In der vergangenen Woche sind unsere Aktien überdurchschnittlich angestiegen. Die wachsende Konjunkturzuversicht und nachlassende Zinssorgen liessen Aktienmärkte rund um den Globus steigen. Und einige unserer Titel haben auch Nachholbedarf nach dem miesen letzten Jahr. Die Versicherungswerte haben sich besonders gut entwickelt, vor allem unser Favorit: Swiss Life (+4.8% in der vergangenen Woche auf +23% seit Jahresbeginn) berichtete über das letzte Jahr und liess nach dem «höchsten Reingewinn aller Zeiten» mit Optimismus in die Zukunft blicken. Umso interessanter ist dies für langfristige Anleger, denn das gegenwärtige Kurs/Gewinn-Verhältnis ist mit 12 weiterhin moderat. Dabei fällt die Dividendenrendite von über 5% stattlich aus.
Die starke Dividendenerhöhung auf 30 Franken (+5 Franken) zeugt von der Zuversicht in die Resilienz des Geschäftsmodells. Der starke Kommissionsertrag aus dem Swiss Life Vorsorgegeschäft untermauert, dass das ambitionierte Zielband von 850 bis 900 Millionen Franken bis 2024 realistisch ist. Zurückhaltender war Swiss Life dagegen im Verkauf von traditionellen Lebensversicherungen, welche im Vergleich zu den anlagegebundenen BVG-Produkten mehr Eigenkapital binden. Brillant war schliesslich das Immobiliengeschäft, das auf organisches Wachstum und spannende Entwicklungsprojekte zurückgeht. Swiss Life mit über 2’200 Professionals managt und verwaltet Immobilien im Wert von 116 Milliarden Franken. Damit sind sie marktführend in Europa. Dabei setzt Swiss Life Wert auf hohe Standards. Für den Energiekonzern Engie baut sie beispielsweise den Hauptsitz in Paris La Garenne-Colombes für rund eine Milliarde. Das gesamte Öko-Vorzeigeprojekt in der La Défense ist derart konstruiert, dass es CO2 neutral sein wird, wenn in der grün überwachsenen Gebäudelandschaft Engie seinen Hauptsitz im kommenden Jahr einrichten wird.
Kühne+Nagel legten ebenfalls zu (+18% seit Jahresbeginn). Die Dividende wird von 10 auf überraschend hohe 14 Franken (+40%) angehoben. Am Kapitalmarkttag hat der CEO Stefan Paul dargelegt, dass die zwei Jahre dauernde Sonderkonjunktur in der Branche vorbei sei. Der Transport von Waren rund um den Globus laufe wieder in geordneten Bahnen, was Kostensenkungsmassnahmen erfordere. Kühne+Nagel verfolgt mit der «Roadmap 2026» eine Strategie, die sich vom Massengeschäft der meisten Spediteure unterscheidet und darauf ausgerichtet, die Vision 2030 («the most trusted supply chain partner supporting a sustainable future») zu verwirklichen. «Wir wollen nicht der günstigste Anbieter im Markt sein, sondern die beste Qualität liefern.» Damit gibt Paul die Richtung vor. Mehr Gewicht erhalten Themen wie Lieferkettensicherheit, mit IT-Systemen von Kunden und Lieferanten vernetzte Transportmanagementsysteme und cloudbasierte Realtime-Informationen.
Man kann über die Entwicklung von Zinsen, Inflation und vielerlei mehr spekulieren. Auch «weiche» konjunkturelle Indikatoren wie Umfragen unter Einkaufsmanagern mögen zu diesen täglich sich ändernden Einschätzungen führen. Fakt ist, dass die Unternehmen nicht von Umfragewerten und Zinsspekulationen leben, sondern dem harten Markt ausgesetzt sind. Entweder wird ihr Produkt zum angeschriebenen Preis gekauft oder nicht, und in letzterem Fall, käme dies allzu häufig vor, führte dies zu einer steigenden Lagerhaltung, die durch sinkende Preise oder durch schlichte Abschreibungsprozesse aufgelöst werden können.
Es ist letztlich die reale Wirtschaft, die zählt – nicht Umfragen und schon gar nicht Prognosen. Im Gegensatz zu den amerikanischen CEOs, die notorisch Optimismus verbreiten und häufig gleich die jeweils gesamte Branche zu dominieren scheinen, sind europäische CEOs häufig mit wesentlich mehr Demut, vielleicht auch mit etwas mehr Weitsicht unterwegs. Europäische Unternehmen sind vielfach globaler aufgestellt, während US Unternehmen ihre Einschätzung meistens aus dem dominanten Heimmarkt ableiten. Derzeit nützen den US Unternehmen die Verkaufskünste von der obersten Ebene allerdings wenig. US Aktien sind in der breiten Masse schlicht und einfach nicht attraktiv – weder vom Bewertungsniveau, noch von der Dividendenrendite, noch als Alternative zu kurzfristigen Geldern, mit denen sich 5% und mehr erzielen lassen – in abwertungsgefährdeten US Dollars.
Dagegen überrascht derzeit ein europäisches Unternehmen nach dem anderen mit seiner Resilienz. Selbst ein eher träger VW-Konzern ist offensichtlich flexibler als GM oder Ford. Und Lufthansa erstaunt in der hart umkämpften Airline-Branche mit ihrer Solidität. In der Baubranche zeigen Saint Gobain, Sika und Holcim eindrücklich, wozu agile europäische Unternehmen auf den globalen Märkten fähig sind. Glaubwürdig moderierte auch die CEO Estelle Brachlianoff durch den Kapitalmarkttag von Veolia Environnement. Als globaler Champion in der ökologischen Transformation will der französische Konzern den Goldstandard im Offerieren von ökologischen Lösungen setzen. Solche Unternehmen nehmen wir mit Freude in unser Portfolio auf.
Ganz nebenbei: Die europäischen Aktienindizes liegen nach zwei Monaten des laufenden Jahres 6% bis 8% über den vergleichbaren Indizes aus den USA.
Korrektur bei den Steuerbelegen von bank zweiplus Depots
Der bank zweiplus ist bei den Steuerbelegen, welche unseren Kundinnen und Kunden Ende Februar zugestellt resp. in die Mailbox abgelegt wurden, bedauerlicherweise ein Fehler unterlaufen: die Cash Positionen im Strategiekonto wurden nicht berücksichtigt. Sämtliche Wertschriftenpositionen sind hingegen korrekt ausgewiesen. Die Bank arbeitet daran, die korrigierten Steuerbelege baldmöglich im E-Banking Postfach abzulegen. Wir bitten Sie, ausschliesslich die neuen Steuerbelege für Ihre Steuererklärung zu benutzen.
Zugerberg Finanz Marktupdate «Zinsen 2023 – wohin geht der Trend?»
Mittwoch, 8. März 2023 08.00 Uhr – ca. 08.30 Uhr Sprache: Deutsch Medium: Online-Event via Zoom
Zur Anmeldung
Zugerberg Finanz Wirtschaftsworkshops für Jugendliche – März 2023
Jugendliche begeistern und motivieren! Am Samstag, 11. März 2023 sowie Samstag, 18. März 2023 veranstalten wir unter den Titeln «Faszination Wirtschaft» und «Faszination Börse & Kapitalmärkte» zwei Tagesworkshops für Jugendliche. Die Tagesworkshops, die einzeln besucht werden können, richten sich an Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Den Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten, auf anschauliche Art und Weise den Wirtschaftsthemen näher zu kommen.