Wochenbericht 08/2024

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Erfreuliche Inflationsentwicklung

In der Schweiz zeigte sich die Inflationsentwicklung mit 1.3% im Januar 2024 gegenüber dem Vorjahr von seiner erfreulichen Seite. Viel weniger beachtet wurde allerdings der bedeutende Gesamtindex der Inlands- und Importprodukte: Dieser entwickelte sich in der Schweiz in jüngster Zeit stark deflationär und sank (!) gegenüber dem Vorjahr um 2.3%. Tiefere Preise zeigten vor allem Erdöl und Erdgas, Mineralölprodukte und Computer sowie alle elektronischen und optischen Erzeugnisse. Als Folge dieser überraschend stark disinflationären und deflationären Entwicklung erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit auf 54%, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) bereits bei ihrer nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung am 21. März ihren Leitzinssatz von 1.75% auf 1.50% senkt.

Über das Gesamtjahr 2024 wird mit drei Leitzinssenkungen durch die SNB gerechnet. Darin sehen sich alle bestätigt. Auch die letzten Skeptiker, was die konjunkturelle Entwicklung betrifft, sind inzwischen ins Lager jener hinübergetreten, die trotz inverser Zinskurve nicht von einer Rezession ausgehen. Die Renditen bei den Franken-Anleihen in jüngster Zeit bleiben tief. Für viele Immobilieneigentümer verbesserten sich die Aussichten auf günstige Hypothekarkredite (was sich aus den Franken-Swapkurven ableiten lässt). Für viele Mieterinnen und Mieter im Land verbesserten sich die Aussichten auf ein Ende der Mietpreiserhöhungen.

Das führte zur bislang besten Woche für den Schweizer Aktienmarkt in diesem Jahr. Mit 11’310 Punkten respektive einem Wochengewinn von +2.0% befindet sich der Swiss Market Index auf einem soliden Pfad. Von allen SMI-Titeln beendete nur gerade Kühne+Nagel (-1%) die vergangene Woche im Minus. Der Bauchemiekonzern Sika (+7%) gewann nach dem vertieften Investorengespräch rund ums Jahresergebnis und dem positiven Ausblick aufs 2024 («eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 6% bis 9% sowie ein überproportional steigender Bruttogewinn») wieder Investorenvertrauen. Die rund um den Globus angestossenen grossen Bau- und Infrastrukturprojekte und die mit sinkenden Zinsen wieder an Fahrt gewinnende Konjunktur verbessern die Marktbedingungen, wenngleich diese «herausfordernd» bleiben. Sikas Additive werden zur Abdichtung und Verstärkung von Dächern, Böden, Wänden und Brücken verwendet.

Swiss Life (+4%) profitierte speziell von den tieferen Renditen, welche ihr Immobilienportfolio glänzen lässt. Auch Schindler (+7%), deren Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige täglich mehr als zwei Milliarden in Gebäuden und an Verkehrsknotenpunkten hinauf und hinunter befördern, legte nach einem soliden Zahlenkranz und einem guten Ausblick stark zu.

Generell verbesserte sich das konjunkturelle Bild. Insbesondere in der Industrie sind spürbare Zeichen der Erholung wahrzunehmen. Das gilt jedoch nicht durchwegs für alle Branchen. Schwer tut sich beispielsweise die europäische Automobilindustrie, insbesondere im Bereich der Elektrovehikel. Diese werden eher in jenem Segment (30’000 bis 40’000 Franken) gesucht, das weltweit von chinesischen Produzenten dominiert wird.

Thema der Woche: Es verläuft fast nichts linear

In der Wirtschaft verläuft fast nichts linear. Mal gibt es einen grossen Auftrag, dann springt mal ein Kunde ab. Vielleicht kommt es an einem Ort zu einer Störung der Lieferkette, an einem anderen Standort mag mal eine Krankheit den Produktionsprozess stilllegen. Auch die Inputkosten (Energie, Rohstoffe, vorgefertigte Teile) fluktuieren häufig erratisch. Die Lokalwährung mag sich mal verteuern, oder auch verbilligen. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass der japanische Yen (lange als «sicherer Hafen» gefeiert) in weniger als zwölf Jahren mehr als die Hälfte seines Werts gegenüber dem Schweizer Franken verlieren würde?

