Der Schweizer Aktienmarkt (SMI) beendete vergangene Woche praktisch unverändert bei 10’555 Punkten (-0.2%). Der Euro Stoxx 50 (+0.5%) und der amerikanische S&P 500 (+1.3%) waren wie häufig in diesem Jahr etwas stärker im Plus. Weiterhin zeichnet sich ein positiver Monat November ab: Deutlich mehr als 80% der Aktien in unseren Portfolios liegen seit Monatsbeginn im Plus und nur gerade zwei Aktien liegen im spürbaren Minus (Kühne + Nagel mit -2% und Swiss Life mit -5%). Allmählich gehen Händler, Fondsmanager und Banken in die vorweihnächtliche Defensive und betreiben ihr «Window-Dressing» in den jeweiligen Portfolios: Darunter leiden insbesondere Unternehmen, die kaum solide Aussagen über die nächsten Quartale und Jahre machen können. Zugleich profitieren jene Unternehmen, die über eine überzeugende Strategie und einen klaren Umsetzungsplan verfügen. Drei SMI-Unternehmen, die zuletzt litten, waren der Luxusgüterkonzern Richemont, Swisscom und Swiss Life. Richemont lieferte zwar einen robusten Free Cash Flow und verfügt über eine attraktives Wertpotenzial, doch einzelne Geschäftsfelder waren überraschend schwach. Bei eher defensiven Valoren wie Swisscom und Swiss Life waren die Zahlen weitgehend im Rahmen der Erwartungen, was jedoch zu Verleiderverkäufen führte. Die Erwartungen stets zu übertreffen, ist unmöglich. Bei Swiss Life spielten auch noch vorgenommene und bevorstehende Wertkorrekturen auf den Immobilienbeständen eine Rolle. Doch besteht kein Grund zur Sorge. Ins System Swiss Life bleibt weiterhin viel Defensivität eingebaut. Deshalb setzt die Holding ihre Aktienrückkäufe fort, verdichtet die Gewinne pro Aktie und wird wohl die Dividende im Frühjahr 2024 dementsprechend erhöhen. Mit ihren mittelfristigen Prognosen überzeugt haben dagegen Geberit, Partners Group und Givaudan. Alle drei sind in ihren jeweiligen Märkten führend und nutzen Megatrends geschickt, um überdurchschnittlich zu wachsen. Sie bewegen sich selbst in einem schwierigen Marktumfeld auf eine vertraute Wachstumsdynamik zurück und vermochten glaubwürdig den Eindruck zu vermitteln, dabei auch weiterhin die Margen halten zu können. Eine dritte Kategorie beinhaltet jene Unternehmen, die unspektakulär liefern, was von ihnen erwartet wird. Beispielsweise wies die Zurich Insurance ein solides Neunmonatsergebnis aus. Die Zukäufe im starken Wachstumsmarkt Indien sowie in den USA passen in die Strategie, kleinere Versicherungsanbieter zu erwerben. Die Deutsche Telekom legte ein angenehm langweiliges Zahlenwerk vor, was angesichts der durchweg starken Ergebnisse ihrer US-Tochtergesellschaft nicht sonderlich überraschend war. Die Kennzahlen des Unternehmens und die leicht angehobenen Prognosen wurden gut aufgenommen. Bei den Zinsen gab es seit Monatsbeginn sichtbare Veränderungen. Die Swapsätze fielen um rund 13 Basispunkte für eine zehnjährige Laufzeit und um rund 20 Basispunkte für eine 25-jährige Laufzeit, d. h. die entsprechenden Festhypotheken sind günstiger geworden. Sie sind sogar teils klar günstiger als geldmarktbasierte Hypothekarkredite. Das dürfte die Immobilienmärkte wieder etwas beleben.
Am 9. November 2023 fand bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung zum Thema «Geld anlegen ist auch Vertrauenssache» statt. Erneut war das Interesse gross und das «Tänn» im Lüssihof gut gefüllt.
