Die Gemeinschaftswährung Euro durchläuft derzeit eine schwierige, aber entscheidende Phase. Es besteht die Chance, dass sich in Europa ein vertieftes gemeinsames wirtschafts- und sozialpolitisches Verständnis entwickelt.
Der Blick zurück ist aufschlussreich: Im Kontext eines kriegsversehrten Europas entwickelte sich rund um die «Rhein»-Achse der sich seit Jahrhunderten in kriegerischen Konflikten zerreibenden Völker eine friedenssichernde, gemeinschaftliche Idee. Frankreich und Deutschland entwickelten und leiteten den Kerngedanken der schliesslich 1957 gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft: Die Schaffung eines gemeinsamen Marktes. Die Gemeinschaft umfasste neben Belgien, Italien, Niederlande und Luxemburg drei weitere Länder und einen Kleinstaat. Grossbritannien, Irland, Dänemark (1973), Griechenland (1981) sowie Spanien und Portugal (1986) liessen die Gemeinschaft auf zwölf Länder anwachsen. Erst im Jahr 1993 gründete man mit dem Maastrichter Vertrag die Europäische Union (EU). Es handelt sich heute also allesamt um EU-Institutionen, die noch keine zwanzig Jahre alt sind und deren Wirkungsfeld seit ihren Geburtsstunden stets verändert wurden.
Erst im Jahr 1993 gründete man mit dem Maastrichter Vertrag die Europäische Union (EU). Es handelt sich heute also allesamt um EU-Institutionen, die noch keine zwanzig Jahre alt sind und deren Wirkungsfeld seit ihren Geburtsstunden stets verändert wurden. Parallel zur Festlegung von Aufgaben und Kompetenzen erfuhr die EU eine kleine Expansion im Jahr 1995 (Österreich, Schweden, Finnland) und eine grosse Expansion im Jahr 2004 (Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern). Die letzten Beitrittsländer (Bulgarien und Rumänien) sind 2007 dazugestossen. Weitere Länder zählen zu den Beitrittskandidaten, als gesellschaftlich und wirtschaftlich wohl wichtigste Nation die Türkei. Aus dem historischen Kontext heraus war es erwünscht, dass sich immer mehr Länder der Gemeinschaft und später der Union anschliessen würden. Heute mag man beanstanden, dass es zu rasch zu viele waren. Aber die friedensstiftende Gründeridee überzeugt nach vie wor. Man stelle sich beispielweise vor, dass Griechenland und Türkei inskünftig nicht je fünf Prozent ihres Bruttoinlandproduktes in zu einem erheblichen Teil sinnlose Militärausgaben lenken, wie sie es heute tun, sondern stattdessen in Bildung und Forschung investieren.
Interesse geweckt? Lesen Sie weiter – Prof. Dr. Maurice Pedergnana erläutert und analysiert in der aktuellen Ausgabe des io management Magazins die EU als komplexes aber einheitliches Gebilde und zeigt die Mechanik der Geld- und Fiskalpolitik innerhalb der EU auf. Den gesamten Artikel finden Sie hier