Wochenbericht 01/2020

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Mit Zuversicht ins neue Anlagejahr

Der SMI lag am Abend des 28. Dezember 2018 bei 8429 Punkten. Das gilt als Grundlage, um die Rendite des Jahres 2019 zu berechnen. Denn derjenige, der sich über Neujahr Gedanken gemacht hat, ob er Aktien kaufen wolle, war gleich mit einem höheren Wert (8466 Punkte am 1. Handelstag im Jahr 2019) konfrontiert. Danach ging es weiter aufwärts.

Die Entwicklungen vom Dezember 2018, massgeblich durch Algo-Trader verstärkt, erwiesen sich rasch als übertrieben. Bis Mitte 2019 legte der SMI auf 10000 Punkte zu. Da dachten viele, es könne nicht mehr weiter aufwärts gehen. Damit lagen sie falsch. Jetzt liegt der SMI bei 10730 Punkten. Es gibt plausible Gründe, dass er in den kommenden zwei Jahren bislang ungesehene Werte erklimmt.

Manche nennen das Rekord. Aber das bleibt im Kern eine falsche Denkweise. Wenn ein 100m Sprint in immer weniger Hunderstel Sekunden absolviert ist, nenne ich das gerne Rekord. Steigende Aktienkurse dagegen sind in einem inflationären Umfeld mit steigenden Preisen und vielerorts auch steigenden Gebühren und Versicherungsprämien, eher die Normalität.

Eine Stagnation oder gar nachhaltig sinkende Kurse würden schliesslich bedeuten, dass Aktien als Realwertanlage relativ günstiger würden gegenüber allen anderen wirtschaftlichen Gütern, die sich sicht- und spürbar verteuern.

Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille. Das sind die Anleihen. Sie rentieren im Segment der Top-Bonität (z.B. Staatsanleihen aus Deutschland respektive aus der Schweiz) auf viele Jahre nominal negativ. Real sieht das noch düsterer aus. Deshalb empfehlen wir da, einen wesentlichen Teil der Anleihen mit positiv rentierenden Unternehmensanleihen abzudecken.

Zaghafte Anzeichen sorgen für weitere Zuversicht. Erwähnenswert ist gewiss die Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zudem signalisiert die zunehmende Kreditvergabe an Private Haushalte (Hausbau) und Unternehmen eine verstärkte Expansion in Europa wie auch in den USA.

Der Industriesektor, der das globale Wachstum nach unten gezogen hat, stabilisiert sich. Seit inzwischen mehr als einem Jahr wird die Boeing 737-Max nicht mehr produziert. Das war der wichtigste Exportschlager der USA im Jahr 2018 und hat das dortige Wachstum des Bruttoinlandprodukts 2019 um ca. 0.5% nach unten gedreht. Bald fällt dieser Effekt weg, und das Wachstum wird sich sowohl in den USA wie auch in Europa leicht beschleunigen.

Die konjunkturelle Erholung dürfte vor allem in der ersten Jahreshälfte 2020 sichtbar werden. Deshalb starten wir mit Zuversicht ins nächste Halbjahr.

Thema der Woche: Der Euro ist robust

Vor fünf Jahren hat die Schweizerische Nationalbank den Franken-Wechselkurs von 1.20 zum Euro mit wöchentlichen Beträgen in zweistelliger Milliardenhöhe verteidigt: Bis zum 15. Januar 2015. Mitten ins Börsengeschehen platzte die Nachricht, dass die SNB entschieden habe, die Verteidigung des Mindestkurses per sofort aufzulösen.

Kurzfristig sackte der Euro auf 0.86 Rappen ab und der SMI auf 8300 Punkte. Alle Aktien notierten deutlich tiefer, besonders gelitten haben Titel der Exportindustrie. Der Uhrenkonzern Swatch verlor innert kürzester Zeit 16%. Die Medien übertrafen sich mit schwarzmalerischen Prophezeiungen für die Schweizer Wirtschaft und für Aktien.

Wir haben dieses Umfeld besonnen analysiert und bereits am Nachmittag des 15. Januars vereinzelte Aktien dazugekauft (z.B. Nestlé zu 68 Franken). Auf Schweizer Industrie­unternehmen folgten harte Jahre der Anpassung durch die hiesige Konzentration auf wertschöpfungsintensive Felder und durch die Verlagerung von wenig wertschöpfenden Tätigkeiten ins günstigere Ausland.

