Weltweit haben die Kapitalmärkte derzeit einen guten Lauf. Damit wird auf verbesserte makroökonomische Bedingungen und die Aussicht auf niedrigere Leitzinsen in zahlreichen Volkswirtschaften reagiert. Die Anleihenskurse steigen derzeit parallel zur sinkenden Inflation. Die Aktienkurse steigen aufgrund von überraschend guten Umsatz- und Gewinnperspektiven. Weil die Bewertungen im Allgemeinen auf den europäischen Kapitalmärkten moderat waren, erfahren diese Märkte eine überdurchschnittliche Entwicklung.
Besonders erfreulich ist die Aufholjagd des aktienbezogenen Swiss Market Index (SMI), der auf 12’038 Punkte stieg. Seit Monatsbeginn (+6.9%) überragt der SMI die Performance der übrigen europäischen Märkte, die in diesem Jahr weltweit zu den führenden zählen. Die Schwergewichte Nestlé und Novartis (je +5%) und Roche (+8%) hoben das Fundament des SMI an. Vereinzelte Titel aus unserem Portfolio stiegen noch deutlich stärker.
Dabei muss in der nun zu Ende gehenden Dividendensaison noch berücksichtigt werden, dass die jeweilige Ausschüttung den Aktienkurs senkt und damit den SMI tendenziell belastet. Beispielsweise fand in der vergangenen Woche die Generalversammlung der Swiss Life statt und am Freitag wurde die Aktie ex Dividende gehandelt. Seit Jahresbeginn erhöhte sich zwar der Aktienkurs (+7%) – unter Einbezug der Dividende liegt die Gesamtrendite allerdings bereits im zweistelligen Bereich (+13%). Der SMI inklusive Dividende verzeichnete mit +7.2% eine ausgezeichnete Entwicklung im bisherigen Monatsverlauf.
Solide kommt auch der Dow-Jones-Index voran. Von einer starken Rallye kann aber keine Rede sein. Die Performance seit Jahresbeginn (+6.1%) ist weniger eindrücklich als der Indexstand von 40’003 Punkten. Damit übertraf der Dow Jones, der die wichtigsten US-Aktien («Blue Chips» wie Apple, Amazon, Salesforce, Intel, Coca-Cola und McDonald’s) repräsentiert, erstmals in seiner 128-jährigen Geschichte diese Marke.
Doch mit dem Stoxx Europe 600 (+11.6% Gesamtrendite) kann der Dow Jones im bisherigen Jahresverlauf nicht mithalten. Spannend ist ohnehin, dass in Europa die Bankbranche (+27%) an der Spitze liegt – vor den Versicherungsaktien (+15%) und Technologiewerten (+14%). Dagegen bilden Versorger (+4%), Chemieunternehmen (+3%) und Immobilienwerte (+2%) das andere Ende der Branchenskala.
Besondere Neuigkeiten in der vergangenen Woche verzeichnete Alcon (+8%). Der Augenheilkunde-Konzern meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 6% bei einer starken Ausweitung der EBIT-Marge im Kerngeschäft. Swiss Re (+5%) wies ebenfalls ein überraschend starkes Quartalsergebnis auf. Der Versicherungskonzern Zurich (+4%) rapportierte erwartungsgemäss und liegt mit der Solvabilitätsquote von 232% überraschend gut im Rennen. In den nächsten Wochen läuft ein neuer Aktienrückkauf in Höhe von bis zu 1.1 Milliarden Franken an.
Menschen mit ausgeprägter Fettleibigkeit (Adipositas) stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten offen, u. a. der medikamentöse Weg. Experten rechnen damit, dass sich der Markt gegen Fettleibigkeit zu einem der bedeutendsten Märkte im medizinischen Bereich entwickeln wird. Denn Adipositas wird als eine ernst zu nehmende Krankheit betrachtet.
Vor zwei Jahren hatte der Markt ein Volumen von weniger als 2 Milliarden Dollar. Inzwischen dürfte das Volumen gegen 45 Milliarden Dollar im Jahr 2030 tendieren. Morgan Stanley geht sogar davon aus, dass der Markt auf mehr als 100 Milliarden Dollar wachsen könnte. Das hängt auch damit zusammen, dass in den USA bereits bei einem relativ tiefen Body-Mass-Index von 27 die Behandlungskosten übernommen werden, sofern eine Komorbidität (z. B. hoher Blutdruck) vorliegt. Bei einer derart inflationären Behandlung braucht man sich nicht über steigende Krankenkassenprämien zu wundern.
Die grossen Gewinner dieses Trends heissen derzeit Novo Nordisk (auch bei Diabetes derzeit die Nummer 1) und Eli Lilly. Beide sind seit Jahrzehnten in der Behandlung von Diabetes führend. Dabei zeigte sich, dass ihre Spritzen das Hormon GLP-1 nachahmen und dies auch zu einer signifikanten Gewichtsreduktion führt.
«Novo Nordisk und Eli Lilly werden den grossen Teil des wachsenden Marktes für Abnehmpräparate einnehmen», analysiert Thomas Heimann von der Zuger HBM Healthcare Investments, die auf Biotech-Unternehmen spezialisiert ist. Dennoch ist er überzeugt, dass es Platz für weitere Anbieter gibt – vor allem, wenn es um weitere Indikationen und modifizierte Wirkmechanismen geht. «GLP-1 Medikamente sind seit knapp 20 Jahren auf dem Markt. Das sind keine allzu komplexen Moleküle, die man nicht kopieren könnte.» Vorerst bleiben die wichtigsten Umsatzträger bis Anfang der nächsten Dekade patentgeschützt.
In der Schweiz erwarb Roche mit der Akquisition von Carmot Therapeutics im Dezember 2023 drei Produktkandidaten, die auf dem GLP-1 Wirkmechanismus aufbauen und den Muskelschwund vorbeugen. Am Donnerstag meldeten die Basler überraschend positive Daten, wonach dies in nur sechs Monaten zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von knapp 19% führte. Damit könnte Roche mit den Medikamenten von Eli Lilly und Novo Nordisk mithalten. Der Chief Medical Officer von Roche spricht in der Medienmitteilung sogar vom Potenzial, dass dies die «Best in Class Therapy» wird.
Zugerberg Finanz KidsDay – Rückblick
Am 8. Mai wurde in Steinhausen der 10. Zugerberg Finanz KidsDay ausgetragen. Über 130 Kinder kämpften voller Eifer trotz des windigen und etwas kühlen Wetters um die Spitzenplätze des spannenden Fussballturniers. Einen Rückblick zu diesem sportlichen Nachmittag finden Sie hier.
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – How Fit is Your Swiss Pension?
Am Donnerstag, 23. Mai 2024 findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.
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Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2024
Am Montag, 17. Juni 2024 und Mittwoch, 19. Juni 2024 findet im KKL in Luzern sowie im Theater Casino in Zug die 33. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. Durch das Programm führen Timo Dainese, Gründer und geschäftsführender Partner sowie Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom und geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz.
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