Allmählich scheint sich in China die Lage um die virusbedingten Erkrankungen zu entspannen. Der epidemiologische Herd in Wuhan konnte durch massive Eingriffe eingegrenzt werden. Die Produktionskapazitäten werden zunächst im südchinesischen Perlflussdelta Zentrum Shenzhen / Hongkong und in den östlichen Metropolen Shanghai und Beijing wieder hochgefahren. Die restlichen Gebiete folgen.
Im virusbeeinträchtigten Quartal dürften die Kapazitäten im März bereits wieder bei rund 70% liegen, im April geht es dann noch deutlicher aufwärts. Es gilt insbesondere, die massiv verringerten Lagerbestände wieder aufzubauen. Die chinesische Zentralbank unterstützt mit diversen Massnahmen (Zinssenkungen, Eigenmittelerleichterungen bei den Geschäftsbanken, Unterstützung für notleidende Fluggesellschaften usw.) die wirtschaftliche Erholung.
Dafür treffen nun erste realwirtschaftliche Nachrichten ein, die das Ausmass der Verlangsamung der weltwirtschaftlichen Aktivitäten im Januar und Februar aufzeigen. Wir rechnen nach wie vor damit, dass es sich um eine relativ kurzlebige Delle handelt. Die Geschäftsstimmung dürfte sich im Laufe des Frühjahrs wieder aufhellen, insbesondere im Ausblick auf das restliche Jahr. Auch wenn sich derzeit in Italien Sorgen ausbreiten.
In der vergangenen Woche blieb der massgebliche Swiss Market Index mit zuletzt 11’111 Punkten praktisch stabil. Die bisherige Monatsperformance mit mehr als 3% Zuwachs ist die beste seit dem vergangenen Februar 2019. Enttäuschende Zahlen des Rückversicherers Swiss Re (-10%) prägten den Leitindex in der vergangenen Woche. Zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal wird dort die Dividende aus der Substanz berappt. Auch auf den Abschluss des Versicherers Axa (-5%) wurde kritisch reagiert. Der weltweit grösste Versicherungskonzern weist noch nicht die Dynamik auf, die den Zielsetzungen entspricht. Bei Axa kommt es erneut zu einer Dividendenerhöhung, die aber im Gegensatz zu Swiss Re aus dem erzielten Jahresgewinn geleistet wird. Axa reduziert die Risiken proaktiv und mausert sich mit einer Rendite von knapp 7% immer mehr zu einer attraktiven Langfristanlage.
Das Rekordergebnis von Sika lag im Rahmen der Erwartungen, ebenso die Dividendenerhöhung von 12%. Wichtiger war uns jedoch, dass an der unternehmerischen «Guidance» für das Jahr 2020 nichts geändert wurde. Der Bauchemikalienkonzern geht von einem Wachstum von mehr als 10% in Lokalwährungen aus und erwartet einen überproportionalen Gewinnzuwachs. Er bestätigte auch die Ziele bis 2023, in der er die Bruttogewinnmarge auf einen Korridor von 15% bis 18% erhöhen will. Der Sika-Aktie beendete die Woche auf ihrem Allzeithoch von über 196 Franken (+8% seit Jahresbeginn). Die unternehmerische Qualität und die rosigen Aussichten, auch bei stürmischem Wetter zu wachsen, rechtfertigen dies.
Die stabilen Zahlungsströme bei den Infrastrukturtiteln überzeugen. Die Gewinne sind solid, die Aussichten haben sich verbessert und Dividendenausschüttungen folgen einem leicht steigenden Trend. Inmitten fallender Verfallsrenditen von Staatsanleihen geniesst die robuste Ergebnisqualität von Infrastrukturtiteln eine besondere Note. Ihre Bewertung steigt, wenn die Zinsen der Staatsanleihen sinken, und ihre Bewertung sinkt am ehesten in einem Zinssteigerungsumfeld.
