Wochenbericht 20/2021

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Kräftige BIP Expansion im Sommer steht bevor

Die vergangene Woche beendete der Swiss Market Index (SMI) bei 11’120 Punkten, wenig verändert zur Vorwoche. Unabhängig von den Börsenschwingungen nimmt die Konjunktur in Europa Fahrt auf. Die Wirtschaft steht vor einem eindrücklichen Post-Corona-Boom. Die Auftragsbücher füllen sich, aber wegen Lieferengpässen konnte bislang die industrielle Produktion erst mit angezogener Handbremse hochgefahren werden. Nun steht jedoch eine kräftige Expansion des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Sommer bevor.

Die Konjunkturerwartungen beispielsweise von deutschen Finanzexperten haben sich im Mai viel stärker als erwartet aufgehellt und den höchsten Wert seit mehr als 21 Jahren erreicht. Das geht aus dem Stimmungsbarometer des ZEW Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim hervor. Der Konjunkturindikator stieg gegenüber dem Vormonat auf 84.4 Punkte (+13.7). Analysten hatten nur einen leichten Anstieg auf 72 Punkte erwartet.

Mit diesem steilsten Anstieg seit Anfang 2000 überraschte der ZEW Index. Der Impfturbo ist gezündet. Das Bremsen der dritten Covid-19 Welle hat die Finanzmarktexpertinnen und -experten noch optimistischer werden lassen. Die Befragten rechnen mit einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung in den nächsten sechs Monaten. Das sehen auch andere Volkswirte. Fleissig werden derzeit die Prognosen zum Wirtschaftswachstum in fast allen europäischen Ländern erhöht.

Die europäische Wirtschaft wird selbst nach Einschätzung der eher skeptischen EU-Kommission in diesem und im kommenden Jahr schneller wachsen als zuletzt erwartet. Mit Blick auf Impferfolge und Lockerungen nach der Corona-Krise hob das Brüsseler Gremium seine Konjunkturprognosen deutlich an. In der EU erwartet sie für 2021 nun 4.2% Wachstum. Für 2022 wird ein Plus von 4.4% vorhergesagt. Nach Angaben von EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni will die Kommission den wirtschaftlichen Erholungsprozess nach der Pandemie weiter unterstützen. Deswegen werde die Verschuldungsgrenze für die EU-Staaten noch bis Ende 2022 ausser Kraft gesetzt, sagte Gentiloni. Bislang galt dies nur bis Ende 2021.

Dabei zeigt sich Europa auch in der Peripherie als robust. Beispielsweise haben griechische Banken seit dem Ende der staatlichen Moratorien für Zins- und Tilgungszahlungen von Bankkunden weniger Kredite umstrukturieren müssen als erwartet. Das erläuterte Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht, beim Delphi Economic Forum 2021. «Bisher war das Zahlungsverhalten nach dem Auslaufen der Moratorien positiv.» Aber es sei noch zu früh, einen Sieg zu verkünden, da die Corona-Krise und deren Folgen noch nicht vorbei seien.

Thema der Woche: Endlich steigen die Inflationsraten

Die jüngsten US-Inflationszahlen waren das, von denen die Federal Reserve (Fed) lange träumte. Der Konsumentenpreisindex für den April war im Vergleich zum Vorjahr um 4.2% gestiegen. Endlich. Damit lag er deutlich über den 2.6% vom März. Auch die Inflation der Erzeugerpreise war im April fester als erwartet: +3.4% gegenüber dem Vorjahr. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen ebenfalls stärker als erwartet zurück. Die Marktbewertung der Inflationsaussichten erhöhte sich im Gleichschritt: Die zehnjährige US-Breakeven-Inflation deutet auf eine durchschnittliche Inflation von 2.5% hin. Dieser Wert liegt wieder im Bereich der Jahre 2004 bis 2014 und wirkt solid verankert. Endlich mehren sich die Anzeichen für lang ersehnte, breit angelegte, moderate Preiserhöhungen.

James Bullard, Verantwortlicher der Fed im Bezirk St. Louis, lobte die Geldpolitik. Er bezeichnete die Anzeichen einer anziehenden Inflation als positives Zeichen für die gute Arbeit der Fed. Es sei ermutigend, dass man die Inflation über 2% heben werde. «Wir werden 2021 eine höhere Inflation haben, vielleicht 2.5% bis 3.0%.» Ein Teil davon – «vielleicht 2.5%» – könne auch 2022 nachhallen. Damit nähert sich die Fed ihrem Ziel, über eine längere Zeit durchschnittlich 2% anzustreben, was ja mathematisch bedingt, dass nach einer Phase von Werten unter 2% (bis Frühjahr 2021) eine Phase folgen muss, in der die Inflationsrate über 2% zu liegen kommt (ab Frühsommer 2021).

