Der Frühlingsduft ist erfrischend. Besonders erfreulich war er für den weltweit grössten Aroma- und Riechstoffkonzern Givaudan (Aktie: +9% seit Jahresbeginn), dem es regelmässig gelingt, selbst bei schwacher weltweiter Wirtschaftsentwicklung diese um durchschnittlich 4% p. a. zu überflügeln. Dem Unternehmen gelang im ersten Quartal 2023 ein eindrückliches organisches Wachstum trotz einer rückläufigen Entwicklung in Nordamerika. Im Riechstoffsegment legte Givaudan stark zu, insbesondere im Bereich der Luxusparfümerie (+20.9%). Vermutlich unterschätzt der Markt jedoch immer noch das damit verbundene Aufwärtspotenzial bei Margen und Cash Flow.
Gut läuft es derzeit auch für die Nestlé-Beteiligung L’Oréal. Der französische Kosmetikkonzern weist ein starkes Wachstum auf und verfügt über stolze, frei verfügbare Geldflüsse. Ein Teil davon (2.5 Milliarden Dollar) wurde kürzlich in die Übernahme der Kosmetikalinie Aesop investiert. Als der Coiffeur Dennis Paphitis 1987 im australischen Melbourne begann, hochwertige, feinduftige Produkte ohne Tierversuche zu erzeugen, glaubte noch niemand an den Erfolg. Dann kam ein Private Equity Unternehmen, welche das Wachstum vorantrieb und Aesop weltweit sorgfältig zu einer Kultmarke entwickelte – alle Produkte sind abgefüllt in klassischen Apothekerfläschen und sollen sinnliche Freude schenken.
Freuen darf sich auch der Nestlé-Aktionär (+5% seit Jahresbeginn). Die 20% Beteiligung an L’Oréal ist mittlerweile 45 Milliarden Franken wert. Zieht man diesen Wert von der gegenwärtigen Marktkapitalisierung der Nestlé ab, liegt der verbleibende Marktwert bei 270 Milliarden Franken. Allerdings läuft bis 2024 ein gigantisches Aktienrückkaufsprogramm von 20 Milliarden Franken, so dass die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns in den kommenden Jahren eine verlockende Gewinnverdichtung aufweisen wird.
Der Swiss Market Index (SMI) legte auf 11’342 Punkte zu, 1.0% höher als in der Vorwoche und 5.7% mehr als zu Jahresbeginn. Allerdings haben es die Schwergewichte nicht leicht, von der Zuversicht der Investoren zu profitieren. Bei den Pharmagiganten Roche (-5% seit Jahresbeginn) und Novartis (+5%) ist dies noch einigermassen verständlich. Der Hauptumsatz wird in Dollar erzielt, und dieser hat in den letzten sechs Monaten satte 10% an Wert eingebüsst. Die Pipeline an neuen Blockbustern kommt zudem nicht wie erhofft voran. Einzig bei Novartis gibt es mit der Phase III Studie für Kisqali Hoffnung. In der vorläufigen Analyse konnte ein klinisch bedeutender Nutzen in der Bekämpfung von Brustkrebs im Frühstadium nachgewiesen werden.
Zu Jahreshöchstständen reichte es in der vergangenen Woche für Swissquote (+42% seit Jahresbeginn), Lonza (+30%), Alphabet (+23%) und BKW (+16%). Das Thalwiler Unternehmen u-blox (+7%) büsste trotz dem soliden Umsatzwachstum von 20% im ersten Quartal etwas ein, weil der schwächere Dollar zunehmend für Gegenwind sorgt.
Bei den Bautiteln ist eine erstaunliche Wandlung im Gang. Die SMI-Aktie, welche in den letzten Monaten die stärkste Erhöhung bei den Gewinnprognosen für das laufende Jahr erfuhr, ist Holcim. Im Durchschnitt wurden die Prognosen um 14% erhöht. Ein vergleichbares Bild lässt sich bei Heidelberg Materials, Saint Gobain und Geberit beobachten.
Dabei könnte man meinen, die Baubranche leide besonders unter den Leitzinserhöhungen und daraus abgeleitet aus einer geringeren Bautätigkeit. In der Tat sind es nicht nur Mengenzuwächse, welche diese Unternehmen auszeichnen. Vielmehr ist es ihre rasante Wandlung, einen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Rund ein Drittel des Kohlendioxids stammt aus dem Immobilienbereich, wo genauer hingeschaut wird. Vor kurzem wurde Saint Gobain vom US-Energieministerium mit dem «2023 Better Project Award» für das smarte Energiemanagementsystem in ihrer Gipsfabrik ausgezeichnet.
Die guten Konzerne im Baugeschäft zeichnen sich durch eine überragende Preissetzungsmacht, enge Kostenkontrolle und robustes Wachstum aus. Entscheidender Werttreiber wird jedoch immer mehr ihr Beitrag zur Dekarbonisierung. Den marktführenden Unternehmen winken dadurch höhere Margen sowie letztlich geringere Kapitalkosten bei vergrösserten Marktentwicklungschancen.
Holcim hat durch die Übernahmen von Firestone Building, Malarkey und PRB Group das eigene Profil schon erheblich verbessert. Das Segment «Solutions & Products» macht bereits 25% Umsatzanteil aus und wächst zweistellig. Im erst zweiten Klimabericht von Holcim werden deutliche Verbesserungen sichtbar. So sank 2022 der CO2 Ausstoss pro Nettoumsatz um 21%. Holcim verpflichtete sich, den Wert im laufenden Jahr weiter um über 10% zu senken. Um das Ziel der Klimaneutralität schneller zu erreichen, strebt der Konzern bis 2030 einen Wert von 420 kg CO2 pro Tonne Zementmaterial an (2022: 562 kg). Bisher lag das Ziel bei 475 kg; gleichzeitig erhöhte sich der Recyclinganteil massiv. Auch Sika und Saint Gobain verfolgen mit ihren Übernahmen von MBCC respektive Chryso und GCP einen karbonneutralen Pfad, der nachhaltiges Wachstum verspricht.
Zugerberg Finanz KidsDay – Mai 2023
Am Mittwoch, 17. Mai 2023 findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Next Sport Generation die 9. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren anmelden. Austragungsort ist die Sportanlage Eschfeld in Steinhausen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.
Zur Anmeldung
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2023
Am Donnerstag, 15. Juni 2023 und Dienstag, 20. Juni 2023 findet im Theater Casino in Zug sowie im KKL in Luzern die 31. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblicks statt. An dieser Informationsveranstaltung informieren wir über das Geschehen in der Wirtschaft und an den internationalen Kapitalmärkten sowie über die Entwicklung unserer Vermögensverwaltung. Die Veranstaltung wird an folgenden drei Terminen durchgeführt:
Theater Casino Zug
KKL Luzern
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