«Das Vertrauen ist erschüttert»

Der jüngste Zinsskandal hat in der Finanzbranche ein Erdbeben ausgelöst. Aufsichtsbehörden weltweit untersuchen, ob auch beim Gold- und beim Ölpreis getrickst wurde.

«Auslöser für die aktuellen Untersuchungen ist die Selbstanzeige der UBS im Libor-Skandal», sagt Prof. Dr. Roger Rissi, Verwaltungsrat der Zugerberg Finanz AG.

Beim Gold- und beim Ölpreis steht das Visier der Aufsicht beim sogenannten Londoner Fixing. Zweimal pro Tag legen die Händler von fünf europäischen Banken in einer Telefonkonferenz die Preise für Gold und Silber fest, darunter auch die Deutsche Bank. Die Schweizer Grossbanken sind daran nicht beteiligt. «In dieser Telefonkonferenz versucht man, Angebot und Nachfrage miteinander abzustimmen. Es wird versucht, eine Angebots- und eine Nachfragekurve zu rekonstruieren. Dieser Vorgang läuft in anderen Märkten vollelektronisch ab», erklärt der Dozent an der Hochschule Luzern.

Stock market - Frankfurt am Main

Grundsätzlich bestehe beim Goldpreis-Fixing die Möglichkeit, dass einer der Händler sein Insiderwissen zu seinem Vorteil ausnutzt. «Wenn einer der Händler beispielsweise merkt, dass ein Überangebot besteht und der Preis nach unten geht, kann er versuchen, das auszunutzen.»

Anders als bei einer Börse bestehe keine Transparenz in Sachen Preisbildung. «Das heisst, es gibt wenig öffentliche Informationen. Hinzu kommt, dass die Preise von einer Hand voll Playern festgelegt werden, die sich entsprechend gut kennen. Der Gold- und der Devisenmarkt sind deshalb anfällig für Manipulationen», weiss Prof. Dr. Roger Rissi.

Abschliessend meint Prof. Dr. Roger Rissi: «Man muss genau abklären, ob es sich wirklich um Manipulationen handelt» und «Es kann Jahrzehnte dauern, bis das Vertrauen der Anleger wieder zurückkehrt. Das Vertrauen in die beteiligten Institute ist extrem erschüttert.»

Interesse geweckt?
Lesen Sie weiter – den gesamten Artikel aus der Neuen Luzerner Zeitung mit exklusiven Stellungnahmen von Prof. Dr. Roger Rissi finden Sie hier.

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