Finanzanalysten liebten es, ihre Modelle auf klar abgegrenzte Bereiche auszurichten, auf Währungsräume, Nationen oder Branchen. Wie in einem Chemielabor glaubten sie, dass sich die Beobachtungen stets wiederholen würden. Doch sie vergassen dabei, dass die zugrundeliegenden sozialen und technologischen Systeme komplex und dynamisch sind. Die heutige Welt lässt sich nicht mehr mit den Modellen fassen, die vor zehn Jahren noch Gültigkeit hatten. Die Realität verändert sich rasch. Das hat insbesondere mit Technologiesprüngen zu tun, die an Prognostiker neuartige Anforderungen stellen. Derzeit verändert die Digitalisierung sämtliche Branchengrenzen, was ich am Beispiel des Automobils beleuchten will. Vielleicht gibt es ja handfeste Gründe, weshalb Aktien von Automobil-Unternehmen in den ersten drei Wochen des Jahres derart stark zurückgegangen sind.
Entscheidendes spielt sich oftmals nicht im Kern, sondern an den Rändern ab. Wer vom Kern ausgeht, glaubt eine Branche erfassen zu können, z.B. die Automobilbranche. Man zählt Automarken zusammen, addiert Investitionssummen in Fabriken, sucht nach Zulieferern und Absatzkanälen. Dabei geht es längst nicht mehr ums Auto, das gelungene Produkt aus Karosserie und Motor.
Interesse geweckt? Lesen Sie weiter – die Kolumne von Prof. Dr. Maurice Pedergnana aus der Neuen Luzerner Zeitung finden Sie hier.