Der Auftakt in die Berichtssaison zum ersten Quartal ist geglückt. Der Swiss Market Index liegt bei 11’263 Punkten, rund 560 Punkte höher (+5.2%) als zu Jahresbeginn. Das erzeugt gewiss keinen Höhenrausch. Der Technologieindex Nasdaq 100 ist bei 14’052 Punkten auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Dow Jones Industrial hat ebenfalls ein Höchst erreicht. Er lag zuletzt bei 34’200 Punkten.
Parallel dazu entwickeln sich unsere Portfolio-Positionen gut. Die Bewertungen bleiben angesichts der herausragenden wirtschaftlichen und betrieblichen Entwicklungen moderat. Für einen Schub beim Infrastrukturwert Veolia Environnement (+24% seit Jahresbeginn) sorgte die Übernahme von Suez. Zusammen werden sie ihre global führende Stellung in der Abfall- und Wasserwirtschaft ausbauen. In zentralen Themenfeldern wie der Dekarbonisierung von Wirtschaftsaktivitäten liegen die Franzosen an vorderer Stelle.
Ihre Wurzeln reichen weit ins 19. Jh. zurück. Während öffentliche Wasserversorgung, Müllabfuhr und Recycling in vielen Ländern noch kleinteilig und lokal organisiert sind, haben sich in Frankreich grosse Infrastrukturfirmen herausgebildet. Suez etwa war, wie der Firmenname erahnen lässt, schon an Bau und Betrieb des gleichnamigen Kanals in Ägypten beteiligt. Heute ziehen die Franzosen aus dieser frühen Konzentration einen Vorteil am Weltmarkt mit Ver- und Entsorgungsleistungen. Und nun baut Veolia dank des Suez-Kaufs mit einem Umsatz von künftig etwa 37 Milliarden Euro seine Vormacht am Weltmarkt aus.
Hervorragend in jüngster Zeit war auch Microsoft (+17%). Der jüngste Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium dauert zehn Jahre und ist 22 Milliarden Dollar schwer. Dabei geht es um die Auslieferung von 120’000 Hololens-basierten Headsets. Nebst GPS-Sensor ist ein verbesserter Nachtsicht- und Wärmebildmodus integriert, der seit 2018 eigens für die US-Armee entwickelt wurde. Die meisten US-Unternehmen verdanken die Entwicklung ihrer Innovationskraft nicht unwesentlich den Forschungs- und Entwicklungs-Finanzierungen von Seiten der Streitkräfte. Das gesamte Innovationscluster im kalifornischen Silicon Valley ist so entstanden.
Erfreulich waren zudem die Quartalszahlen von SAP, dem grössten europäischen IT-Konzern. Das wichtige Neugeschäft mit cloudbasierten Anwendungen ist nach Konzernangaben währungsbereinigt um 13% und damit stärker gewachsen als erwartet. Vorstandssprecher Christian Klein zeigte sich zudem für den weiteren Jahresverlauf optimistisch: «Wir verzeichnen ein sehr starkes Wachstum bei allen unseren Anwendungen und stehen dabei erst am Anfang», zitiert der Konzern seinen Vorstandschef. Kürzlich hatte Google angekündigt, seine Finanzbuchhaltung vom Dauerkonkurrenten Oracle auf SAP umzustellen. Das Betriebsergebnis von SAP ist um 17% auf 1.74 Milliarden Euro gestiegen – so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Aktie hat seit Monatsbeginn 12% zugelegt.
Im laufenden Jahr ist der Swiss Market Index (SMI) um 5.2% gestiegen. Das ist deutlich weniger als viele ausländische Aktienmärkte. Doch dem Schweizer Markt steht eine Aufholjagd bevor, denn er ist defensiv und relativ günstig bewertet. Für 100 Franken, die man in den SMI Aktien investiert, bekommt man in diesem Jahr 6 Franken Unternehmensgewinn. Das sind 7 Franken mehr, als wenn man das Kapital zu Minuszinsen beim Bund platzieren würde.
Diese Differenz zu einer risikolosen Anlage ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Sie stützt die Aktienbewertungen. In diesem Aufschwung braucht es keine Höhenangst. Es ist nicht mal die Liquidität der Zentralbanken nötig, um die Bewertungen zu rechtfertigen. Es handelt sich vielmehr um die ökonomische Vernunft, überschüssiges Kapital in einer stark wachsenden Weltwirtschaft nicht brach liegen und durch die Inflation am realen Werterhalt knabbern zu lassen.
Dank den diversen Massnahmen rund um den Globus steigt derzeit die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Das nährt den Optimismus unter Führungskräften und Einkaufsmanager, die zurückgehaltene Investitionspläne freigeben. Daraus wiederum resultiert nicht nur eine höhere Beschäftigung, sondern auch eine einkommensbezogene Verbesserung der Konsumentenzuversicht. Letztere löst in einem überproportionalen Umfang den aufgestauten Kauf von langlebigen Konsumgütern (z.B. Auto, eBike, Mobiliar) aus, was wiederum die entsprechenden Industrie- und Dienstleistungszweige befeuert.
Von den Fiskalstimuli sowohl in Europa wie auch in den USA profitieren Schweizer Unternehmen und die Schweizer Wirtschaft massgeblich. Die Abwertung des überbewerteten Frankens begünstigt die wirtschaftliche Erholung innerhalb der Schweiz. Deshalb erwarten wir u.a. eine starke Exportzunahme und eine bedeutende Verbesserung bei den Gewinnen. Das alles ist in den gegenwärtigen Kursen erst teilweise eskomptiert. Wir bleiben investiert, denn die gegenwärtigen Verhältnisse erleben wir höchstens einmal pro Jahrzehnt.
In der Finanzplanung und der Vorsorge für das Alter kommt den Frauen eine überragende Bedeutung zu. Die Ehe hat an gesellschaftlicher Bedeutung eingebüsst. Nun ist sie auch keine wirtschaftliche Lebensversicherung mehr. Allzu oft endet sie in einer Scheidung, und genau hier setzt das Bundesgericht an.
In einem der jüngsten Verdikte aus Lausanne hielten die Richter fest, dass es einem geschiedenen Ehepartner grundsätzlich auch nach dem 45. Geburtstag zumutbar sei, für sich selber zu sorgen. Der bisherige Lebensstandard wird nach der Scheidung nicht mehr garantiert, selbst wenn die Ehe «lebensprägend» war, d.h. länger als zehn Jahre gedauert hat und das Ehepaar gemeinsame Kinder hat.
Das hat Kritik ausgelöst. Viel wichtiger bleibt, dass wir alle dazu aufgerufen sind, die Rahmenbedingungen für Frauen zu verbessern. Dazu zählen u.a. die Lohngleichheit, die steuerliche Behandlung des oftmals von Frauen erwirtschafteten Zweitverdiensts und die Wiedereingliederung nach einer Phase des «traditionellen» Familienmodells.
Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer. Wir müssen alles dafür tun, damit es im Alter nicht zu einem bösen Erwachen kommt. Die Lücke im Alterseinkommen zwischen Frauen und Männern ist vielen Frauen nicht bekannt. Dabei sind gerade sie davon betroffen. Diese Schlüsselerkenntnis mahnt, sich einmal vertieft mit Finanzplanung und Wertpapiersparen auseinanderzusetzen. Wir unterstützen Sie gerne dabei.
Herzlich, Maurice Pedergnana