Das Investorenvertrauen bleibt weiterhin von Zuversicht geprägt. Verschiedenste makroökonomische Indikatoren wie auch der unternehmensbezogene Nachrichtenfluss verstärken diese Grundausrichtung. In diesem Umfeld überrascht es nicht, dass der Swiss Market Index (SMI) in der vergangenen Woche zwar ein neues Höchst erreichte, die Woche aber wieder leicht unter der Schwelle von 12’000 Punkten beendete. Das sind 11.8% mehr als zu Jahresbeginn.
Weiterhin wird der Eindruck vermittelt, dass die Wirtschaft in China unter neuen Covid Ausbrüchen leidet, insbesondere in der Exportregion Guangdong. Auch der rasante Lohnanstieg der letzten Jahre sorgte dafür, dass die Fertigungsstätten in China ihren Höhepunkt überschritten haben dürften. Derzeit wird jedenfalls ein «Reshoring» nach Europa beobachtet, d.h. Lieferketten weg von China werden begünstigt. Das betrifft beispielsweise Firmen wie Pierer Mobility und den Fahrradhersteller Woom. Dank Robotern, Ingenieurskapazitäten und Schichtbetrieb ist die Produktion in (Ost-)Europa günstiger als in China, Südkorea oder Vietnam geworden.
Wenig überraschend glitt deshalb der chinesische Einkaufsmanagerindex der nichtstaatlichen Unternehmen auf 51.3 Punkte (-0.7) zurück. Der Shanghai Shenzhen CSI 300 Index, Leitindex der chinesischen Privatwirtschaft, liegt 2.5% tiefer als zu Jahresbeginn. Aber gewiss ist der Aktienmarkt auch nicht gerade der Hauptfokus der Kommunistischen Partei, die derzeit in Beijing ihren 100. Geburtstag feiert – wobei nicht der Gründer Mao im Vordergrund steht, sondern der heutige Partei-, Staats- und Armee-Führer Xi Jinping.
Optimismus macht sich weiterhin beidseits des Atlantiks breit. Die US Wirtschaft überzeugt mit einem zuletzt unerwartet starken Anstieg der Beschäftigung. Die kurzfristigen Effekte der Inflation scheinen da wie hier unter Kontrolle. In Deutschland ist sie im Juni auf 2.3% gesunken. Die Inflationsgefahren, die medial kolportiert worden sind, erweisen sich immer mehr als überzogen. Und in Europa widerspiegelte der starke Ifo Indexanstieg, dass man wirklich an einem Wendepunkt zu einem mehrjährigen Aufschwung angelangt ist.
Europa setzt gerade auch in der Chipindustrie zur Aufholjagd an. In Forschung, Entwicklung und Produktion wird Gas gegeben. Das demonstrieren auch die Pläne von Infineon, Bosch und Globalfoundries. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Chip-Anteil in einem Auto. Seit VW 1967 den ersten Motor mit einer elektronischen Benzineinspritzung gebaut hatte, der Jetronic von Bosch, ist der Anteil von Chips stets gestiegen. Derzeit liegt der Wert der Mikroelektronik in einem Auto bei 700 Franken in einem Neuwagen, in vier Jahren dürfte er durch die verstärkte eMobilität bereits 1’000 Franken übersteigen. Davon profitiert auch u-blox.
Wenn wir uns an den Beginn der Pandemie zurückversetzen, so war beeindruckend, wie rasch und klar die Zentralbanken reagiert haben. In der globalen Finanzkrise von 2008/09 war das nicht so. Vielmehr stellte man damals ein unkoordiniertes, zögerliches Vorgehen fest. Nicht so im Frühjahr 2020: Da wurde rasch auf den Absturz reagiert. Weil die Geldumlaufsgeschwindigkeit absackte, musste das Gleichgewicht zum Güterkorb mit umso mehr Zentralbankgeld kompensiert werden, um eine Depression zu vermeiden.
Dank der Impffortschritte lässt sich inzwischen erhoffen, dass allmählich Schutzmassnahmen entfallen und das Wirtschaftsgeschehen weiter an Dynamik zulegt. Damit verbunden sind ein erhöhtes Verbrauchervertrauen und letztlich ein Anstieg der Geldumlaufgeschwindigkeit: Das heisst, Geld, das bislang auf Konti gehortet wurde, fliesst wieder in den Konsum und löst Investitionen aus. Da unstete Konsum-, Spar- und Zahlungsverhalten wird in einer stabilitätsorientierten Zentralbank genau verfolgt.
Die Aufgabe, Preisstabilität zu wahren, ist bei vielen Zentralbanken die vorrangige Aufgabe. Ihr Rollenverständnis blieb in dieser Krise ausgezeichnet. Manchenorts sind zwar die Grenzen zwischen der Geld- und der Fiskalpolitik kaum mehr zu erkennen, beispielsweise in China, in Russland und in der Türkei. Andernorts werden glaubwürdige Geldpolitiker vorübergehend sogar Regierungschefs (z.B. Italien mit Mario Draghi), um mit ihrem geldpolitischen Reputationsvorsprung auch noch ein staatliches Reformprogramm durchzusetzen.
In Westeuropa wie auch in den USA blieben die jeweiligen Zentralbanken genügend distanziert, um sich gegen eine monetäre Staatsfinanzierung zu wehren. Selbst wenn die Zentralbanken einen wesentlichen Teil der Staatsanleihen halten, so bleibt der Markteinfluss immer noch dominant. Es kommt beispielsweise zu Renditeabständen zwischen Anleihen von fiskalisch «disziplinierten» und «weniger disziplinierten» Staaten. Diese Renditespreads sind wichtig und signalisieren, wie viel Vertrauen der Markt in die Solidität der Staatsfinanzen eines Landes hat. Vorwärtsgerichtet bleibt aber der Kern: Die Preisstabilität ist gewahrt und sicheres, vertrauenswürdiges Geld wird nicht durch Algorithmen und Blockchains geschaffen, sondern von kompetenten Institutionen gehütet.
Zugerberg Finanz Wandertag August 2021
Am Freitag, 20. August 2021 (Verschiebedatum Do, 26. August 2021) findet die 13. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wandertags statt. Nach mehr als einem Jahr freuen wir uns sehr darauf, wieder gemeinsam mit Ihnen auf unserem schönen Hausberg zu wandern.
Die Gesamtlänge der Wanderung beträgt rund 18 Kilometer mit einer reinen Wanderzeit von ca. 5 Stunden. Sie ist daher nur für geübte Wanderer mit entsprechender Kondition und Ausdauer zu empfehlen. Der krönende Abschluss bildet ein Apéro im schönen Park des Lüssihofs.
Bitte merken Sie sich das Datum bereits vor. Weitere Details zur Route und die Möglichkeit zur Anmeldung werden in Kürze über den Veranstaltungsbereich unsere Webseite abrufbar sein.
Zugerberg Finanz KidsDay 2021
Am Mittwoch, 18. August 2021 findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Next Sport Generation die 7. Ausgabe des Zugerberg Finanz KidsDay in Steinhausen statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder der Jahrgänge 2009-2015 anmelden. Austragungsort ist die Sportanlage Eschfeld in Steinhausen. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.
Jedes Kind erhält ein Starter-Paket mit Fussballtrikot, Trinkflasche, Imbiss-Bon und weiteren Extras. Getränke und gesunde Snacks stehen den Kindern à discrétion zur Verfügung. Gerne können Sie Ihr/e Kind/er über nachfolgenden Link anmelden.
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