Auch dadurch gewann die Eurozone an Wettwerbsfähigkeit. Heute ist der Euro mit 1.10 fair bewertet. Es ist eine stabile Währung in einem Wirtschaftsraum, der sich insgesamt durch einen ausgeglichenen Staatshaushalt und durch erhebliche Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse auszeichnet. Die Europäische Zentralbank kann sich sogar einen negativen Leitzinssatz von -0.5% erlauben, ohne dass der Aussenwert der Währung fällt.

Der Euro erholte sich seit dem 15. Januar gegenüber dem Schweizer Franken um 10%. Gegenüber dem US-Dollar kam es seither zu einer leichten Abwertung von – aufs Jahr umgerechnet – weniger als 1%. Die Währung erfreut sich in der Eurozone einer bislang unerreichten Beliebtheit.

76% der Befragten aus dem Euroraum sind der Ansicht, der Euro sei gut. Das ist die höchste Unterstützung für den Euro seit dessen Einführung. Erfreulich ist zudem, dass gerade in der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen die Unterstützung mit 85% deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

30. Dezember 2019 Deutschland: Importpreisindex, Einzelhandelsumsätze November
31. Dezember 2019 China: NBS Einkaufsmanager Industrie & Dienstleistungen Dezember
2. Januar 2020 Eurozone: Markit PMI Einkaufsmanager Industrie Dezember
3. Januar 2020 USA: Protokoll-Veröffentlichung der letzten Federal Reserve (FOMC) Sitzung

Nachrichten

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – jetzt anmelden
Im Januar 2020 findet unter dem Titel «Weltwirtschaft und Kapitalmärkte 2020 – Quo Vadis?» die 25. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. Die Informations­veranstaltung wird insgesamt an drei Terminen durchgeführt und findet im KKL in Luzern und bei uns im Lüssihof in Zug statt. Bitte beachten Sie, dass die Anlässe im Lüssihof ausgebucht sind. Es besteht eine Warteliste. Für den Anlass im Luzerner Saal im KKL gibt es noch freie Plätze.

Dienstag, 21. Januar 2020
18.00 bis ca. 20.15 Uhr, Luzern

Wir freuen uns, Sie zu einem facettenreichen Anlass einzuladen und diesen Fragen zusammen mit unseren Gästen Prof. em. Dr. Urs Birchler, Prof. Dr. rer. pol. Bruno Gehrig sowie Prof. em. Dr. Bernd Schips nachzugehen.

Das Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Webseite. Wir freuen uns auf Sie.

Frohes neues Jahr
Wir möchten die Gelegenheit nutzen, Ihnen, geschätzte Kundinnen und Kunden, für Ihr Vertrauen zu danken. Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten einen guten Rutsch und für 2020 viel Glück, gute Gesundheit, ganz viel Erfolg, genügend Geduld und Gelassenheit und von Herzen alles Gute!

Herzlich, Timo Dainese

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.18
SMI 10'730.2 +27.3%
SPI 12'972.2 +32.0%
DAX € 13'337.1 +26.3%
Euro Stoxx 50 € 3'782.3 +26.0%
S&P 500 $ 3'240.0 +29.2%
Dow Jones $ 28'645.3 +22.8%
MSCI EM $ 1'118.6 +15.8%
MSCI World $ 2'364.9 +25.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.18
SBI Dom Gov TR 236.6 +5.0%
SBI Dom Non-Gov TR 119.6 +2.8%
Immobilienmärkte Seit 31.12.18
SXI RE Funds 442.0 +22.2%
SXI RE Shares 3'308.0 +38.4%
Rohstoffe Seit 31.12.18
Öl (WTI; $/Bbl.) 61.7 +35.9%
Gold (CHF/kg) 47'350.5 +16.9%
Wechselkurse Seit 31.12.18
EUR/CHF 1.0892 –3.2%
USD/CHF 0.9750 –0.8%
EUR/USD 1.1177 –2.4%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.69 −0.8 - −0.7 −0.8 - −0.7
EUR –0.42 −0.4 - −0.3 −0.2 - −0.1
USD +1.94 +1.8 - +2.1 +1.8 - +2.1
Langfristige Zinsen
10J Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.52 −0.6 - −0.4 −0.2 - −0.1
EUR –0.23 −0.4 - +0.3 −0.0 - −0.4
USD +1.88 +1.9 - +2.3 +2.0 - +2.4
Teuerung
2019P 2020P 2021P
Schweiz +1.0% +1.0% +1.4%
Euroland +1.5% +1.6% +1.6%
USA +2.1% +1.6% +2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2019P 2020P 2021P
Schweiz +1.4% +1.5% +1.5%
Euroland +1.4% +1.5% +1.6%
USA +2.2% +1.6% +2.0%
Global +3.5% +3.0% +3.2%
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