In der vergangenen Woche hat sich die zuvor eher negative Stimmung aufgehellt. Die jüngsten Konjunkturdaten in Bezug auf die künftige Geldpolitik der US-Zentralbank Federal Reserve deuten auf einen erfolgreichen Kampf gegen steigende Preise. Das liess vorsichtige Hoffnungen auf ein Ende der Leitzinserhöhungen aufkeimen. Der Optimismus verbreitete sich auch unter den Wagniskapitalinvestoren. Derzeit werden gleich mehrere Börsengänge vorbereitet, nachdem vor einem halben Jahr noch extrem stürmische Finanzmärkte mit dem Niedergang der Silicon Valley Bank geherrscht haben. Der US-Lieferdienst Instacart hat vor wenigen Tagen seinen Börsenprospekt veröffentlicht. Auch beim britischen Halbleiterspezialist Arm Holdings begann der Countdown zum Gang an die Börse. Die wachstumsstarke Arm Holdings spielt eine zentrale Rolle in der Halbleiterbranche, auch wenn das Unternehmen im Gegensatz zu Intel oder Nvidia keine eigenen Mikroprozessoren verkauft. Vielmehr entwickelt es eine Chiparchitektur, die dann lizenziert wird. Apple beispielsweise entwickelt Chips auf Arm-Basis für sein iPhone und andere Produkte. Aus kartellrechtlichen Gründen wurde die zuerst beabsichtigte Übernahme von Arm durch Nvidia von behördlicher Seite verhindert. In Europa sind weitere Börsenneulinge zu erwarten. Der deutsche Sandalenhersteller Birkenstock erlebte einen erfreulichen Sommer und nutzt diesen ebenfalls für einen Börsengang. Der schwedische Batteriehersteller Northvolt nahm dagegen nochmals privates Wachstumskapital in Milliardenhöhe auf, auch aus der Schweiz, um die Expansion in Europa und Nordamerika voranzutreiben. Gleichzeitig wird der IPO in den kommenden Monaten vorbereitet. Die Durststrecke ist jedenfalls vorbei, der Hunger – auch der Investoren – kommt wieder auf. In einem Portfolio, wie es beispielsweise von Partners Group verwaltet wird, befinden sich zahlreiche vielversprechende Börsenkandidaten. Wie alle Aktienindizes legte auch der Swiss Market Index (SMI) in der vergangenen Woche zu. Mit zuletzt 11’075 Punkten (+1.1%) liegt er zwar immer noch rund 3% tiefer als vor drei Monaten, aber immerhin wieder 3.2% höher als zum Jahresanfang. Aufwärts ging es in der vergangenen Woche insbesondere mit den Finanztiteln. Durch die Stärke der einzig verbliebenen Grossbank UBS, die mit eindrücklichen finanziellen Kenngrössen untermauert wurde, fassten viele Anleger auch wieder Vertrauen in eine Reihe von Finanz- und Versicherungswerten. Bei Partners Group (+4%), Swiss Life (+3%) und Zurich Insurance (+2%) zeigte sich die Erholung. Im Gesundheitsbereich war Lonza (+4%) der beste Wert, aber auch konjunktursensitive Werte wie beispielsweise Sika (+3%) legten zu. Eindrücklich war zudem der Anstieg der Aktie vom Flughafen Zürich (+5%). Am Wochenende wurde der 75. Geburtstag mit einem dreitägigen Flughafenfest für die Bevölkerung und alle Flughafenfans gefeiert. In der gegenwärtigen Konjunktur profitiert der Flughafen von der postpandemischen Erholung beim Reisen und Konsum. Es darf zudem mit einer deutlich erhöhten Dividendenausschüttung gerechnet werden.
