Wochenbericht 28/2021

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Halbjahresergebnisse treffen ein

Eine Reihe von Halbjahresergebnissen ist eingetroffen. Weitere Werte werden in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass der Fokus von der makroökonomischen Entwicklung auf die unternehmerische Ebene verlagert wird. Die Zuwachsrate bei den Gewinnen ist eindrücklich und verbleibt wohl für einige Quartale auf einem hohen Niveau, sofern sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt. Zurecht wird deshalb auch weiterhin den jüngsten Makro-Indikatoren Beachtung geschenkt. So verbesserten sich die weltweiten Wirtschaftsdaten im Juni ein dreizehntes Mal in Folge. Allerdings zeichnen sich deutliche Unterschiede zwischen China (verlangsamte Dynamik), den USA (höchste Wachstumsgeschwindigkeit) und Europa (beschleunigte Dynamik) ab.

Nach dem fast perfekten ersten Halbjahr wird das zweite Halbjahr anlegerisch vermutlich etwas anspruchsvoller werden. Wir rechnen mit weiter steigenden Kursen, aber auch etwas erhöhter Volatilität. Sowohl bei den Aktien, wie auch bei den Unternehmensanleihen gibt es noch Spielraum. Diszipliniertes, selektives Vorgehen bleibt zentral. Bei den Aktien sind die Vorjahresvergleiche problematisch. Aufgrund von wochen- und monatelangem Lockdown im zweiten Quartal 2020 führt der Vorjahresvergleich zu grossartigen Zahlen. Umso wichtiger wird es sein, den Ausblick genau zu verfolgen.

Diverse Zentralbanken in stark wachsenden Schwellenländern sehen sich inzwischen einem verstärkten Inflationsdruck ausgesetzt. Wird da mit Leitzinserhöhungen reagiert, wie dies zuletzt in der Türkei, in Brasilien und in Russland beobachtet werden konnte? Inflation und Finanzstabilität mögen das eine Thema sein, ein anderes haben derzeit asiatische Schwellenländer. Weil die Impfquote immer noch tief ist, kann sich dort die Delta-Variante ausbreiten, was die Konjunkturaussichten schwächt. Das Zuhausebleiben wie auch zuschauerlose Olympische Spiele werden in Japan die Kauflaune gewiss nicht erhöhen.

Konkrete Warnhinweise durch enttäuschende Konjunkturdaten gab es in der vergangenen Woche aus China. Diese haben die Aktienmärkte am Donnerstag für einen Tag global auf Talfahrt geschickt. China dürfte in den kommenden Quartalen deutlich langsamer zulegen. Das trifft dann auch gewisse Schweizer Industrieunternehmen, die direkt und indirekt in den vergangenen Jahren immer stärker mit China verbunden sind.

Auf jede Talfahrt wird aber noch immer mit Anschlusskäufen reagiert. Am Freitag erholten sich die Aktienmärkte weltweit wieder. Das ist ein typisches Signal dafür, dass eine grössere Zahl an Investoren immer noch unterinvestiert ist. Viele Investoren sind im Frühjahr 2020 zumindest teilweise aus den Aktien ausgestiegen, beobachten seither die darauffolgende Rally mit Argusaugen und warten noch immer auf günstige Einstiegskurse. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche praktisch unverändert bei 11’989 Punkten (+0.2% gegenüber der Vorwoche).

Thema der Woche: Rekordquartal bei den Unternehmen

Noch nie gab es ein Quartal mit derart vielen «positiven Gewinnwarnungen». Im Laufe des zweiten Quartals 2021 mussten viele Unternehmen mitteilen, dass inzwischen eine bessere Gewinnentwicklung vorläge als ursprünglich erwartet. Deshalb überrascht es auch kaum, dass die Gewinnprognosen in den USA wie auch in Europa in den vergangenen Monaten so stark wie nie seit dem Jahr 2000 nach oben korrigiert worden sind. Das hängt auch mit den gelockerten Pandemierestriktionen zusammen.

Die Haltung gegenüber zyklischen Unternehmen blieb in den vergangenen Monaten skeptisch. Diesbezüglich gibt es gewiss noch Spielraum nach oben. Das gilt auch für Versicherungswerte. Diese «leiden» unter den tiefen Anleihensrenditen. Obschon die Kerninflation in den USA 3.8% erreicht hat, ist die Rendite von zehnjährigen US-Schatzanleihen auf 1.3% gefallen – im März lag sie noch bei 1.8%. Mit anderen Worten: Die Realrenditen auf Staatsanleihen sind deutlich stärker negativ geworden. Das sorgt für zunehmende Verlagerung der langfristigen Investments in Realanlagen.

