Wochenbericht 33/2023

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Sinkende Preise

Der Swiss Market Index (SMI) beendete die vergangene Woche bei 11’081 Punkten (-0.15%). Daten aus Fernost, wo China offiziell in die leicht deflationäre Teuerungszone gerutscht ist, sorgten zuletzt für gemischte Signale. Die Erzeugerpreise sinken da schon seit bald einem Jahr und lagen im Juli bei -4.4% gegenüber dem Vorjahr. Anderseits ist es nicht überraschend, dass man auf einem Markt mit einem gesättigten Automobilmarkt und einem Berg von leeren Wohnungen sinkende Preise gegenüber dem Vorjahr feststellt.

Die chinesischen Konsumenten freut es jedenfalls, dass die Preise auf breiter Front sinken. Anderseits wird immer deutlicher, dass China nicht in die Rolle der globalen Wirtschaftslokomotive springen wird. Gleichzeitig schürt die konjunkturelle Schwäche der zweitgrössten Volkswirtschaft Hoffnungen auf spürbare Konjunkturmassnahmen seitens der Regierung. Diese hat jüngst bereits die Reiserestriktionen gelockert und erlaubt den Einheimischen wieder Gruppenreisen in die USA und weitere 70 Länder, v. a. in Europa.

Sinkende Preise waren auch in verschiedenen europäischen Ländern sowie in den USA zu beobachten. Im Juli zeigten die US Verbraucherpreise zwar noch eine leichte Steigerung von +0.15% gegenüber dem Vormonat an. Die Erzeugerpreise sanken jedoch in den USA in die deflationäre Zone. Gegenüber dem Vorjahr lag die Inflation bei +3.15%, weniger als erwartet. Betrachtet man die nominell um rund 4% gestiegenen Löhne, resultiert derzeit immer noch ein spürbarer Kaufkraftzuwachs für die Erwerbstätigen. Damit verschiebt sich eine allfällige Rezession weiter in die Zukunft, denn eine rekordtiefe Arbeitslosigkeit, eine wachsende Beschäftigungsquote und ein realer Erwerbszuwachs sind allesamt Zeichen einer gesunden, robusten Konjunktur.

Je nach Güterkorb fällt die Teuerung in den USA jedoch sehr unterschiedlich aus. Auch geografisch gibt es grosse Unterschiede. Im Grossraum Minneapolis liegt die Inflation nur noch bei 1%, in Tampa, wo sich aufgrund der Home Office Möglichkeiten viele auf den überhitzten Immobilienmarkt in Florida stürzten, bei hohen 5.9%. Man kann bereits den Trend erkennen, wonach die Inflation Richtung 2% geht, ohne dass die Zentralbank noch etwas unternehmen muss. 90% des Anstiegs der Teuerung in den letzten 12 Monaten geht auf das Wohnen zurück. Genau da arbeitet sich jedoch der Basiseffekt wie in den letzten drei Monaten langsam in die Inflationsrate rein, sodass die Teuerung landesweit zurückgleiten wird. Damit läuft es darauf hinaus, dass die US Wirtschaft auf ein Wachstum mit einer tiefen Inflationsrate zusteuert.

 

 

 

Thema der Woche: Unternehmen überzeugen

In der vergangenen Woche sorgten solide Unternehmensnachrichten für eine robuste Marktentwicklung. Der Versicherungskonzern Zurich Insurance vermochte im ersten Halbjahr mit einem stabilen Ergebnis zu überzeugen. 22.9% Eigenkapitalrendite bei einem um 6% höheren Reingewinn: Das ist eine einzigartige Rentabilität in der Branche. Zurich Insurance war zudem in der Lage, das Geschäft in einem weitgehend gesättigten Markt deutlich über das Marktwachstum zu steigern. Zu diesen Marktanteilsgewinnen kommt als wichtiges Argument, den Titel zu behalten, die hohe Solvenzquote von 263% hinzu. Die Gesamtrendite für den Aktionär von Zurich Insurance ist gegenüber dem Jahresbeginn praktisch unverändert, d.h. es liegt noch einiges an Kurspotenzial brach, zumal die hohe Solvenzquote diverse Möglichkeiten zulässt, mittelfristig aktionärsfreundliche Optionen zu nutzen.

Vom Rückversicherungskonzern Swiss Re haben wir uns in einigen Strategien vollständig getrennt oder die Anteile zumindest erheblich reduziert. Obschon die Hurrikansaison noch nicht zu grossen Schäden geführt hat, wollen wir entsprechende Risiken in der grössten Schadenssaison der Rückversicherungsbranche reduzieren und die leicht überdurchschnittlichen Gewinne im laufenden Jahr realisieren.

