Wochenbericht 32/2020

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Schlechte Laune auf den Aktienmärkten

Der Swiss Market Index (SMI) fiel in der vergangenen Woche nach einem herben Wochenverlust auf 10005 Punkte. Das ist 0.4% tiefer als vor einem Monat und 5.8% tiefer als zu Jahresbeginn, aber noch immer 21.6% über dem Niveau vom bisherigen Jahrestief am 16. März. Zwischenzeitlich, vor zwei Wochen, lagen die meisten Aktienindizes spürbar höher.

Doch die Wirtschaftszahlen aus dem zweiten Quartal und die zunehmenden Infektionszahlen sorgten zuletzt für schlechte Laune auf den Kapitalmärkten. Noch immer schwebt das Damoklesschwert einer zweiten Infektionswelle über der konjunkturellen Entwicklung. Je stärker die Infektionszahlen steigen, desto schwieriger wird es für die unmittelbare Zukunft von Risikoanlagen.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte auch der schwache Dollar. In der vergangenen Woche fiel sein Verhältnis zum Schweizer Franken am 31. Juli zwischenzeitlich auf unter 0.91. Die 50 amerikanischen Sterne leuchteten auch schon heller. Allerdings streiten sich die Experten, ob es sich um eine Dollar-Schwäche oder eher um eine Euro-Stärke handelt. Der Euro kletterte nämlich mit 1.19 auf den höchsten Stand gegenüber dem Dollar seit dem Frühjahr 2018. Innert Monatsfrist hat der Euro 6% an Wert gewonnen. Das ist der grösste Monatsgewinn seit einem Jahrzehnt.

Auch in der Technologie-Welt wachsen die Bäume nicht alle gleichmässig in den Himmel, konnte man in der vergangenen Woche erfahren. Erfreulich wurden die Quartalsabschlüsse der Tech-Giganten Apple und Amazon aufgenommen. Bei den Abschlüssen von Microsoft und Alphabet, der Mutterholding von Google, gab es schon mehr Kritik. Durchgefallen war das Tech-Reporting von Intel (-20% in einer Woche). Allein der Börsenwert von Apple (1’653 Mrd. CHF) übertrifft mittlerweile den Wert sämtlicher Schweizer SMI-Titel (880 Mrd. CHF) um 88%. Auch die Marktkapitalisierungen von Microsoft (1’415 Mrd. CHF), Amazon (1’446 Mrd. CHF) und Alphabet (954 Mrd. CHF) überragen alle klar die kumulierten Werte von Nestlé, Roche, Novartis usw.

Ein neues Jahreshöchst erklomm in der vergangenen Woche der Schweizer Bio- und Medtech-Gesellschaft HBM Healthcare (+3%). Der angekündigte IPO der hochattraktiven Cathay Biotech-Beteiligung untermauert die langfristige Vorgehensweise der geduldigen Beteiligungsgesellschaft.

Nestlé profitierte von den Trinkgewohnheiten im Home-Office (Nespresso) und noch stärker vom Tierfutter (Purina). Offenbar haben die Tiefreunde in aller Welt auch in der Krise nicht gespart, wenn es um die Versorgung ihrer Vierbeiner ging. Der Tierfutter-Umsatz stieg im ersten Halbjahr um sagenhafte 12.5%. Allerdings fiel der Kurs wie auch jener von Unilever (Nestlé-Konkurrent mit mehr Hygieneartikeln) in der vergangenen Woche um 1%.

Thema der Woche: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an

In jungen Jahren glaubten wir, mit 60 Jahren sei man «alt». Udo Jürgens lehrte uns jedoch: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, da hat man Spass daran, da kommt man erst in Schuss. Und so mancher denkt gleich an Angela Merkel, die 66-jährige Bundeskanzlerin. In den USA sind die Hoffnungsträger älter. Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, ist 80 Jahre alt. Seit knapp vier Jahrzehnten politisiert die Kalifornierin erfolgreich in Washington.

Der US-Präsident Donald Trump ist 74. Joe Biden, sein demokratischer Herausforderer, ist 77 Jahre alt. Seit vielen Jahren ist er vom Wunsch beseelt, Präsident zu werden. Das Alter hindert ihn nicht daran. Sein von Protektionismus und Nationalismus triefendes Wirtschaftsprogramm wendet sich wie dasjenige vom amtierenden Präsidenten von den Idealen der Globalisierung ab.

Bidens Programm, das sich an die klassischen Wechselwähler richtet, unterscheidet sich in drei wesentlichen Punkten. Biden nimmt im Gegensatz zu Trump den Klimaschutz ernst. Er will zudem die Mindestlöhne anheben und fordert ausserdem ein Gesundheitssystem für alle. Das sind in den Corona-geplagten USA Themen, die mancherorts für grossen Zuspruch sorgen.