Am 29. August 2023 fand bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung zum Thema «Geld anlegen ist auch Vertrauenssache» statt. Erneut war das Interesse gross und wir durften über 80 Gäste bei uns begrüssen. Petrus war uns gut gesinnt und beim Willkommensapéro auf dem wunderschönen Lüssihof Areal fanden engagierte Diskussionen statt. Prof. Dr. Maurice Pedergnana eröffnete um 19 Uhr die Vortragsreihe mit einer Key Note zum Ursprung und der Geschichte von Schweizer Banken sowie zur aktuellen Situation auf dem schweizerischen Finanzplatz. Im Anschluss lauschten die Gäste gespannt den Ausführungen von CEO Timo Dainese zur Unternehmensphilosophie und dem Anlageansatz der Zugerberg Finanz. Thomas Aregger, Senior Relationship Manager, erläuterte danach das Schweizer Vorsorgesystem und zeigte die Vorsorge und Vermögensverwaltung entlang dem Lebenszyklus auf. Abgerundet wurden die Vorträge durch einen kurzen, aber fundierten Ausblick auf die Situation in der Weltwirtschaft und an den Kapitalmärkten durch Chief Investment Officer (CIO) Cyrill von Burg. Fazit: Der Schweizer Finanz- und Werkplatz braucht starke Banken. Und er braucht unabhängige Vermögensverwalter, die sich frei von jeglichen Interessekonflikten um die anvertrauten Kundenvermögen kümmern. Damit nur die besten Chriesi handverlesen in Ihrem Depot landen. Egal, in welchem Lebensabschnitt und in welcher Vermögenssituation man sich befindet: Wichtig ist, dass man sich mit den Themen Anlegen und Vorsorge auseinandersetzt. Je früher, desto besser. Und immer noch lieber spät, als nie. Wir unterstützen dabei gerne. Nach den Vorträgen liessen die Gäste den gemütlichen Abend bei einem feinen Apéro Riche ausklingen. Wir blicken zurück auf einen informativen, kurzweiligen Abend mit spannenden Vorträgen, angeregten Gesprächen und feiner Verpflegung. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für das Interesse, das uns entgegengebrachte Vertrauen und die vielen positiven Rückmeldungen unserer sehr geschätzten Gäste.
Der nächste Anlass – der Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – findet am Dienstag, 16. Januar 2024 im Theater Casino in Zug und am Donnerstag, 18. Januar 2024 im KKL in Luzern statt. Die Online-Anmeldemöglichkeit hierfür folgt in Kürze.
Verbesserte Perspektiven
Der amerikanische Arbeitsmarkt wächst weiterhin, aber die heisse Phase mit grossen Lohnsprüngen scheint vorbei zu sein. Die Rückkehr von vielen Frauen, die vorübergehend keine Erwerbsarbeit mehr gesucht hatten, liess die statistische Arbeitslosenquote leicht auf 3.8% ansteigen. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass in den USA so viele Menschen erwerbstätig sind wie nie zuvor, weshalb sich die Haushaltseinkommen robust entwickelten und im Juli die Konsumausgaben (+0.8%) weiter angestiegen sind.
Das gilt auch für Europa. Noch nie war die Arbeitslosigkeit so tief. Und in China zeigen Konjunkturprogramme auf, wie das Wachstum auf einer Bandbreite von rund 4% bis 5% stabilisiert werden kann. Deshalb hat sich die zuletzt aufgekommene Nervosität gelegt. Die Aussichten auf einen guten Herbst haben sich verbessert.
Das gilt nicht nur für die Aktienmärkte, sondern auch für die Anleihensmärkte. Zinserhöhungen sorgten in den vergangenen 18 Monaten für eine massive Korrekturphase, die nun als weitestgehend abgeschlossen betrachtet werden kann. Die Leitzinsen liegen am höchsten Punkt, was stets ein attraktiver Wendepunkt für die zukünftige Gesamtrendite von Anleihen darstellt. In den kommenden zwei Jahren ist in einem balancierten Portfolio deshalb mit substanziellen Beiträgen auch aus dem Anleihensbereich zu rechnen.
Nur wer die Chance ergreift, mit Wertpapieren zu sparen, wird auf Dauer die Inflation übertreffen können. Wer sein Geld nicht anlegt, bleibt der anhaltenden Kaufkrafteinbusse durch Inflation ausgesetzt.
Herzlich, Maurice Pedergnana