CEO, Gründer und Gastgeber Timo Dainese begrüsste die Gäste, führte durch das Programm und übergab sodann an Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom der Zugerberg Finanz. Pedergnana erläuterte in einer Key Note die Entwicklung der Schweizer Banken von ihrem Ursprung bis zum heutigen Tag und ging dabei insbesondere auf die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ein und wie es dazu kommen konnte. Im Anschluss lauschten die Gäste gespannt den Ausführungen von CEO Timo Dainese zur Unternehmensphilosophie, den Werten und dem Anlageansatz der Zugerberg Finanz. Thomas Aregger, Senior Relationship Manager, ging danach auf das Schweizer Vorsorgesystem ein und gab Tipps zur Vorsorge und Vermögensverwaltung entlang dem Lebenszyklus. Abgerundet wurden die Vorträge durch einen kurzen, fundierten Einblick in die aktuelle Weltwirtschaftslage und die Situation an den internationalen Kapitalmärkten durch den Chief Investment Officer (CIO) der Zugerberg Finanz, Cyrill von Burg.
Fazit: Der Schweizer Finanz- und Werkplatz braucht starke Banken. Und er braucht unabhängige Vermögensverwalter, die sich frei von jeglichen Interessekonflikten um die anvertrauten Kundenvermögen kümmern. Damit nur die besten Chriesi handverlesen in Ihrem Depot landen.
Unabhängig davon, in welchem Lebensabschnitt und in welcher Vermögenssituation man sich befindet: Wichtig ist, dass man sich mit den Themen Anlegen und Vorsorge auseinandersetzt. Je früher, desto besser. Und immer noch lieber spät, als nie. Wir unterstützen dabei gerne.
Nach den Vorträgen erfreuten sich die Gäste an einem feinen Apéro Riche und es fand ein reger Austausch unter den Teilnehmenden statt. Wir blicken zurück auf einen informativen, kurzweiligen Abend mit spannenden Vorträgen, angeregten Gesprächen und feiner Verpflegung. Wir bedanken uns herzlich für das Interesse, das uns entgegengebrachte Vertrauen und die vielen positiven Rückmeldungen unserer sehr geschätzten Gäste.
Der nächste Anlass – der Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – findet am Dienstag, 16. Januar 2024 im Theater Casino in Zug und am Donnerstag, 18. Januar 2024 im KKL in Luzern statt. Die Online-Anmeldemöglichkeit hierfür folgt in Kürze. Vortragssprache ist Schweizerdeutsch.
Die fragile Stimmung an den US-Aktienmärkten drehte sich erstmals seit 2021 ins Positive. Der breite S&P 500 Index liegt 5.8% höher als zu Monatsbeginn und 15% höher als zu Jahresbeginn. Positive Fundamentaldaten und technische Faktoren sowie eine niedrige Aktienexponierung vieler institutioneller und privater Anleger könnten in den kommenden Monaten für einen bedeutenden Rückenwind für Realwerte sorgen. Die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr steigen und bringen diejenigen, die nicht oder nur wenig investiert haben, unter Druck. Die Hauptlast der wirtschaftlichen Baisse in gewissen Industriebranchen ist wahrscheinlich noch nicht vorüber. Aber erst dann vermehrt zu investieren, wenn alle Wolken am Himmel weggeblasen sind und nur noch die Sonne scheint, bleibt das grössere Risiko. Das Jahr 2024 könnte eine grössere Herausforderung darstellen, doch in jüngster Zeit haben gleich mehrere prominente Institutionen einen recht positiven Ausblick vermittelt. Während die wirtschaftlichen Aussichten (eine inflations- und zinsfreundliche Verlangsamung des US-Wachstums im vierten Quartal) eindeutig im Niveau der US-Aktienmärkte enthalten sind, liegen grössere Chancen vor unserer Haustür. Aufgrund der Risiko-Ertrags-Verhältnisse bevorzugen wir günstige Qualitätswerte aus der Schweiz und nutzen die attraktivsten Aufholjagden, die europäischen Aktien von Marktführern bevorstehen dürfte. Wir hätten uns zum Jahresausklang vieles vorstellen können, aber nicht ein persönliches Treffen zwischen den Präsidenten Xi Jinping und Joe Biden in San Francisco. Zur Überraschung hinzu kommt, dass Xi Jinping anschliessend mehrere hochrangige Geschäftsleute im Silicon Valley zum Abendessen treffen wird. Auch die von der chinesischen Regierung unterzeichneten vermehrten Käufe von US-Landwirtschaftsprodukten führen zur Entspannung.