Die sicheren zehnjährigen Eidgenossen «rentieren» -0.8% – jährlich, d.h. es tritt über zehn Jahre ein garantierter Vermögensverlust von 8% ein, wer die Anleihen bis zur Rückzahlung hält. In einem derartigen Umfeld ist es klar, dass vermehrt nach möglichst stabilen positiven realwirtschaftlichen Erträgen Ausschau gehalten wird. Hinzu kommt, dass immer mehr Investoren auf nachhaltige Investments Wert legen.
Im Zuge der Ausrichtung nach «grünen» Geschäftsmodellen fällt die Infrastrukturbranche als besonderer Gewinner auf. Einer unserer Favoriten erbringt eine hervorragende Leistung in der Wasser- und Abwasserversorgung. Ein anderer hat die Kapazitäten für erneuerbare Energien massiv erhöht. Und so fliessen langfristig überzeugende Ideen in den Infrastrukturbereich.
Der Vorteil gegenüber Nominalanlagen wie Anleihen besteht darin, dass die Infrastrukturbetreiber vielfach über einen vertraglich zugesicherten Inflationsschutz verfügen. Wenn in einem bestimmten Land die Inflation ansteigt, darf die entsprechende Infrastrukturbenutzungsgebühr (z.B. für die Stromübertragung) auch entsprechend angehoben werden.
Diese Eigenschaft vermittelt den Infrastrukturbetreibern eine wichtige strategische Preisfestlegungs-Komponente. Der Inflationsschutz verringert die Investititionsrisiken und sorgt somit für einen Zugewinn an Handlungsfähigkeit. Wenn die Unternehmen die Gewissheit haben, dass sie die Preise für ihre Produkte erhöhen können, wenn die Inflation steigt, sind sie eher bereit, auch angesichts der geldpolitisch äussert expansiven Umfelds realwirtschaftlich sinnvolle Projekte zu verfolgen.
Die derzeit geringen Kapitalinvestitionen der Nichtinfrastruktur-Unternehmen haben auch mit deren Inflationserwartungen zu tun und der Angst, bei steigender Inflation die notwendigen Kosten für die Abschreibungen preislich nicht durchsetzen zu können.
Steuerauszüge Swissquote Bank: Endlich versendet! Vergangene Woche wurden mit den Steuerauszügen von Swissquote Bank endlich die letzten Jahresenddokumente versandt. Im Namen von Swissquote Bank entschuldigen wir uns für die sehr späte Versendung. Wir werden alles daran setzen, dass die Steuerauszüge im nächsten Jahr deutlich früher versendet werden.
Bilanz: Neues Vermögensverwalter-Ranking am kommenden Freitag Am kommenden Freitag erscheint die neue Bilanz. Darin wird wie immer Ende Februar das neue Vermögensverwalter-Ranking publiziert sein. Sichern Sie sich ein Exemplar am Kiosk oder einen Online-Zugang zum bedeutendsten Wirtschaftsmagazin der Schweiz und erfahren Sie, wie wir im diesjährigen Ranking abgeschnitten haben.
Zug United: Unihockey Cupsiger 2020! Seit knapp 2 Jahren unterstützen wir den Unihockey Club Zug United als Sponsor. Wir sind beeindruckt von der Dynamik in diesem Club und von der Entwicklung der Sportart Unihockey, die immer mehr Jugendliche in ihren Bann zieht. Am vergangenen Samstag gewann Zug United mit dem Sieg im Schweizer Unihockey-Cup der Männer den ersten Titel. In einem spektakulären Spiel rang Zug United die Alligatoren Malans mit 6:5 nach Verlängerung nieder und konnte den verdienten Pokal in Empfang nehmen. Wir gratulieren der Mannschaft und dem gesamten Club herzlich und sind stolz, ein Teil dieser unglaublichen Geschichte sein zu dürfen.
Herzlich, Timo Dainese