Der industrielle Sektor lässt weltweit als zentraler Pfeiler in der Stabilisierung der Weltwirtschaft aufhorchen. Dagegen zeigt sich der Dienstleistungssektor unerwartet zyklisch. In China bestätigten die industriebezogenen Einkaufsmanager mit zuletzt 51.9 Punkten den Aufwärtstrend. Vor allem industrielle Roboter und Werkzeugmaschinen, typische frühzyklische Konjunkturboten, untermauerten mit +32% (vs. Vorjahr) den Aufschwung. Die Auftragsbücher haben weit mehr zugenommen. In Japan verbesserte sich der Reuters Tankan Index für das verarbeitende Gewerbe auf den höchsten Wert seit Juli 2019.
In den USA rückte der Philadelphia Fed Manufaktur Index deutlich und über Erwarten auf einen hohen Januar-Wert. Vor allem die neuen Aufträge, die Beschäftigungskomponente sowie die zunehmenden Auslieferungen vermochten zu überzeugen. Die Bauindustrie läuft zudem rund, und die Häuserpreise zeigen robust nach oben. Da fügen sich auch europäische Resultate gut ins Bild. Geberit konnte im 4. Quartal die Erwartungen ans organische Wachstum übertreffen. Alstom, ein europäisches Industrieschwergewicht, erfreut sich einer deutlich verbesserten Auftragslage. Das hat inzwischen auch Sandvik bestätigt, deren Bücher sich vor allem im Dezember und Januar füllten.
Der deutsche Autohersteller VW verbuchte im finalen Quartal 2020 deutlich mehr Umsatz – dank des China-Geschäfts sowie der Premiummarken Porsche und Audi. Der Absatz von Hybridmobilen legte um 175% zu, und der Absatz der reinen Elektroautos verdreifachte sich. Der forschungsstarke Konzern lag mit seinem EV-Absatz im vergangenen Jahr nur noch 20% hinter dem Tesla-Volumen. Das operative Ergebnis dürfte rund 10 Milliarden Euro betragen, teilte der Konzern mit, der auf zahlreiche partnerschaftliche Zulieferer aus der Schweiz zählen kann.
Nach einem halben Jahr «Flaute» zeigten sich auch die FAANG Aktien stark. Facebook und Alphabet bleiben absehbare Gewinner des werbegetriebenen digitalen Konsums auch im laufenden Jahr. Und Netflix hievte die Abozahlen trotz harter Konkurrenz erstmals über die Marke von 200 Millionen. Der Schweizer Aktien-Leitindex Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche bei 10’930 Punkten (+2.1% seit Jahresbeginn). Dagegen glitt der Anleihens-Barometer Swiss Bond Index aufgrund von leicht gestiegenen Staatsanleihe-Renditen auf 141.50 Punkte zurück (-0.3% seit Jahresbeginn).
Die Neuemissionsmaschinerie kam vorübergehend zum Stillstand. Nebst unattraktiven Pfandbriefanleihen (u.a. -0.30% Rendite für die kommenden 8 Jahre) gab es beispielsweise noch eine Transaktion von Investis. Vom unternehmerisch geführten Westschweizer Immobilienmanager halten wir eher illiquide Aktienbestände in den Freizügigkeitslösungen. Die Investis-Anleihe (0.19% Rendite über 4 Jahre) fand allerdings wenig Anklang, obschon die Gesellschaft sich durch einen hohen Wohnanteil (91%) auszeichnet und über einen geringen Leerstand (2.9%) verfügt.
Vor einem Jahr begann der Lockdown in Wuhan. Langsam kehren der Alltag und die Zuversicht in die Millionenmetropole zurück. Mit Verzögerung wird dies auch bei uns eintreffen, wenn wir endlich rascher die Impfwelle anstossen.
Seit einem Monat steht der Impfstoff zur Verfügung und die Vorbereitungszeit umfasste mehrere Monate. Dass man risikobasiert (mit Fokus auf alle Alters- und Pflegeheime sowie das entsprechende Personal und sodann alle «vulnerablen» Menschen) nicht schneller vorwärts kommt, ist schwer nachvollziehbar. Man hat nicht den Eindruck, dass es sich gegenwärtig um die grösste gesundheits-, gesellschafts- und wirtschaftspolitische Herausforderung seit Jahrzehnten handelt. Jeder Tag und jede Impfung zählt. Doch manche Kantone haben bis zu 75% der verfügbaren Impfstoffe noch nicht verwendet. So wird die Krise verlängert.
In Wuhan geniessen sie inzwischen die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit. Dort hat man erkannt, dass es auch als ethisch betrachtet werden kann, das Leben umgekehrt zu betrachten. Die Jungen und den Nachwuchs so rasch wie möglich wieder zu schulen und immer wieder mit Schnelltests zu prüfen, ob der Weg toleriert werden kann. Unbeschwerte Reisen ins Ausland gibt es noch nicht. Aber auf dem Festland sind die Freiheiten gross und mit der Arbeitsplatzsicherheit und steigenden Löhnen kehrt auch das Vertrauen wieder zurück.
Volkswagen, BASF und Siemens haben in der vergangenen Woche die Bekanntgabe von Quartalszahlen vorgezogen, und sie sind besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Darin zeigt sich fast unisono die Wirtschaftserholung in Asien und die Exportstärke der deutschen Industrie. Chinas Wirtschaft ist nicht nur als einzige grosse Volkswirtschaft in den letzten 12 Monaten gewachsen. Das Wachstum war mit rund 6% aussergewöhnlich hoch und dürfte in diesem Jahr sogar gegen 8% tendieren. Weil das Land die Pandemie im Griff hat.
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick Januar 2021
Aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation führen wir den im Januar 2021 anstehenden Event «virtuell» durch. Nach Anmeldung erhalten Sie Ende Januar einen Videolink per E-Mail. Im Video können Sie diese drei Referate sehen:
Rück- und Ausblick Zugerberg Finanz AG (Timo Dainese, CEO)
Rück- und Ausblick Wirtschaft und Kapitalmärkte (Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Chefökonom)
Sonderthema «USA – Quo Vadis?» (Martin Dahinden, ehemaliger Schweizer Botschafter in Washington)
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Auszüge und Berichterstattung 2020
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Steuerauszüge Versand: Woche 5/6
Halbjahresbericht Zugerberg Finanz Versand: Woche 4