Die positive Berichterstattung zum ersten Quartal 2024 hält an. Tech-Giganten wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Apple konnten als Folge davon an der Börse zulegen. Microsoft hielt dabei die Stellung als wertvollstes Unternehmen der Welt. Doch deren schwungvoller Start in den Mai kommt beim Franken-Anleger nicht gänzlich an. Der Dollar erlitt in den ersten drei Mai-Tagen eine deutliche Werteinbusse (-1.6%), welche sich noch fortsetzen könnte. Von der sich aufhellenden Konjunktur profitierte der führende Bauchemiekonzern Sika mit seinen acht Wachstumsthemen in über hundert Ländern. Die wohl globalste Schweizer Unternehmung wird sowohl in ihrer Entwicklung als auch in ihrem Potenzial jedoch immer noch fundamental unterschätzt. Die SMI-Schwergewichte wie Nestlé, Novartis und Roche, aber auch Zurich Insurance und Swisscom hatten in der vergangenen Woche nachrichtenlos ein leichtes Minus zu verzeichnen. Bei den kleineren Unternehmen in unserem Portfolio kletterte Swissquote auf ein Allzeithoch. Generell hält die optimistischere Sicht der Unternehmen gegenüber deren Perspektiven von vor einem halben Jahr an. Die Gewinnprognosen wurden insbesondere in europäischen Unternehmen erhöht, was sich früher oder später auch in höheren Kursen niederschlagen dürfte. Abgesehen von den Banken, deren Nettozinserträge mit sinkenden Inflationsraten und Leitzinsen wieder etwas rückläufig tendieren, erfreuen sich sämtliche Branchen über verbesserte Finanzierungskonditionen. Das spüren auch die Anleihensanleger, denn die Risikoneigung bleibt erhöht und sorgt für eine Verengung der Risikoprämien – selbst bei bescheidener Bilanz- und Ertragsqualität. Positiv klang zuletzt auch die beruhigende Zunahme der Beschäftigten in der US-Privatwirtschaft um 167’000 und die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst um 8’000. Der Anstieg der Beschäftigung im öffentlichen Dienst war der geringste seit Dezember 2022 und zeigt, dass sich die Einstellungen in diesem Bereich gegenüber dem robusten Tempo der letzten Jahre zu verlangsamen beginnen (der durchschnittliche Anstieg über die vorangegangenen 12 Monate betrug 55’000). Gegenwärtig scheint das gesamte Beschäftigungswachstum mit +1.8% im Jahresvergleich gesund zu sein und immer noch höher als der Trend vor der Pandemie. Das widerspiegelt das gestiegene Arbeitskräfteangebot, die höhere Erwerbsbeteiligung von Personen im Alter von 25 bis 54 Jahren und die anhaltend starke Zuwanderung. Wichtig ist, dass die US-Wirtschaft robust wächst, dabei jedoch nicht überhitzt. Im Gegensatz zur Schweiz nimmt die US Federal Reserve inzwischen keine Inflationsprognosen mehr vor und zeigt sich vollkommen datenabhängig. Weil diese jedoch naturgemäss vergangenheitsbezogen sind, besteht dadurch die erhöhte Gefahr von geldpolitischen Fehlern, z. B. einem zu späten Reagieren auf makroökonomische Veränderungen. Inzwischen ist diese Gefahr geringer, denn mit dem tendenziell inflationsärmeren Realwachstum befinden sich die USA auf einem guten Pfad. Es sei «unwahrscheinlich, dass der nächste geldpolitische Schritt eine Zinserhöhung sein wird», sagte der Fed-Chef Jerome Powell am vergangenen Mittwoch.
Die alte Börsenweisheit «Sell in May and go away» schwingt anfangs Mai immer mit. Das hängt damit zusammen, dass die ersten vier Monate oftmals einen deutlich positiven Eindruck hinterlassen, ehe eine viermonatige Flaute eintrifft. Saisonal stark ist jeweils das letzte Drittel im Jahr. Es gibt in diesem Jahr jedoch eine heftige Ausnahme von diesem saisonalen Muster. Betrachten wir den Swiss Market Index (SMI) in den letzten 20 Jahren, resultierte jeweils im April das stärkste Plus im ersten Jahresdrittel. Danach konsolidierte der SMI, ehe er ab September wieder alles durchschnittlich positive monatliche Renditen verzeichnete. Doch im laufenden Jahr enttäuschte der April im SMI aussergewöhnlich stark. Mit -4.0% wurde die schwächste April-Performance in der gesamten Geschichte verzeichnet, d. h. nach einem erfreulichen Jahresstart konsolidierte der SMI sehr stark. Mit 12’273 Punkten liegt er nur gerade 1.2% höher als zu Jahresbeginn. Dabei erkennen wir deutlich mehr Potenzial. Konjunkturell erarbeitet sich die amerikanische Volkswirtschaft allmählich ein «No Landing» und verdrängt damit die Angstszenarien wie «Hard Landing» (Rezession) und «Soft Landing» (Stagnation). Die Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklungen in den USA bestätigen jedenfalls diese gesunde Entwicklung. Die US-Arbeitslosigkeit ist überhaupt noch nie 27 Monate lang unter der historisch tiefen 4% Marke gelegen. Gleichzeitig ist robuste Arbeitsmarkt keinesfalls überhitzt. Mit sieben Cents Stundenlohnzuwachs (+0.2%) im vergangenen Monat zeigt sich auch diese Entwicklung von der vorteilhaften Seite. In Europa liegen die durchschnittlichen BIP-Wachstumsraten im ersten Quartal 2024 überraschend hoch. In Spanien war das Wachstum zuletzt bei eindrücklichen +2.4%. Seit Jahresbeginn werden die Wachstumsprognosen für Europa erhöht. Zugleich bleibt der Disinflationsprozess auf Kurs, was der Europäischen Zentralbank ermöglichen wird, die Leitzinsen von 4.0% in vierteljährlichen Schritt auf den Endsatz von 2.25% beinahe zu halbieren. Über rosige Aussichten mitten in Europa darf sich auch die Schweiz erfreuen. Hier kommt der konjunkturelle Frühling ebenfalls an, wenn auch mit einer leicht erhöhten Inflationsrate von 1.4%. Statt jetzt Aktien zu verkaufen, halten wir in diesem Frühjahr nach dem April-Rückgang diverse Aktien für zukaufenswert.
Zugerberg Finanz Wandertag Mai 2024
Am Freitag, 17. Mai 2024 findet der 18. Zugerberg Finanz Wandertag statt. Da der Rundweg auf dem Pilatus saisonbedingt noch nicht «wanderbar» ist, absolvieren wir den kommenden Wandertag entgegen ersten Aussagen wieder einmal in der Umgebung des Zugerbergs.
Zur Anmeldung
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – How Fit is Your Swiss Pension?
Am Donnerstag, 23. Mai 2024 findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.
Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2024
Am Montag, 17. Juni 2024 und Mittwoch, 19. Juni 2024 findet im KKL in Luzern sowie im Theater Casino in Zug die 33. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. Durch das Programm führen Timo Dainese, Gründer und geschäftsführender Partner sowie Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom und geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz.