Wochenbericht 39/2020

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Immobilien profitieren von günstigen Zinsen

Der Swiss Market Index (SMI) setzte seinen Aufwärtstrend in der vergangenen Woche fort und rückte um weitere 100 Punkte oder 1.0% auf 10539 Punkte vor. Damit ging der SMI nicht nur auf dem höchsten Wochenend-Niveau seit Februar aus dem Handel. Er erreichte am Freitag bei 10587 Punkten auch ein neues Erholungshoch. Dagegen setzte sich der Rückgang der US-Aktien fort. Am stärksten betroffen waren IT-Schwergewichte wie Apple, Amazon und Google, die zuletzt 15% bis 20% unter ihren Höchstwerten lagen.

Angetrieben wurde der Schweizer Markt zunächst von ermutigenden Konjunkturdaten aus China und Deutschland. In der Eurozone nimmt die Bautätigkeit zu, insbesondere im privaten Bereich, und zwar von der Ostsee bis Portugal. Das ist eine konkrete Folge der tiefen Zinsen.

Die Zinsen dürften noch einige Jahre tief bleiben. Wie erwartet hat die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) am vergangenen Mittwoch erläutert, dass sie den Zins noch für viele Jahre nicht verändern werden. Die Fed ändert die Geldpolitik grundlegend, und die Leitlinien der künftigen Geldpolitik werden in ein neues Korsett verpackt. Es gelten neue, extrem hohe Massstäbe, bis die Fed überhaupt erwägen wird, die Zinsen wieder einmal höher anzusetzen. Mit diesem Vorgehen werden die US-Sparer darauf vorbereitet, wie in Europa auf Sparkonti mit Nullzinsen bis zum Sankt Nimmerleinstag zu rechnen.

Das neue Zinsregime hat jedoch auch positive Effekte, z.B. für Immobilienkäufer, und sorgt für erfreuliche Wirtschaftsdaten. In den USA wird wieder kräftig gebaut. Der Dow Jones Home Construction Index liegt deutlich im Plus, ebenso die Hausverkäufe, die ein Niveau erreichten, wie man es seit einem Jahrzehnt nicht mehr erlebt hat. Die Fed senkte im März die Zinssätze im Rahmen umfassender Krisenmassnahmen auf nahezu Null, wodurch der 30-jährige Hypothekenzinssatz im vergangenen Monat zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten unter 3% fiel.

Die demografischen Veränderungen haben ebenfalls dazu beigetragen, den Verkaufsboom von Immobilien anzukurbeln. Die Millennials, eine Gruppe, die von der Krise wenig betroffen ist, sind jetzt auf dem Markt, um ihr erstes Haus zu kaufen, und die in den Ruhestand gleitenden Babyboomer verkleinern sich von Einfamilienhäusern auf kleinere Häuser.

Auch die Home Office Aktivitäten wirken sich auf den Wohnungsmarkt aus. Manche suchen nach grösseren Häusern in weniger dicht besiedelten Gebieten, und sei dies auch nur vorübergehend. Der US-Immobilienmarkt gilt als besonders anpassungsfähig.

Thema der Woche: Vorteil Schweiz

Wer auf die Schweiz, Deutschland oder Amerika schaut, könnte meinen, die Börse kenne kein Corona. Einige Aktienindizes haben sich von ihren scharfen Einbussen im März wesentlich erholt. Der SMI liegt nur noch 6% unter seinem Hoch von Februar, beim deutschen DAX sind es 4% und beim amerikanischen S&P500 gar nur 1% – in US-Dollar. In Schweizer Franken betrachtet notiert der US-Leitindex 8% unter seinem Hoch. Der Weltaktienindex liegt 5% tiefer als zu Jahresbeginn.

Dass es vereinzelten Aktienmärkten verhältnismässig gut geht, ist eine Folge gezielter Anlageentscheidungen. Der Schweizer Börse kommt zugute, dass sie über Gesundheitskonzerne (Roche, Novartis) sowie über Biotech-Unternehmen (Lonza) und über einen Anker wie Nestlé verfügt. In Amerika ist mitunter der grosse Anteil an Technologietiteln ausschlaggebend. Andere Branchen wie Tourismus, Handel und Energie darben, aber diese sind weder in der Schweiz noch in den USA stark gewichtet.

