Wochenbericht 17/2023

Publikationen

Berichtssaison in vollem Gang

Gegenwärtig wird über das erste Quartal 2023 berichtet. In westeuropäischen Ländern haben die ersten Resultate mehrheitlich überzeugt. In den USA fiel das Bild durchmischt aus. Die Gewinne für das erste Quartal haben bisher mit +4% nach oben für den Stoxx Europe 600 überrascht. Die Umsätze übertrafen die Erwartungen um +1%. Obschon die Margenentwicklung im ersten Quartal (vorübergehend) leicht rückläufig war, blieben auch die jüngsten Gewinnschätzungen für 2023 seit Jahresbeginn in Europa unverändert. Aufgrund von Indikatoren wie Einkaufsmanagerindizes und Auftragseingängen sowie der starken Zunahme an Aktivitäten in China und in Indien wurden selektiv die Gewinnschätzungen erhöht.

Der breite europäische Index Stoxx Europe 600 stieg seit Jahresbeginn um 10%. Bei der Analyse der Rallye stellen wir fest, dass stark defensiv ausgerichtete Aktien aus den Bereichen Konsumgüter, Telekommunikation und Technologie an der Spitze stehen. Zyklische Werte bleiben zurück, insbesondere Energie und Grundstoffe. Die Schweizer Aktien bilden da keine Ausnahme. Der Swiss Market Index (SMI) zog sich in einem schwierigen Marktumfeld seit Jahresbeginn achtbar aus der Affäre. Der SMI rückte auf 11’460 Punkte vor (+6.8% seit Jahresbeginn).

In der Schweiz erfreute zuletzt der Margenausblick des Bauchemiekonzerns Sika (+3% in der vergangenen Woche). Auf ein neues Jahreshöchst hievte sich die BKW-Aktie (+4%). Auch Aktien, welche bislang eher zurückblieben, legten eine gute Wochenperformance hin: Nestlé und Givaudan (je +3%), Zurich und SGS (je +2%). Bei unseren internationalen Titeln war mit SAP der grösste europäische IT-Konzern der Wochengewinner (+5%). Die hohe Wachstumsdynamik (Konzernumsatz +10% im ersten Quartal) ist insbesondere der Cloudsoftware (+24%) zu verdanken. Unverändert blieb dagegen der ohnehin schon stattliche Kurs von Apple. Der innovative Technologiekonzern bietet nach dem Zahlungsdienst «Apple Pay» seit jüngstem auch eine Banksparlösung in Zusammenarbeit mit GoldmanSachs an, in der Dollar-Guthaben derzeit zu 4.15% verzinst werden. Auch das Geschäft mit «Buy Now, Pay Later» nimmt zu.

Die positive Nachricht aus den USA besteht darin, dass die Bankenkrise das Konsumentenvertrauen nicht einzuschüchtern vermochte. Der Konsum bleibt eine unerschütterliche Quelle des Wachstums, das derzeit auf real +2.2% mehr als vor einem Jahr geschätzt wird. Die Arbeitnehmer profitieren weiterhin von günstigen Beschäftigungsaussichten. Wir gehen davon aus, dass der Arbeitsmarkt weiterhin angespannt bleibt und die Arbeitslosenquote bis Ende des Jahres nur geringfügig ansteigen wird. Die Verschuldung der privaten Haushalte, die Kosten für den Schuldendienst und die überfälligen Raten befinden sich im historischen Vergleich allesamt auf einem tiefen Niveau. Die Sparquote ist überdurchschnittlich hoch, auch dank des Einkommenswachstums. Mit anderen Worten: Der nordamerikanischen Wirtschaft steht dank steigenden real verfügbaren Einkommen eine «weiche Landung» bevor, kaum eine Rezession.

Thema der Woche: Unternehmerische Verbesserungen

Mit unserer Selektion fokussieren wir auf Unternehmen, die sich verbessern. Dies wird laufend überprüft. So erfreute uns das starke organische Wachstum (+8%) von Holcim im ersten Quartal bei gleichzeitiger Margenverbesserung, die auf Preiserhöhungen und auf einen besseren Portfoliomix zurückzuführen ist. Das hat den Konzern bereits im vierten Monat veranlasst, die Guidance für das laufende Gesamtjahr deutlich zu erhöhen.

Bossard erzielte ebenfalls ein organisches Umsatzwachstum von +8% in Lokalwährung, allerdings bei einer verringerten Marge. Mit einem Anteil von 3% am globalen Markt für industrielle Verbindungstechnik bietet das Unternehmen dem geduldigen Langfristinvestor viel Wachstumspotenzial. Getragen wurde das Wachstum von Nord- und Südamerika (+17%), wo Bossard von der fortgesetzten Diversifikation seines Kundenstamms profitierte.

Beim Flughafen Zürich verbesserten sich die Passagierzahlen auf 85% des vorpandemischen Niveaus. Im Einzelhandel liegt der Gesamtumsatz praktisch wieder auf dem Niveau von 2019, was jedoch auch dem neuen Airside-Geschäft zu verdanken ist. Da besteht weiterhin Expansionspotenzial. Die Rentabilität steigern wird auch der höhere Anteil an Immobilienerträgen, die starke Entwicklung des Flugverkehrs sowie der erhöhte Sitzladefaktor in den kommenden Quartalen.