Doch der Weg ins Weisse Haus bleibt für den 77-jährigen Biden höchst ungewiss. Sein immenser Umfragevorsprung nützt im US-Wahlsystem nicht viel. Es sei daran erinnert, dass Hillary Clinton 2016 fast 3 Millionen Stimmen mehr als Trump erhielt. Dessen Wiederwahl ist nicht unwahrscheinlich, denn das Wählen liegt weitgehend in der Kompetenz der Staaten, die mehrheitlich von Republikanern regiert werden. Dazu zählt, die Wahlkreise so einzuteilen, dass man auch mit einer Stimmenminderheit die Mehrheit der Sitze erringen kann. Ähnlich werden die Wahllokale festgelegt. Die republikanischen Staaten richten in Gegenden, in denen Schwarze und Latinos leben, oft nur ganz wenige Wahllokale ein. Gegen briefliches Wählen wehrt sich deshalb Trump vehement.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

3. August 2020 USA: ISM Manufacturing Juli
5. August 2020 Eurozone: Markit PMI Dienstleistungen Juli
6. August 2020 USA: Erstanträge Arbeitslosigkeit 1. August-Woche
7. August 2020 China: Handels- und Leistungsbilanz Juli

Zugerberg Finanz Wandertag «Auf zum Zugerberg» – jetzt anmelden

Am Freitag, 21. August 2020 findet die 12. Ausgabe des Zugerberg Finanz Wandertags statt. Wir nehmen unseren wunderschönen Hausberg in Angriff. Die Wanderung ist ein grossartiges Erlebnis und bietet eine atemberaubende Sicht über Zug, den See, Unterägeri sowie die Zentralschweizer Alpen.

Die Gesamtlänge der Wanderung umfasst ca. 16 Kilometer mit einer reinen Wanderzeit von knapp 5 Stunden. Aufgrund der Länge und des anfänglich sehr steilen Aufstiegs ist die Wanderung nur für geübte und fitte Wanderinnen und Wanderer geeignet.

Weitere Details zur Route und dem Treffpunkt entnehmen Sie dem Flyer.

Flyer

Ob Gross oder Klein, als Familie, mit Freunden und Freundinnen, als Gruppe oder allein unterwegs, der Zugerberg Finanz Wandertag soll für alle ein Erlebnis sein. Wir freuen uns darauf, unterwegs mit Ihnen zu diskutieren, fachsimpeln oder einfach ungezwungen zu plaudern.

Wandern auch Sie mit uns und melden Sie sich bis spätestens 14. August 2020 an. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Webseite.

Anmeldung

Herzlich, Timo Dainese

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.19
SMI 10'005.9 –5.8%
SPI 12'407.4 –3.4%
DAX € 12'313.4 –7.1%
Euro Stoxx 50 € 3'174.3 –15.2%
S&P 500 $ 3'271.1 +1.2%
Dow Jones $ 26'428.3 –7.4%
MSCI EM $ 1'078.9 –3.2%
MSCI World $ 2'305.0 –2.3%
Obligationenmärkte Seit 31.12.19
SBI Dom Gov TR 240.8 +2.3%
SBI Dom Non-Gov TR 118.4 –0.9%
Immobilienmärkte Seit 31.12.19
SXI RE Funds 436.7 +0.1%
SXI RE Shares 2'779.1 –15.1%
Rohstoffe Seit 31.12.19
Öl (WTI; $/Bbl.) 40.3 –34.6%
Gold (CHF/kg) 57'991.1 +22.6%
Wechselkurse Seit 31.12.19
EUR/CHF 1.0758 –0.9%
USD/CHF 0.9129 –5.5%
EUR/USD 1.1778 +4.9%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.70 −0.8 - −0.6 −0.8 - −0.6
EUR –0.44 −0.5 - −0.2 −0.2 - ±0.0
USD +0.25 +0.0 - +0.3 +0.0 - +0.3
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF –0.54 −0.6 - −0.4 −0.5 - ±0.0
EUR –0.56 −0.5 - −0.1 −0.5 - ±0.0
USD +0.53 +0.6 - +0.9 +0.6 - +0.9
Teuerung
2020P 2021P 2022P
Schweiz –0.5% +0.5% +1.2%
Euroland +0.5% +1.0% +1.5%
USA +1.0% +1.6% +2.4%
Wirtschaft (BIP real)
2020P 2021P 2022P
Schweiz –5.0% +5.0% +2.0%
Euroland –6.6% +6.0% 160.0%
USA –7.4% +3.0% +2.0%
Global –6.0% +5.4% +3.5%
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