Wochenbericht 34/2021

Publikationen

Kapitalmärkte mit belebender Unruhe

Die Unruhe in der vergangenen Woche hatte verschiedene Gründe, wirkte jedoch belebend. Fast jeden Tag gab es neue Möglichkeiten, vereinzelte Aktien zu einem günstigen Kurs zu bekommen. Denn wer kurzfristig nicht einen rundum überzeugenden Leistungsausweis abliefert, muss gleich zweistellige Kursverluste in Kauf nehmen. Geduld honoriert dagegen den langfristigen Investor.

Der Abzug in Afghanistan erweist sich immer mehr als Beginn von neuen Problemen. Die jüngsten ökonomischen Signale aus den USA waren nicht mehr auf dem euphorischen Niveau vorangegangener Perioden. Zudem öffnete das jüngste Protokoll der US-Zentralbank Federal Reserve den Anlegern die Augen, denn die unendliche Versorgung der Liquidität dürfte allmählich etwas zurückgehen. Das ist auch angemessen, denn mittlerweile fliesst ein erheblicher Teil der zusätzlichen Liquidität, die von der Zentralbank an die Geschäftsbanken gewährt wird, zumindest über Nacht wieder an die Zentralbank zurück.

Ein Unruheherd blieb China, weil das dortige konjunkturelle Momentum abnimmt. In China legte die Administration einen zentralen Hafen aufgrund der Null-Covid-Politik lahm, was für erneute Lieferkettenproblematik sorgte. Das stärkte global Zweifel am gegenwärtigen konjunkturellen Höhenflug und liess innert Wochenfrist die haussierenden Notierungen von Rohöl (-7%) sowie von den Industriemetallen Kupfer (-7%) und Eisenerz (-8%) fallen.

Auch der Chip-Stress in der Automobilbranche hält an. Infineon Technologies kündigte inzwischen an, ihre Chip-Preise zu erhöhen. U-blox verzeichnet ein Orderbuch, welches das Siebenfache des Wertes vom vergangenen Sommer beträgt. Aber die Produzenten kommen mit den Lieferungen überhaupt nicht nach, weshalb das Halbjahresergebnis 2021 enttäuschend ausfiel. Das IT Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner geht von einer Normalisierung bis Mitte 2022 aus. Bei anhaltend hoher Nachfrage könnte der Chipmangel jedoch bis Mitte 2023 andauern.

In einem anderen Segment befindet sich Nvidia, der weltweite Leader im Bereich Chips für Videospiele. Wenn am Mittwoch die Spielemesse «Gamescom» (rein digital) beginnt, ist Nvidia an vorderster Front dabei. Der globale Videospielmarkt wird unterschätzt. Er war schon vor Corona grösser als die gesamte Film- und Musikindustrie zusammen. Der Siegeszug der Spiele beschleunigte sich mit den Smartphones, auch wenn dies von chinesischen Regierungskreisen mit Argwohn beobachtet und mit Beurteilungen wie «spirituelles Opium» und «elektronische Drogen» gebrandmarkt wird.

Positive Zeichen setzt der Schweizer Immobilienkonzern PSP ab. Das Management schätzt den Vermietungsmarkt als stabil ein. Die Rendite liegt bei rund 4.0%. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die vergangene Woche nach einem zwischenzeitlichen Allzeithoch nahe beim Höchststand. Beim SMI waren es 12’415 Punkte (+16% seit Beginn des Jahres).

Thema der Woche: Innovationen beleben unseren Alltag

In allen Branchen wird man für erfolgreiche Innovationen belohnt. Dafür sorgt der Wettbewerb. Innovationen beleben das Leben, sie erneuern dieses geradezu. In Darmstadt wird gerade eine hochautomatisierte «Gigafactory» eröffnet. Die Fabrik ist damit der grösste Produktionsstandort Europas für den Bau von Batteriesystemen für Busse, Industrie- und Schienenfahrzeuge. Je nach Bedarf wird das Werk zehntausende von Nutzfahrzeugen jährlich mit hocheffizienten Systemen ausstatten und damit massgeblich zu einer besseren Luftqualität in urbanen Räumen sorgen.

Innovationen im Städtebau sind rarer. Das urbane Leben lässt sich nicht einfach umbauen. Aber es gibt immer mehr Stadtteile, welche die 15-Minuten Stadt als Vorbild haben: Das sind Stadtteile, in dem man alles, was man im täglichen Leben benötigt, innert 15 Minuten zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem Elektro-Scooter erreichen kann. Die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Wohnen, Freizeit und Arbeiten zu reduzieren, vermittelt ein neues Lebensgefühl. Die norwegischen Städte Oslo und Bergen mutierten deswegen zu «happy places» mit einer hohen Identifikation durch die eigene urbane Bevölkerung – allerdings mit einem hohen Preisschild. Innovationen haben ihren Preis.