Produzenten- und Konsumentenpreise verhalten sich auch nicht linear, weil sie besonders stark saisonalen und witterungsbedingten Veränderungen ausgesetzt sind. Im Januar erfuhr die USA eine arktische Kältewelle mit eisigen Temperaturen und Frost bis nach Florida. Im Extremwinter in den USA sorgten Eisregen, dichter Schnee und klirrende Kälte dafür, dass vielenorts der Notstand ausgerufen wurde. Strompreise explodierten, Erdgaspreise gingen durch die Decke. Winterstürme sorgten für anhaltende Unterbrüche in der Produktion. Wer Dienstleistungen in Anspruch nahm, musste sich gedulden und oftmals höhere Reise- und Service-Kosten in Kauf nehmen, welche auf die witterungsbedingten Umstände zurückgeführt werden können.

Wenig überraschend erhöhten sich im Januar 2024 die Produzentenpreise in den USA (+0.9% gegenüber dem Vorjahr). Auch die CPI-Inflation nahm in den USA zu, notabene nachdem der Dollar im Herbst kurzerhand 5% an Aussenwert einbüsste. Ein solches Monatsereignis darf keinesfalls überinterpretiert werden.

Was jedoch zentral ist: Die konjunkturelle Dynamik verbessert sich derzeit auf allen Kontinenten. Selbst in der Eurozone, wo vor kurzem noch eine umfassende De-Industrialisierung befürchtet wurde, konnte die Wirtschaft eine Rezession vermeiden. Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich im Februar den siebten Monat in Folge. Der ZEW Stimmungsbarometer liegt inzwischen auf dem höchsten Stand seit Februar 2023.

Die Talsohle bei den Lagerbeständen, die anziehenden Aufträge und die nachlassenden Auswirkungen der höheren Zinsen deuten auf eine weitere Verbesserung hin. Verbrauchernahe Branchen werden von der fortschreitenden Disinflation profitieren. Dies sind jene, die profitieren, wenn die Preise fallen, die Zinssätze sinken und die Löhne stabil bleiben.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

20. Februar 2024 USA: Index der Frühindikatoren Januar
21. Februar 2024 Eurozone: Konsumentenvertrauen Februar
22. Februar 2024 Japan, Eurozone, USA: PMI Einkaufsmanagerindizes Februar
23. Februar 2024 Deutschland: ifo Geschäftsklima und Erwartungen Februar

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 14. März 2024 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – What now? The Rate Reversal

Am Donnerstag, 29. Februar 2024 findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.


Zugerberg Finanz Wandertag – Mai 2024

Am Freitag, 3. Mai 2024 (Verschiebedatum: Freitag, 17. Mai 2024) findet die 18. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wandertags statt. Merken Sie sich das Datum vor.

Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zu einem späteren Zeitpunkt über den Veranstaltungsbereich unserer Webseite abrufbar sein.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.23
SMI 11'310.6 +1.6%
SPI 14'799.0 +1.6%
DAX € 17'117.4 +2.2%
Euro Stoxx 50 € 4'765.7 +5.4%
S&P 500 $ 5'005.6 +4.9%
Dow Jones $ 38'628.0 +2.5%
Nasdaq $ 15'775.7 +5.1%
MSCI EM $ 1'016.2 –0.7%
MSCI World $ 3'285.1 +3.7%
Obligationenmärkte Seit 31.12.23
SBI Dom Gov TR 208.3 –3.1%
SBI Dom Non-Gov TR 114.7 –0.2%
Immobilienmärkte Seit 31.12.23
SXI RE Funds 475.7 +2.9%
SXI RE Shares 3'155.5 –1.7%
Rohstoffe Seit 31.12.23
Öl (WTI; $/Bbl.) 79.2 +10.5%
Gold (CHF/kg) 57'007.3 +2.2%
Wechselkurse Seit 31.12.23
EUR/CHF 0.9493 +2.2%
USD/CHF 0.8806 +4.7%
EUR/USD 1.0777 –2.4%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.69% 1.7%–1.9% 1.2%–1.3%
EUR 3.93% 3.7%–4.0% 3.0%–3.2%
USD 5.31% 5.3%–5.5% 4.0%–4.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.94% 0.7%–1.0% 0.8%–1.1%
EUR 2.39% 2.2%–2.5% 2.0%–2.2%
USD 4.28% 3.6%–3.8% 3.0%–3.3%
Teuerung
2022 2023 2024P
Schweiz 2.8% 1.5% 1.3%
Euroland 8.5% 2.6% 2.2%
USA 8.0% 3.0% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2022 2023 2024P
Schweiz 2.2% 1.3% 1.6%
Euroland 3.3% 1.2% 1.8%
USA 1.9% 2.6% 2.0%
Global 3.0% 2.9% 3.0%
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