In der Automobilbranche herrscht Verunsicherung, weil der amerikanische Wettbewerber Tesla auf heftige Marktanteilsverluste mit kräftigen Preissenkungen reagiert. Renault (von der wir Anleihen haben) ist jedoch nicht bereit, diese Preisspirale nach unten mitzugehen. Mercedes bleibt auch im ersten Quartal auf Erfolgskurs und kann sich hohe Preise leisten. Der Betriebsgewinn bei diesem tief bewerteten Unternehmen hat auf 5.5 Milliarden Euro (+5%) zugenommen. Während Material- und Entwicklungskosten die Marge drückten, konnte Mercedes mit höheren Absätzen und einem verbesserten Produktmix überzeugen. Die AMG-Modelle legten um knapp die Hälfte zu, die G-Klasse um fast ein Viertel.

SAP ist wieder zurück auf der Gewinnspur. Noch wichtiger erscheint, dass die Künstliche Intelligenz (KI) zu einem bedeutenden Angebot wird. SAP verfügt bereits heute über 50 Anwendungsfälle, in denen KI eine Rolle spielt: vom Maschinenlernen bis hin zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. Auf der Kundenmesse vom 16. Mai werden auch die Mittelfristziele für 2025 bekannt gegeben.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

25. April 2023: USA: Conference Board Konsumentenvertrauen April
27. April 2023: USA: Reales Wirtschaftswachstum 1. Quartal 2023
28. April 2023: USA: PCE Kerninflation und Inflation März
30. April 2023: China: NBS Einkaufsmanagerindizes April

Veranstaltung

Geld anlegen ist auch Vertrauens­sache

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – 23. Mai 2023

Konsument:innen sind kritischer. Das gilt auch für die Finanzindustrie. Jahrelange Treue zur Hausbank? Warum denn? Unkritische Beurteilung der Investments und Anlagelösung? Sicher nicht! Kein Verhandeln von Gebühren? Ohne mich!
Gut so. Die Ansprüche der Menschen haben sich verändert. Geld anlegen ist nicht nur eine Frage des Know-how. Es ist heute mehr denn je auch Vertrauenssache. Nahbarkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit, Transparenz – das sind die Werte, auf die unser Unternehmen erbaut ist. Seit nunmehr 23 Jahren unterstützen wir private und institutionelle Anleger jeglicher Grösse bei ihren Anlagen. Dabei gilt seit jeher: Wir kaufen für unsere Kundinnen und Kunden nur, was wir für uns selber auch kaufen.
Die Zugerberg Finanz zählt heute zu den grössten unabhängigen Vermögensverwaltern der Schweiz. Wir sind ein lokales, inhabergeführtes Unternehmen, frei von jeglichen Interessenskonflikten und mit eindrücklichem Leistungsausweis. Uns zeichnet im Weiteren aus, dass wir Lösungen für jede Vermögens- und Lebenslage anbieten.
Wenn Sie sich also aktuell die Frage stellen, wohin Sie mit Ihrem Vermögen oder Ihren monatlichen / jährlichen Sparplänen gehen sollen, empfehlen wir Ihnen, nebst klassischen Banken auch das Angebot eines unabhängigen Vermögensverwalters zu prüfen.
Damit Sie sich kostenlos und unverbindlich ein Bild von uns machen können, laden wir Sie gerne zu unserer Informationsveranstaltung am Dienstag, 23. Mai um 18.30 Uhr zu uns nach Hause, auf den historischen Lüssihof in Zug ein.

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.22
SMI 11'460.6 +6.8%
SPI 15'049.4 +9.6%
DAX € 15'881.7 +14.1%
Euro Stoxx 50 € 4'408.6 +16.2%
S&P 500 $ 4'133.5 +7.7%
Dow Jones $ 33'809.0 +2.0%
Nasdaq $ 12'072.5 +15.3%
MSCI EM $ 980.7 +2.5%
MSCI World $ 2'823.1 +8.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.22
SBI Dom Gov TR 201.0 +5.2%
SBI Dom Non-Gov TR 110.1 +1.2%
Immobilienmärkte Seit 31.12.22
SXI RE Funds 448.8 +2.0%
SXI RE Shares 2'982.8 +2.9%
Rohstoffe Seit 31.12.22
Öl (WTI; $/Bbl.) 77.9 –3.0%
Gold (CHF/kg) 56'889.0 +4.9%
Wechselkurse Seit 31.12.22
EUR/CHF 0.9806 –0.9%
USD/CHF 0.8923 –3.5%
EUR/USD 1.0986 +2.6%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.41% 1.2%–1.3% 1.4%–1.6%
EUR 3.26% 2.5%–2.7% 3.2%–3.5%
USD 5.07% 4.8%–5.0% 4.4%–4.7%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.14% 1.3%–1.5% 1.4%–1.6%
EUR 2.47% 2.4%–2.7% 2.7%–3.0%
USD 3.57% 3.6%–3.9% 3.3%–3.6%
Teuerung
2022P 2023P 2024P
Schweiz 2.8% 2.3% 2.0%
Euroland 8.5% 6.0% 2.2%
USA 8.0% 4.0% 2.5%
Wirtschaft (BIP real)
2022P 2023P 2024P
Schweiz 2.2% 0.8% 1.5%
Euroland 3.3% 1.0% 1.0%
USA 1.9% 1.0% 1.0%
Global 3.0% 2.2% 2.4%
Zurück zu News