Doch Innovationen vermögen eben auch die Kosten und letztlich die Preise zu reduzieren. Meerwasserentsalzung blieb jahrhundertelang ein Traum. Vor rund zwanzig Jahren war man technologisch immerhin in der Lage, eine industrielle Anlage zu errichten. Allerdings blieb die Entsalzung grundsätzlich viel teurer als die Grundwasserentnahme.

Meerwasserentsalzung auf Lanzarote

Doch bei letzterem sind mengenmässige Grenzen absehbar; umso bedeutender wird die Meerwasserentsalzung, die heute nur noch 40 Rappen pro Kubikmeter Wasser kostet. Damit lässt sich auch in grundwasserarmen Regionen nahe beim Meerwasser eine Perspektive für ein angenehmes Leben mit einer florierenden Landwirtschaft vermitteln. Gerade der Nahe Osten, der auch für Klimaflüchtlinge nach Europa sorgt, kann davon profitieren. Wo man aus Meer- Trinkwasser machen kann, wird vielleicht die wichtigste Lebensgrundlage geschaffen. Nicht umsonst haben wir auf der beliebtesten Schweizer Banknote, der «blauen» Hunderter Note, das Thema Wasser abgebildet.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

24. August 2021 Deutschland: Bruttoinlandprodukt 2. Quartal, Privater Konsum Juli
25. August 2021 Deutschland: ifo Geschäftsklima August
26. August 2021 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe Woche 32, August
27. August 2021 USA: Treffen zum Thema Geldpolitik in Jackson Hole

Veranstaltungen

Die Zugerberg Finanz Trophy erfreut sich grosser Beliebtheit

Die Zugerberg Finanz Trophy bewegt Zug. Das Format mit permanent eingerichteten Zeitstrecken für jedermann und -frau, verteilt auf 6 Etappen, an denen man sich mit anderen und mit sich selber messen kann, erfreut sich grosser Beliebtheit. Der Trend zu mehr Bewegung, mehr Fitness und damit mehr Gesundheit hat längst die breite Bevölkerung erreicht. Sport und Bewegung sorgen für mehr Zufriedenheit, mehr Ausgeglichenheit und damit für ein besseres Lebensgefühl.

Bis anhin lag der Allzeit-Rekord in Sachen registrierter Zeiten bei 10’586, realisiert im Jahr 2017. Dieser Wert wurde gestern – sechs Wochen vor Abschluss der diesjährigen Austragung der Zugerberg Finanz Trophy – übertroffen. Was für ein Meilenstein!

Auch die Zugerberg Finanz ist bei der Trophy gut dabei und belegt bei den Teams den tollen 8 Platz.

In der vergangenen Woche fand zudem der Zugerberg Finanz KidsDay mit über 90 fussballbegeisterten Kindern in Steinhausen statt.

Und am Zugerberg Finanz Wandertag waren am letzten Freitag 80 wanderbegeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer über 18 Kilometer auf dem Zugerberg unterwegs.

Mehr zu diesen beiden Anlässen und viele tolle Schnappschüsse finden Sie in Kürze auf unserer Website.

Herzlich,

Timo Dainese
CEO, Gründer und
geschäftsführender Partner

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.20
SMI 12'415.7 +16.0%
SPI 15'917.9 +19.4%
DAX € 15'808.0 +15.2%
Euro Stoxx 50 € 4'147.5 +16.7%
S&P 500 $ 4'441.7 +18.3%
Dow Jones $ 35'120.1 +14.7%
Nasdaq $ 14'714.7 +14.2%
MSCI EM $ 1'220.8 –5.5%
MSCI World $ 3'080.0 +14.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.20
SBI Dom Gov TR 236.2 –1.7%
SBI Dom Non-Gov TR 120.9 +0.8%
Immobilienmärkte Seit 31.12.20
SXI RE Funds 524.4 +8.5%
SXI RE Shares 3'352.8 +9.8%
Rohstoffe Seit 31.12.20
Öl (WTI; $/Bbl.) 62.3 +28.4%
Gold (CHF/kg) 52'515.8 –2.8%
Wechselkurse Seit 31.12.20
EUR/CHF 1.0728 –0.8%
USD/CHF 0.9171 +3.6%
EUR/USD 1.1698 –4.2%
Kurzfristige Zinsen
3M Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.77 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.56 −0.6 - −0.5 -0.5 - -0.3
USD +0.13 0.0 - +0.3 0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10 Jahre Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.39 −0.2 - 0.0 −0.2 - +0.1
EUR –0.53 −0.2 - 0.0 0.0 - +0.2
USD +1.26 +1.2 - +1.5 +1.6 - +1.9
Teuerung
2021P 2022P 2023P
Schweiz 50.0% 120.0% 100.0%
Euroland 170.0% 150.0% 150.0%
USA 350.0% 250.0% 220.0%
Wirtschaft (BIP real)
2021P 2022P 2023P
Schweiz 350.0% 300.0% 180.0%
Euroland 440.0% 460.0% 220.0%
USA 680.0% 400.0% 250.0%
Global 620.0% 470.0% 380.0%
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