Wochenbericht 01/2024

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Start ins Neue Jahr

Die Märkte sind ins 2024 gestartet. Es würde nicht überraschen, wenn das erneut ein guter Jahrgang wird. Blicken wir auf den Beginn des Jahres 2023 zurück. Die Stimmung war äusserst trüb. Die Zentralbanken standen mitten im stärksten Zinserhöhungszyklus der vergangenen 50 Jahre. Die Schweizerische Nationalbank sah sich wie die Federal Reserve in den USA oder die Europäische Zentralbank in der Eurozone mit ungewohnt hohen Inflationsraten konfrontiert. Den Inflationspfad bezeichneten einige (so auch wir) als «vorübergehend», andere schienen sich auf strukturell höhere Inflationsraten vorzubereiten.
Der Krieg in der Ukraine hielt an, ebenso die Spannungen im südchinesischen Meer. Die ernsthafte Gasmangellage in Europa liess Zweifel am raschen energiepolitischen Wandel aufkommen. Politiker empfahlen, aufs Duschen zu verzichten und sich mit dem Waschlappen zu erfrischen. Die Schwierigkeiten mit den globalen Lieferketten schienen kaum lösbar. So manche pessimistische Prognose für das Jahr 2023 schien schwärzer als der Strassenteer. Ängste umgaben die Investoren, weshalb ein wesentlicher Teil der investierbaren Mittel liquide blieb, d. h. viele Anleger waren auf den Aktien- und Anleihensmärkten nicht voll investiert.
Nun lässt sich zurückblickend festhalten, dass die realwirtschaftlichen Grössen die allgemeinen Erwartungen übertroffen haben. Die USA schlitterte nicht in eine Rezession. Vielmehr erholte sie sich dermassen stark, dass sie im dritten Quartal annualisiert um satte 5% wuchs. In Europa zeigte sich, dass man zwischen der volkswirtschaftlichen Entwicklung im Allgemeinen und der Resilienz einzelner Unternehmen klar unterscheiden muss.
Flüssiggasterminals wurden im Rekordtempo genehmigt und gebaut. Die Preise für Gas und Strom brachen zusammen. Das Rohöl wurde günstiger, was die Reisetätigkeit förderte. Nach der Pandemie leistete man sich wieder einmal etwas. Zudem erwiesen sich die Arbeitsmärkte in Europa wie auch in den USA als robust. Gut geführte Unternehmen waren auf die Zinserhöhungen vorbereitet. Auch bei den privaten Haushalten erwies sich als vorteilhaft, das Zeitfenster der tiefen Zinsen für langfristig abgesicherte Hypothekar-Finanzierungen zu nutzen.
Der erhöhte Konsum normalisierte die Weltwirtschaft. Rückläufige Inflationsraten verstärkten die Zuversicht und schwächten den Dollar, was wiederum die deflationäre Entwicklung der Importpreise in Europa verstärkte und damit die gesamtwirtschaftliche Disinflation beschleunigte. Das Thema Künstliche Intelligenz beflügelte die Phantasie der Anleger.
Schliesslich resultierte ein guter Jahrgang auf den Aktien- und Anleihensmärkten. Für den Schweizer Anleger betrachten wir die Performance in Schweizer Franken. Der hiesige Swiss Market Index beendete das Jahr mit 11’138 Punkten (+3.8%). Der Dow Jones veränderte sich mit +3.5% (in CHF) analog zum SMI. Der breite amerikanische S&P 500, geprägt von den glorreichen 7 Superaktien (Apple, Microsoft, Alphabet-Google usw.), schnitt mit +13.1% ähnlich ab wie die meisten Aktienmärkte in der Eurozone.
Die chinesischen Aktienmärkte (Hang Seng und CSI 300 mit -21.7%) waren eine riesige Enttäuschung. Investiert waren wir da nicht.

Thema der Woche: Der Schweizer Franken als Referenz

Unsere Kundschaft hat den Schweizer Franken als Referenzwährung. Das ist eine äusserst starke, robuste Währung mit tiefen Inflationsraten. Im Monatsbericht Januar, der diese Woche noch veröffentlicht wird, gehen wir darauf ein. Die Renditen in Franken glänzen oftmals nicht so wie jene in Dollar oder in Euro.

Im vergangenen Jahr wertete sich der Franken auf, wie oftmals in den vergangenen Jahrzehnten. Doch im Jahr 2023 fiel die Aufwertung gegenüber dem Euro (+6.6%) und dem Dollar (+9.9%) besonders stark aus. Daraus lässt sich auch ableiten, dass der Euro mit 0.93 innert Jahresfrist 6.1% und der Dollar mit 0.84 in derselben Periode 9.0% an Wert einbüsste.