Die Marktteilnehmer betrachten die erhöhte Inflation als rein temporäres Phänomen. Davon profitieren sollten Anbieter von nichtkotierten Beteiligungen in Fremd- und Eigenkapital. Private Debt und Private Equity mit ihren Illiquiditäts- und Komplexitätsprämien sind Stärken der Partners Group. Wir sind gespannt, ob sich dies im Neugeldzufluss des ersten Semesters niederschlägt.

Zurückhaltend sind wir hinsichtlich des Maschinenbaus: Nicht viele kommen mit der chinesischen Konkurrenz zurecht. Im Branchenverband Swissmem wie auch im deutschen Pendant VDMA wird beobachtet, wie sich in jüngster Zeit die chinesischen Maschinenbauer zum Exportweltmeister gehievt haben. Die Volksrepublik verfolgt mit der Strategie «Made in China 2025», die global führende Stellung einzunehmen – in einem Bereich, in dem die schweizerischen und deutschen Maschinenbauer jahrzehntelang als marktführend galten. China baut inzwischen mehr Maschinen und Anlagen als Deutschland, die USA, Japan und Italien zusammen.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

12. Juli 2021 China / USA: Handelsbilanz & (Kern-)Inflation Juni
13. Juli 2021 Vereinigtes Königreich: Inflation und Kerninflation Juni
14. Juli 2021 USA: Beschäftigungsentwicklung, Empire State und Philly Fed Index Juli
15. Juli 2021 USA: University of Michigan Konsumentenvertrauen Juli

Nachrichten

Zugerberg Finanz Wandertag August 2021

Am Freitag, 20. August 2021 (Verschiebedatum Do., 26. August 2021) findet die 13. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wandertags statt. Nach mehr als einem Jahr freuen wir uns sehr darauf, wieder gemeinsam mit Ihnen auf unserem schönen Hausberg zu wandern.

Die Gesamtlänge der Wanderung beträgt rund 18 Kilometer mit einer reinen Wanderzeit von ca. 5 Stunden. Sie ist daher nur für geübte Wanderer mit entsprechender Kondition und Ausdauer zu empfehlen. Den krönenden Abschluss bildet ein Apéro im schönen Park des Lüssihofs.

Bitte merken Sie sich das Datum bereits vor. Weitere Details zur Route und die Möglichkeit zur Anmeldung werden in Kürze über den Veranstaltungsbereich unsere Webseite abrufbar sein.


Zugerberg Finanz KidsDay 2021

Am Mittwoch, 18. August 2021 findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Next Sport Generation die 7. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder der Jahrgänge 2009–2015 anmelden. Austragungsort ist die Sportanlage Eschfeld in Steinhausen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.

Jedes Kind erhält ein Starter-Paket mit Fussballtrikot, Trinkflasche, Imbiss-Bon und weiteren Extras. Getränke und gesunde Snacks stehen den Kindern à discrétion zur Verfügung. Gerne können Sie Ihr/e Kind/er über nachfolgenden Link anmelden.

zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.20
SMI 11'989.8 +12.0%
SPI 15'408.9 +15.6%
DAX € 15'687.9 +14.4%
Euro Stoxx 50 € 4'068.1 +14.5%
S&P 500 $ 4'369.6 +16.3%
Dow Jones $ 34'870.2 +13.9%
Nasdaq $ 14'701.9 +14.1%
MSCI EM $ 1'318.2 +2.1%
MSCI World $ 3'053.1 +13.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.20
SBI Dom Gov TR 232.1 –3.5%
SBI Dom Non-Gov TR 120.4 +0.4%
Immobilienmärkte Seit 31.12.20
SXI RE Funds 522.7 +8.1%
SXI RE Shares 3'284.0 +7.5%
Rohstoffe Seit 31.12.20
Öl (WTI; $/Bbl.) 74.6 +53.7%
Gold (CHF/kg) 53'178.4 –1.6%
Wechselkurse Seit 31.12.20
EUR/CHF 1.0857 +0.4%
USD/CHF 0.9147 +3.3%
EUR/USD 1.1876 –2.8%
Kurzfristige Zinsen
3M Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.76 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.55 −0.6 - −0.5 −0.6 - −0.4
USD +0.13 0.0 - +0.3 0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10 Jahre Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.29 −0.6 - −0.4 −0.3 - −0.1
EUR –0.34 −0.6 - −0.3 −0.2 - +0.2
USD +1.36 +1.2 - +1.4 +1.4 - +1.6
Teuerung
2021P 2022P 2023P
Schweiz 50.0% 120.0% 120.0%
Euroland 100.0% 150.0% 200.0%
USA 160.0% 240.0% 250.0%
Wirtschaft (BIP real)
2021P 2022P 2023P
Schweiz 500.0% 200.0% 180.0%
Euroland 600.0% 260.0% 180.0%
USA 300.0% 200.0% 220.0%
Global 540.0% 350.0% 350.0%
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