Das Anlagejahr 2021 fand einen guten Abschluss. Seit Oktober legte der Swiss Market Index (SMI) um satte 10.6% zu. Der SMI beendete das vergangene Jahr bei knapp 12’875 Punkten (+2’172 Punkte). Das sind 20.3% mehr als zu Jahresbeginn. Dabei sah es gar nicht immer derart gut aus. Bis Ende des dritten Quartals legte der Index «nur» 8.8% zu. Danach folgte das eindrückliche Schlussquartal. Es war mit Abstand das beste Schlussquartal der letzten zehn Jahre und das fünftbeste Quartal der letzten 100 Jahre überhaupt, d.h. seit Beginn dieses Jahrhunderts. In dieser Periode lag die SMI-Dezemberrendite (+5.9%) so hoch wie nie zuvor.
In den letzten zehn Jahren legte der SMI in sieben Jahren zu und in drei Jahren (2015, 2016 und 2018) verlor er. Doch offensichtlich kehrte sich der Blick der Anleger trotz der vierten Covid-Welle ins Positive, weil mit den steigenden Infektionszahlen verhältnismässig immer weniger Hospitalisierungen, schwere Krankheiten und Todesfälle einhergehen. Zudem sind therapeutische Fortschritte zu beobachten, z.B. dank Pfizers Medikament Paxlovid, welches eine Wirksamkeit von 90% zur Vermeidung von Hospitalisierung und Tod bei Hochrisikopatienten erzielt. Unter Epidemiologen wird zudem ein wahrscheinlicher Übergang in die epidemiologisch wichtige, beherrschbare Endemie im Laufe dieses Jahres erkennbar. Das verbessert die positive Grundstimmung und Zuversicht. Wir wissen heute viel mehr als vor 12 Monaten. Auch deshalb haben sich die dunkelsten Gewitterwolken, die Angst verbreitet haben, verzogen.
Ausserdem hielt die Konsumneigung in den letzten Wochen ununterbrochen an. Die Auswertungen aus dem Kreditkartengebrauch zeigen, dass der Konsum in der vierten Welle keine Delle erlitt. Der Internationale Währungsfonds geht in Kenntnis der pandemischen Unsicherheiten in seinem Hauptszenario für das Jahr 2022 von einem starken weltwirtschaftlichen Wachstum in der Grössenordnung von 5% aus.
Die schlimmsten Engpässe in der globalen Lieferlogistik liegen hinter uns, erzählen industrielle Insider mit anekdotischer Evidenz. Zuletzt fielen auch deshalb sichtbar Energiepreise, Frachtkosten und Rohstoffnotierungen. Das wirkt dämpfend auf die Inflationsperspektiven. Dennoch wird es angesichts der robusten Wirtschaftsperspektiven nicht erstaunen, wenn das laufende Jahr von den wesentlichen Zentralbanken dazu genutzt wird, in sanften Schritten die «Normalisierung» der Leitzinsen anzustreben.
In den letzten zehn Jahren warf der SMI eine jährliche Rendite von imposanten 11.6% ab. In den zehn Jahren zuvor blieb er weitgehend stabil und sorgte unter dem Strich lediglich für eine leicht positive Jahresrendite von +1.4%. Bei Aktienengagements gilt es immer, langfristig zu denken und sich nicht durch Schwankungen irritieren zu lassen. Jedenfalls dürften die Aktienrenditen weiterhin die Banksparzinsen deutlich übertreffen.
Vor 20 Jahren wurde das Eurobargeld eingeführt. Es handelte sich um eine immense Währungsumstellung. Auch die Schweiz war davon betroffen. Viele Schweizer Haushalte hielten zuhause in separaten Couverts typischerweise italienische Lira, deutsche Mark, französische Franc, österreichische Schilling, spanische Pesos und irisches Pfund. Je nach Urlaubsort und -verlauf musste man gleich mehrere Währungen mitnehmen, um beispielsweise Mautstrassengebühren zu begleichen und Restaurantbesuche zu bezahlen.
Die elektronischen Zahlungsmöglichkeiten waren damals noch stark eingeschränkt und die Menschen liebten ihr Bargeld. Deshalb mussten 15 Milliarden Eurobanknoten gedruckt und mehr als 51 Milliarden Münzen im Wert von zusammen rund 650 Milliarden Euro auf den grössten Bargeldtausch aller Zeiten vorbereitet werden. Doch es herrschte grosse Skepsis. Die ganze Welt schien in Unordnung zu geraten, das Bekannte verschwand, und mit dem Neuen kam man zunächst eher schlecht als gut zurecht.
Doch die Sorgen blieben unbegründet. Neue Routinen gaben dem Wirtschaftsleben rasch wieder Halt. Die Inflationsraten in der Euro-Ära waren lange niedriger als zu D-Mark-Zeiten. Nach zwei Jahrzehnten lässt sich festhalten: Der Euro hat sich etabliert. Eine ganze Generation kennt keine andere Währung mehr. Die Zustimmung ist gestiegen, selbst unter den notorisch skeptischen Deutschen äusserten sich zuletzt 76% positiv zum Euro. Und bereits denkt die Europäische Zentralbank einen Schritt weiter. Sie will in fünf Jahren einen digitalen Euro präsentieren. Es soll uns auch in diesen schwierigen Tagen lehren, selbst wenn es unsere Vorstellungskraft übertrifft: Die Zukunft wird es richten.
Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde
2021 ging zu Ende, und mit ihm ein hervorragendes Jahr für unsere Kundinnen und Kunden.
Das Jahr wird auf vielen Ebenen als das bisher beste Jahr in der 21-jährigen Geschichte der Zugerberg Finanz eingehen. Vielen herzlichen Dank für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Es ist für uns nicht selbstverständlich. Mit einem Team von mittlerweile 57 Mitarbeitenden dürfen wir heute 3.2 Milliarden Schweizer Franken betreuen.
Schon liegen die ersten Tage des neuen Jahres, 2022, hinter uns. Es wird bestimmt wieder ein herausforderndes Jahr, in dem so einiges anders kommen wird als erwartet und gedacht. Lasst es uns mit Freude, Zuversicht, Demut, Leidenschaft, Respekt, Rücksicht und Humor angehen.
Wir wünschen Ihnen einen tollen Start in das neue Jahr, Gesundheit, Glück, und Zufriedenheit.
Wir wollen auch im neuen Jahr wieder hoch hinaus.
Herzlich, Timo Dainese