Wochenbericht 51/2023

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Schöne Festtage!

Auf die Festtage hin zeigten sich die Märkte von ihrer freundlichen Seite. In ihren letzten Sitzungen im Jahr 2023 beschlossen die grossen Zentralbanken weltweit, die Leitzinsen nicht mehr weiter zu erhöhen. Vielmehr deuten Signale auf mehrere Zinssenkungen in den USA wie auch in Europa im kommenden Jahr hin. Das schaffte Vertrauen und Zuversicht. In der Schweiz bestätigte sich die Einschätzung, wonach die Inflation dauerhaft im Bereich der Preisstabilität bleibt.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führte in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung aus, dass die Weltwirtschaft im dritten Quartal dieses Jahres stärker als erwartet wuchs. Die Inflation bildete sich in den vergangenen Monaten in den meisten Ländern dennoch deutlich zurück. Vor diesem Hintergrund verzichteten die Zentralbanken vielerorts auf eine weitere Straffung der Geldpolitik. Da die Inflation weiterhin über den jeweiligen Zielwerten liegt, dürfte die Geldpolitik in vielen Ländern vorerst restriktiv bleiben. Vor allem Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, blieb sichtlich bemüht, die Euphorie der Finanzmärkte bezüglich bald sinkender Zinsen einzufangen.
Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen bleiben nach wie vor verhalten. Daran wird auch der Impuls, der von der chinesischen Zentralbank ausgeht, nichts ändern. Der Inflationsdruck dürfte jedoch weiter nachlassen. Dieses Szenario für die Weltwirtschaft unterliegt nach wie vor grossen Risiken, doch ist nicht zu übersehen, dass der Inflationsdruck über das letzte Quartal leicht abgenommen hat. Die Unsicherheit bleibt, das Überraschungsmoment kann in alle Richtungen gehen.
Die Märkte waren da offensichtlich zuversichtlicher und gewichteten die jüngsten positiven makroökonomischen Daten stärker. Die Benchmark-Renditen fielen überall, z. B. bei der zehnjährigen Eidgenossen-Anleihe auf 0.5%. Das macht Unternehmens- und Hypothekarkredite wieder günstig, insbesondere wenn man sie nicht geldmarktbasiert abschliesst, sondern fix regelt. Die Richtsätze für zehnjährige Festhypotheken lagen im März noch bei 3.05%. Inzwischen sind sie unter 2.0% gerutscht. Das reduziert das Risiko, dass der Referenzzinssatz im kommenden Jahr erneut erhöht werden muss, und verbessert damit die Aussichten auf stabile Mietzinsen im 2024.
Aktienmässig blieb der Swiss Market Index (SMI) noch verhalten. Zwischenzeitlich erreichte er bei 11’334 Punkten zwar sein höchstes Niveau seit Ende Juli, beendete die Woche jedoch letztlich mit 11’191 Punkten. Das sind immerhin 4.3% mehr als zu Jahresbeginn. Belastend wirkten einmal mehr die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé sowie die Versicherer Zurich Insurance und Swiss Re. Unter den Wochengewinnern waren u. a. unsere Portfolio-Positionen Sika (+12%) und Kühne+Nagel (+11%).
Die Aussicht auf Zinssenkungen beflügelte auch die Anleihensmärkte, sorgte aber zugleich für eine Talfahrt des Dollars. Für einen Dollar mussten zuletzt 0.87 Franken bezahlt werden, rund 6% weniger als zu Jahresbeginn.

Wir wünschen unseren Kundinnen und Kunden eine gute Vorweihnachtswoche und jetzt schon ganz schöne Festtage.

Thema der Woche: Es ist nie zu spät für ein gutes Investment

In den USA allein liegen 8’300 Milliarden Dollar Kundengelder in kurzfristigen Geldmarktpapieren. In Deutschland sind es rund 3’000 Milliarden Euro, welche kurzfristig brach liegen. In der Schweiz dürften es rund 1’000 Milliarden Franken sein. Es sind enorme Mengen an Kapital, die mit der Aussicht auf sinkende Leitzinsen und sinkende Inflationsraten bald kaum mehr rentieren werden. Jedenfalls dürfte es zunehmend schwieriger werden, das Geld vor der Entwertung zu bewahren. Mit Geldmarktanlagen und Bankeinlagen jedenfalls wird man den realen Kaufkraftverlust selbst bei einer bescheidenen Inflationsrate von 1.4% wie in der Schweiz kaum kompensieren können.

Immer mehr institutionelle und private Anleger werden deshalb in den kommenden Quartalen in die Aktien- und Anleihensmärkte zurückkehren. Denn die Geldmarktrenditen sind nach einem Leitzinsgipfel noch immer die schlechteste Anlage geblieben. Die Kapitalmärkte haben in den letzten Tagen gezeigt, wie attraktiv die Renditen in der realen Wirtschaft sein können. Da gibt es eine Reihe von interessanten Möglichkeiten, das Kapital arbeiten und eine gute Rendite erzielen zu lassen.

