Die ersten Nachrichten-Häppchen rund um Uli Hoeness haben mich wenig überrascht. Das unablässige Streben mancher Menschen, die in und rund um Fussballstadien alles dem Erfolg untergeordnet haben, ist bezeichnend für dieses Geschäft. Wobei Erfolg oberflächlich gemessen wird an irgendwelchen nationalen oder internationalen Titeln. Tiefgründiger betrachtet geht es um die Eitelkeiten der Financiers, der Präsidenten und der Klubmanager: je eher sie sich über dem Mittelmass sehen, desto eher sind sie bereit, dafür Ressourcen einzusetzen. Legale und illegale, legitime und illegitime. Der europäische Spitzenfussball wird bewegt und beherrscht von regionalen Baulöwen, Unternehmensmilliardären, russischen Oligarchen und arabischen Prinzen, die sich Spieler wie Gladiatoren halten. Der politisch und sportlich bestens vernetzte Uli Hoeness ist die Verkörperung eines zentralen Knotenpunkts im Netzwerk solcher Ressourcen. Sein Klub nähert sich dem Gipfel im europäischen Fussball, der Präsident dem Tiefpunkt.
Vordergründig gab er sich sozial und jovial, manchmal gerecht und nicht selten selbstgerecht. Hinter den Kulissen war er Manager wie andere auch: in seinem Netzwerk mit Insiderwissen handelnd und Milliardäre in die Finanzierung von teuren Transfers involvierend. Jedes Pokerspiel verläuft fairer als ein Spielertransfer. Zur Finanzierung werden auch Offshore-Konstruktionen bemüht. Und Barzahlungen von Transfers und Vermittlergebühren zwecks Steuerhinterziehung. Die Drogen des Fussballsports lauten nicht EPO, sondern sind Insiderwissen, Geldwäsche, Spielwetten und Tricksereien.
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