der Technologiekonzern Huawei, der Stadler Rail-Konkurrent CRCC und der staatliche Ölkonzern CNOOC. In diese Unternehmen dürfen Amerikaner vom 2. August an nicht mehr investieren. Sind sie bereits investiert, haben sie 12 Monate Zeit, ihre Anteile zu verkaufen. Das gilt auch für Blackrock und die weiteren ETF-Provider. Diese investieren gemäss ihren Indexvorgaben «blindlings» und ohne schlechtes Gewissen über ETF auch in Länder, denen völkerrechtlich schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen nachgewiesen werden können.
Dem US-Präsidenten Joe Biden ist es ernst mit der Ansage, gegen den «Autoritarismus» in der Welt anzukämpfen. China bedrohe die «regelbasierte Ordnung, die die globale Stabilität» garantiere. Indem Biden die Aufsicht über die Umsetzung beim von Janet Yellen geleiteten Finanzministerium ansiedelt, wird die Schlagkraft der Sanktionen glaubwürdig erhöht.
Marktupdate für Institutionelle Anleger «Unternehmensanleihen im aktuellen Marktumfeld»
Welche Unternehmensanleihen sind interessant? Welche Faktoren sind bei der Titelauswahl ausschlaggebend? Wo finden sich die interessantesten Rendite-Risiko-Profile? Welche Opportunitäten bieten sich in Zukunft und wo ist Vorsicht geboten?
Datum: Mi., 9. Juni 2021 Zeit: 8.00 Uhr (20 Minuten mit Q&A) Sprache: Deutsch Medium: Online-Event via MS Teams
zur Anmeldung
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick Juni 2021
Aufgrund der anhaltenden Covid-19 Beschränkungen führen wir den für Juni anstehenden Event «virtuell» durch. Nach Anmeldung erhalten Sie Ende Juni einen Link zur Videoaufzeichnung per E-Mail. Im Video können Sie folgende drei Referate sehen:
– Rück- und Ausblick Zugerberg Finanz AG (Timo Dainese, CEO) – Rück- und Ausblick Wirtschaft und Kapitalmärkte (Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom) – Sonderthema «Dekarbonisierung der Welt» (Prof. em. Dr. Dr. h.c. Christian Körner, Dozent für Environmental Sciences Plant Ecology and Evolution an der Universität Basel und weltweit anerkannter CO2 Experte)