Tesla kündigte derweil an, dass es Bitcoin nicht gegen Autos eintauschen wird, da es erkannt hat, dass Bitcoin zunehmend umweltschädlich ist (das Gegenteil von «nachhaltig» und genau dies will ja Tesla mit der Elektromobilität verkörpern). Elon Musks Erkenntnis liess den Bitcoin-Preis vorübergehend gleich um 17% fallen. Manch ein Zentralbanker ist froh darüber, denn das Kriterium «stabiler Wertaufbewahrungsort» ist gewiss nicht erfüllt, solange eine einzelne Person die Kaufkraft derart dramatisch verändern kann.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

18. Mai 2021 Eurozone / USA: 1. Quartal 2021 Beschäftigung / Hausbau Mai
19. Mai 2021 Eurozone / Vereinigtes Königreich: Kerninflation und Inflation April
20. Mai 2021 USA: Arbeitslosenanträge Mai
21. Mai 2021 Japan / Eurozone / USA: Markit Einkaufsmanager Composite Mai

Nachrichten

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick Juni 2021

Aufgrund der anhaltenden Covid-19 Beschränkungen führen wir den für Juni anstehenden Event «virtuell» durch. Nach Anmeldung erhalten Sie Ende Juni einen Link zur Videoaufzeichnung per E-Mail.

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Zugerberg Finanz Classic:
Lauf auf den Zugerberg!

Im Rahmen unserer diversen Engagements im Bereich Sport und Bewegung unterstützen wir die Zugerberg Finanz Classic als Presenting Partner. Die Zugerberg Finanz Classic wurde 1996 als Nachfolge des traditionellen Zugerberg Laufs gegründet. Jährlich absolvieren mehr als 250 Läuferinnen und Läufer die 6.8 Kilometer lange Strecke über 543 Höhenmeter auf den Zuger Hausberg.

Der Lauf findet am Mittwoch, 2. Juni 2021, dem «Global Running Day», statt. Startpunkt ist der Landsgemeindeplatz am Zugersee. Startzeit ist 19 Uhr. Die Schlaufe durch die untere und obere Altstadt sorgt seit jeher für einen stimmungsvollen Lauf mit zusätzlichem Lokalkolorit. Das Ziel befindet sich beim Institut Montana.

Einmal oben angekommen, erfreuen sich die Läuferinnen und Läufer nicht nur über die wundervolle Weitsicht über den schönsten Kanton der Schweiz. Der Ausblick kann unbeschwert genossen werden – die Rückfahrt mit der Zugerberg Bahn zurück in die Stadt ist im Startgeld inbegriffen.

In diesem Jahr zählen die Höhenmeter (543 HM) für die Höhenmeter Challenge der Zugerberg Finanz Trophy.

Mehr Infos: zugerbergfinanz-classic.ch

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.20
SMI 11'120.8 +3.9%
SPI 14'265.7 +7.0%
DAX € 15'416.6 +12.4%
Euro Stoxx 50 € 4'017.4 +13.1%
S&P 500 $ 4'173.9 +11.1%
Dow Jones $ 34'382.1 +12.3%
Nasdaq $ 13'430.0 +4.2%
MSCI EM $ 1'307.5 +1.3%
MSCI World $ 2'938.6 +9.2%
Obligationenmärkte Seit 31.12.20
SBI Dom Gov TR 228.0 –5.2%
SBI Dom Non-Gov TR 119.8 –0.2%
Immobilienmärkte Seit 31.12.20
SXI RE Funds 491.1 +1.6%
SXI RE Shares 3'129.8 +2.5%
Rohstoffe Seit 31.12.20
Öl (WTI; $/Bbl.) 65.4 +34.7%
Gold (CHF/kg) 53'422.6 –1.1%
Wechselkurse Seit 31.12.20
EUR/CHF 1.0947 +1.2%
USD/CHF 0.9014 +1.8%
EUR/USD 1.2141 –0.6%
Kurzfristige Zinsen
3M Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.75 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.55 −0.6 - −0.5 −0.6 - −0.4
USD +0.16 0.0 - +0.3 0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10 Jahre Progn. 3M Progn. 12M
CHF –0.12 −0.6 - −0.4 −0.3 - −0.1
EUR –0.13 −0.6 - −0.3 −0.2 - +0.2
USD +1.63 +1.2 - +1.4 +1.4 - +1.6
Teuerung
2021P 2022P 2023P
Schweiz 50.0% 120.0% 120.0%
Euroland 100.0% 150.0% 200.0%
USA 160.0% 240.0% 250.0%
Wirtschaft (BIP real)
2021P 2022P 2023P
Schweiz 500.0% 200.0% 180.0%
Euroland 600.0% 260.0% 180.0%
USA 300.0% 200.0% 220.0%
Global 540.0% 350.0% 350.0%
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