Weiterhin erfreut sind wir von der Ergebnisentwicklung bei Swissquote. Die Onlinebank hat die eigenen Jahresziele deutlich angehoben und verfügt weiterhin über viel Potenzial, selbst wenn sie seit Jahresbeginn (+38%) bereits deutlich zugelegt hat. Mittelfristig (2025) will Swissquote jedes Jahr 50’000 neue Kundenkonti eröffnen und 7 Milliarden Franken Nettoneugeld anziehen sowie einen Vorsteuergewinn von 350 Millionen Franken erreichen.

Bei vier der fünf besten SMI-Titeln im laufenden Jahr bleiben wir nach wie vor übergewichtet engagiert. Das sind Kühne+Nagel, Holcim, Partners Group und Swiss Life. Zahlreiche Anlagegremien kommen in der zweiten Augusthälfte zusammen und müssen sich Gedanken machen, ob sie ihre Position, Aktien untergewichtet zu halten, aufrechterhalten möchten. Damit konnte man sich im bisherigen Jahresverlauf keine Lorbeeren holen. Hedge Funds, die sich auf Long / Short Strategien stützen und angesichts Rezessionserwartungen hauptsächlich Aktien im ersten Halbjahr leer verkauft haben, sitzen momentan allesamt auf heftigen Buchverlusten. Gleichen diese Fundmanager ihre Positionen aus, gibt es weiteren Auftrieb für Aktien insbesondere von jenen Unternehmen, die überzeugende Resultate präsentieren.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

15. August 2023: Deutschland: ZEW Umfrage Aktuelle Lage August
16. August 2023: Eurozone: Reales BIP-Wachstum 2. Quartal 2023
17. August 2023: Japan: CPI Kerninflation und Inflation Juli
18. August 2023: Eurozone: CPI Kerninflation und Inflation Juli

Veranstaltungen

Geld anlegen ist auch Vertrauenssache – Informationsveranstaltung für Privatpersonen – August 2023

Am Dienstag, 29. August 2023 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt.
Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

Zur Anmeldung


Zugerberg Finanz Anlageforum für institutionelle Anleger

Das Forum richtet sich an institutionelle Anleger, insbesondere Stiftungsräte und Pensionskassenvertreter.

Datum: Dienstag, 24. Oktober 2023
Ort: Lüssihof (Lüssiweg 47, 6300 Zug)
Zeit: 8.00 bis 10.00 Uhr mit kleinem Frühstück

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung folgen in Kürze über unsere Webseite.


Zuger Messe

Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent und freuen uns, Sie an unserem Messesstand begrüssen zu dürfen. Die Herbstmesse findet von Samstag, 28. Oktober bis Sonntag, 5. November 2023 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt. Weitere Informationen folgen in Kürze über unsere Webseite.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.22
SMI 11'081.6 +3.3%
SPI 14'623.9 +6.5%
DAX € 15'832.2 +13.7%
Euro Stoxx 50 € 4'321.3 +13.9%
S&P 500 $ 4'464.1 +16.3%
Dow Jones $ 35'281.4 +6.4%
Nasdaq $ 13'644.9 +30.4%
MSCI EM $ 997.7 +4.3%
MSCI World $ 2'972.7 +14.2%
Obligationenmärkte Seit 31.12.22
SBI Dom Gov TR 204.0 +6.8%
SBI Dom Non-Gov TR 111.6 +2.6%
Immobilienmärkte Seit 31.12.22
SXI RE Funds 439.5 –0.1%
SXI RE Shares 3'038.3 +4.8%
Rohstoffe Seit 31.12.22
Öl (WTI; $/Bbl.) 83.2 +3.7%
Gold (CHF/kg) 53'941.1 –0.5%
Wechselkurse Seit 31.12.22
EUR/CHF 0.9598 –3.0%
USD/CHF 0.8767 –5.2%
EUR/USD 1.0949 +2.3%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.70% 1.7%–1.9% 1.7%–1.9%
EUR 3.78% 3.7%–4.0% 3.6%–3.9%
USD 5.36% 5.3%–5.5% 4.0%–4.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.09% 0.8%–1.1% 0.8%–1.1%
EUR 2.60% 2.4%–2.7% 2.4%–2.7%
USD 4.15% 3.6%–3.8% 3.0%–3.3%
Teuerung
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.8% 1.9% 1.6%
Euroland 8.5% 5.3% 3.0%
USA 8.0% 3.4% 2.2%
Wirtschaft (BIP real)
2022 2023P 2024P
Schweiz 2.2% 1.0% 1.5%
Euroland 3.3% 1.1% 1.5%
USA 1.9% 1.6% 2.0%
Global 3.0% 2.7% 3.0%
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