Die Referenzwährung spielt eine grosse Rolle. Manche erfreuen sich ob der Gold-Performance im Jahr 2023, sofern sie sich auf Schlagzeilen in globalen Nachrichten abstützen. Da wird der Preis stets in Dollar erwähnt. Doch die stolze Preisentwicklung einer Goldunze in Dollar (2’063 Dollar, +13.1%) erweist sich in Franken als mageres Plus (+2.6%). Dabei sind die Wertaufbewahrungsgebühren (z. B. für den Tresor) noch nicht einmal einberechnet.

Manch einer trauert der Rendite im Jahr 2023 an der US-Technologiebörse Nasdaq nach. Der breite Nasdaq Composite Index legte stark zu (+43.4%, in Franken: +30.6%). Aber da wird schnell vergessen, wie die Nerven flatterten, als sich die entsprechenden Aktien im Jahr 2022 abwärts entwickelten (-33.5%). Mit anderen Worten: Sowohl in Dollar (-4.6%) wie auch in Franken (-12.5%) bleibt der Technologieindex Nasdaq tiefer als Ende 2021.

Interessant ist übrigens, dass sich im Ranking des Stoxx Europe 600 die Textilbranche (+26.2% in Franken) vor den Technologiewerten (+23.7%) wie SAP festzusetzen vermochte. Als drittbeste Branche erwies sich Bau & Materialien (+22.6%) mit Aktien wie Holcim, Sika und Saint Gobain vor Finanzdienstleistern wie UBS und Partners Group. Energieaktien (-2.9%), Minentitel (-12.2%) sowie die gesamte Branche Nahrungsmittel, Getränke und Tabak (-12.4%) schnitten im Durchschnitt am schlechtesten ab.

Wir wünschen unseren geschätzten Kundinnen und Kunden alles Gute für das neue Jahr, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

3. Januar 2024 Deutschland: Arbeitslosigkeit Dezember
4. Januar 2024 Indien: Dienstleistungen PMI Dezember
5. Januar 2024 Eurozone: HICP-Inflation und Kerninflation Dezember
6. Januar 2024 Heiliger Drei Königs-Tag, orthodoxer Feiertag am 7. Januar

Veranstaltungen

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Januar 2024

Am Dienstag, 16. Januar 2024 und Donnerstag, 18. Januar 2024 findet im Theater Casino in Zug sowie im KKL in Luzern die 32. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. Durch das Programm führen Timo Dainese, Gründer und geschäftsführender Partner und Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom und geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz. Als Gastreferent wird uns Herr Prof. Dr. Roland Siegwart, Direktor des Autonomous Systems Lab und Mitbegründer von Wyss Zurich, einen Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz und Robotics geben.

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Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 1. Februar 2024 finden bei uns im Lüssihof zwei Informationsveranstaltungen für Privatpersonen statt. Diese Anlässe richteten sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Zur Anmeldung


Zugerberg Finanz Wirtschaftsworkshops für Jugendliche – März 2024

Jugendliche begeistern und motivieren! Am Samstag, 9. März 2024 sowie Samstag, 16. März 2024 veranstalten wir unter den Titeln «Faszination Wirtschaft» und «Faszination Börse & Kapitalmärkte» zwei Tagesworkshops für Jugendliche.

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.22
SMI 11'137.8 +3.8%
SPI 14'571.2 +6.1%
DAX € 16'751.6 +20.3%
Euro Stoxx 50 € 4'521.4 +19.2%
S&P 500 $ 4'769.8 +24.2%
Dow Jones $ 37'689.5 +13.7%
Nasdaq $ 15'011.4 +43.4%
MSCI EM $ 1'023.7 +7.0%
MSCI World $ 3'169.2 +21.8%
Obligationenmärkte Seit 31.12.22
SBI Dom Gov TR 214.9 +12.5%
SBI Dom Non-Gov TR 115.0 +5.7%
Immobilienmärkte Seit 31.12.22
SXI RE Funds 462.3 +5.0%
SXI RE Shares 3'209.5 +10.7%
Rohstoffe Seit 31.12.22
Öl (WTI; $/Bbl.) 71.7 –10.7%
Gold (CHF/kg) 55'805.8 +2.9%
Wechselkurse Seit 31.12.22
EUR/CHF 0.9289 –6.1%
USD/CHF 0.8414 –9.0%
EUR/USD 1.1039 +3.1%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.70% 1.7%–1.9% 1.2%–1.3%
EUR 3.91% 3.7%–4.0% 3.0%–3.2%
USD 5.33% 5.3%–5.5% 4.0%–4.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.70% 0.7%–1.0% 0.8%–1.1%
EUR 2.03% 2.2%–2.5% 2.0%–2.2%
USD 3.88% 3.6%–3.8% 3.0%–3.3%
Teuerung
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.8% 1.5% 1.3%
Euroland 8.5% 2.6% 2.2%
USA 8.0% 3.0% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.2% 1.3% 1.6%
Euroland 3.3% 1.2% 1.8%
USA 1.9% 2.6% 2.0%
Global 3.0% 2.9% 3.0%
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