Die deutschen Märkte halten sich ebenfalls gut. Die ins Stocken geratenen Brexit-Verhandlungen und die steigenden Corona-Infektionszahlen konnten die positive Stimmung nicht bremsen. Die Investoren schätzen, wie Deutschland die Krise bewältigt – sowohl was die Krankheit als auch ihre wirtschaftlichen Folgen angeht. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist da geringer als anderswo, auch weil Deutschland weniger stark vom Tourismus abhängig ist als Frankreich oder Italien. Es dürfte allerdings noch bis zu drei Jahre dauern, ehe sich die Wirtschaft vollständig erholt hat.

In Frankreich (-9.5% BIP-Erwartung für das laufende Jahr), Italien (-10.5%) und Grossbritannien (-10.1%) dürfte die Wirtschaft laut OECD deutlich stärker schrumpfen als in Deutschland. Der französische Leitindex steht deshalb noch 17% unter seinem Vorkrisenniveau, der britische und der italienische je 22% und der spanische gar 31%. Die lockere Geldpolitik der Zentralbanken spült zwar viel Geld auf die Märkte: Dieses fliesst aber nicht wahllos überall hin.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

22. September 2020 Eurozone: Konsumentenvertrauen September
23. September 2020 Eurozone/Deutschland: Markit Einkaufsmanager September
24. September 2020 Schweiz: Schweizerische Nationalbank Geldpolitische Lage September
25. September 2020 Vereinigtes Königreich: GfK Konsumentenvertrauen September

Nachrichten

Zugerberg Finanz Marktupdate für Institutionelle Anleger

Hintergründe zur Konjunkturentwicklung, zu den Währungen sowie zu den zentralen Anlagethemen vom Q4 fortl. erhalten Sie am Mittwoch, 23. September 2020 von unserem Chefökonom und geschäftsführenden Partner, Prof. Dr. Maurice Pedergnana. Fragen und Anregungen können Sie gerne im Vorfeld in der Anmeldung anbringen.

Eckdaten

Datum: Mittwoch, 23. September 2020
Zeit: 08.00 Uhr (20 Minuten mit Q&A)
Sprache: Deutsch
Medium: Online-Event via MS Teams

zur Anmeldung

 

Zugerberg Finanz KidsDay

Am Mittwoch, 14.Oktober 2020 findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Next Sport Generation die 7. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDays statt. Das Fussballturnier für Kinder mit den Jahrgängen 2008 bis 2014 wird in der Sportanlage Eschfeld in Steinhausen ausgetragen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr. Als Presenting Partner des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen lädt die Zugerberg Finanz Kinder von Kundinnen und Kunden sowie Partnern kostenlos ein. Melden Sie eins oder mehrere Kinder direkt über den nachfolgenden Anmeldelink an. Beachten Sie bitte, dass die Teilnehmeranzahl beschränkt ist: «De Schneller isch de Gschwinder». Anmeldeschluss ist Montag, 05. Oktober 2020.

zur Anmeldung

 

Herzlich, Timo Dainese

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.19
SMI 10'539.2 –0.7%
SPI 13'070.8 +1.8%
DAX € 13'116.3 –1.0%
Euro Stoxx 50 € 3'283.7 –12.3%
S&P 500 $ 3'319.5 +2.7%
Dow Jones $ 27'657.4 –3.1%
MSCI EM $ 1'108.5 –0.5%
MSCI World $ 2'368.0 +0.4%
Obligationenmärkte Seit 31.12.19
SBI Dom Gov TR 239.0 +1.5%
SBI Dom Non-Gov TR 118.9 –0.5%
Immobilienmärkte Seit 31.12.19
SXI RE Funds 443.1 +1.6%
SXI RE Shares 2'941.2 –10.2%
Rohstoffe Seit 31.12.19
Öl (WTI; $/Bbl.) 41.1 –32.9%
Gold (CHF/kg) 57'175.5 +20.8%
Wechselkurse Seit 31.12.19
EUR/CHF 1.0793 –0.6%
USD/CHF 0.9116 –5.7%
EUR/USD 1.1840 +5.4%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.76 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.52 −0.5 - −0.2 −0.2 - ±0.0
USD +0.23 +0.0 - +0.3 +0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.48 −0.6 - −0.4 −0.5 - ±0.0
EUR –0.50 −0.5 - −0.1 −0.5 - ±0.0
USD +0.69 +0.6 - +0.9 +0.6 - +0.9
Teuerung
2020P 2021P 2022P
Schweiz –0.5% +0.5% +1.2%
Euroland +0.5% +1.0% +1.5%
USA +1.0% +1.6% +2.4%
Wirtschaft (BIP real)
2020P 2021P 2022P
Schweiz –5.0% +5.0% +2.0%
Euroland –6.6% +6.0% 160.0%
USA –7.4% +3.0% +2.0%
Global –6.0% +5.4% +3.5%
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