Wer das Geschehen vom Rande verfolgt, lässt sich durch negative Schlagzeilen treiben, weil schlechte Nachrichten viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als positive. Die schiere Angst befällt uns, wenn wir kurzfristig denken und uns von «bad news» treiben lassen. Vor einem Jahr herrschte beispielsweise noch Gasmangelpanik – selbst im Bundesrat. Inzwischen liegen die Gaspreise 85% tiefer und die Lagerstätten sind auch nach bald zwei Monaten in der Wintersaison voll – ebenso die Wasserkraftspeicher. Die Ölförderung bleibt trotz massiven Kürzungen von Saudi-Arabien und Russland viel höher als die Nachfrage, was die Preise purzeln liess.

Manche lassen sich durch kurzfristige Themen zur Passivität verleiten. Dabei wäre aktives Handeln, – diszipliniert von Monat zu Monat überschüssige Haushaltsliquidität anzulegen – angesagt. Das Kapital bringt unsere Weltwirtschaft voran. Der Wohlstand wächst auf der ganzen Welt seit Jahrzehnten. Das erfordert Investitionen in Infrastruktur, in Bildungsstätten und vieles mehr – in den Industrieländern, wie auch in Schwellenländern wie Indien. Deshalb ist es für den Kauf von Aktien und Anleihen nie zu spät.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

19. Dezember 2023 Eurozone, Kanada: CPI-Inflation und Kerninflation November
20. Dezember 2023 Vereinigtes Königreich: CPI Inflation November
21. Dezember 2023 Japan: CPI Inflation November
22. Dezember 2023 USA: PCE-Kerninflation und Inflation November

Veranstaltungen

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Januar 2024

Am Dienstag, 16. Januar 2024 und Donnerstag, 18. Januar 2024 findet im Theater Casino in Zug sowie im KKL in Luzern die 32. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. Durch das Programm führen Timo Dainese, Gründer und geschäftsführender Partner und Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom und geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz. Als Gastreferent wird uns Herr Prof. Dr. Roland Siegwart, Direktor des Autonomous Systems Lab und Mitbegründer von Wyss Zurich, einen Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz und Robotics geben.

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Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 1. Februar 2024 finden bei uns im Lüssihof zwei Informationsveranstaltungen für Privatpersonen statt. Diese Anlässe richteten sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

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Zugerberg Finanz Wirtschaftsworkshops für Jugendliche – März 2024

Jugendliche begeistern und motivieren! Am Samstag, 9. März 2024 sowie Samstag, 16. März 2024 veranstalten wir unter den Titeln «Faszination Wirtschaft» und «Faszination Börse & Kapitalmärkte» zwei Tagesworkshops für Jugendliche.

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.22
SMI 11'191.9 +4.3%
SPI 14'657.4 +6.7%
DAX € 16'751.4 +20.3%
Euro Stoxx 50 € 4'549.4 +19.9%
S&P 500 $ 4'719.2 +22.9%
Dow Jones $ 37'305.2 +12.5%
Nasdaq $ 14'813.9 +41.5%
MSCI EM $ 1'000.9 +4.7%
MSCI World $ 3'126.1 +20.1%
Obligationenmärkte Seit 31.12.22
SBI Dom Gov TR 217.5 +13.8%
SBI Dom Non-Gov TR 115.3 +6.0%
Immobilienmärkte Seit 31.12.22
SXI RE Funds 453.3 +3.0%
SXI RE Shares 3'209.1 +10.7%
Rohstoffe Seit 31.12.22
Öl (WTI; $/Bbl.) 71.4 –11.0%
Gold (CHF/kg) 56'522.2 +4.3%
Wechselkurse Seit 31.12.22
EUR/CHF 0.9482 –4.2%
USD/CHF 0.8705 –5.8%
EUR/USD 1.0895 +1.8%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.70% 1.7%–1.9% 1.2%–1.3%
EUR 3.92% 3.7%–4.0% 3.0%–3.2%
USD 5.36% 5.3%–5.5% 4.0%–4.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.60% 0.7%–1.0% 0.8%–1.1%
EUR 2.03% 2.2%–2.5% 2.0%–2.2%
USD 3.91% 3.6%–3.8% 3.0%–3.3%
Teuerung
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.8% 1.5% 1.3%
Euroland 8.5% 2.6% 2.2%
USA 8.0% 3.0% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.2% 1.3% 1.6%
Euroland 3.3% 1.2% 1.8%
USA 1.9% 2.6% 2.0%
Global 3.0% 2.9% 3.0%
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