Prof. Dr. Bernd Schips sprach mit der Basler Zeitung über die Mindestlohninitiative und die Lohnuntergrenze.
Der Wirtschafts- und Finanzbeirat der Zugerberg Finanz AG äusserte sich zu Ökonomen, die behaupten, dass Mindestlöhne zur einer höheren Arbeitslosigkeit führen: «Es hängt stark davon ab, wie hoch der Mindestlohn angesetzt wird. Wir haben ja bereits heute in gewissen Branchen Mindestlöhne in den Gesamtarbeitsverträgen vereinbart, etwa in der Maschinen- und Metallindustrie. Der Gewerkschaftsbund fordert dagegen einen flächendeckenden Mindestlohn. Die branchenweiten Mindestlöhne sind dagegen so gewählt, dass es nicht zu Arbeitsplatzverlusten kommt. Arbeitsplätze können nur entstehen oder erhalten werden, wenn die Produktivität der Arbeitnehmer den von den Unternehmen zu bezahlenden realen Lohnkosten entspricht.»
Auf die Frage, wo die geforderten 4‘000 Franken pro Monat zu hoch sein könnten, gab der bekannte Zugerberg Wirtschaftsweise zu bedenken: «Für einige Unternehmen oder ganze Branchen ist dieser Mindestlohn vermutlich zu hoch. Ich denke da etwa an den Detailhandel und hier vor allem an kleinere Geschäfte und weniger an die Grossverteiler. Betroffen sind auch Haushaltshilfen, Hilfskräfte in der Landwirtschaft oder Arbeitsplätze in Pflegeeinrichtungen.» Prof. Dr. Bernd Schips weiter: «Ich kann die Forderung nach flächendeckenden Mindestlöhnen verstehen. Ich bevorzuge aber die bisherige Lösung, dass die Mindestlöhne branchenspezifisch in den Gesamtarbeitsverträgen geregelt werden. Natürlich gibt es aber auch Bereiche, wo es keine Gesamtarbeitsverträge gibt und hier braucht es den Appell an die Arbeitgeber.»
Bezüglich der Abstimmung über die Mindestlohninitiative meint der Ökonom: «Die Mindestlohndebatte wird emotionaler geführt, als die 1:12-Initiative, weil es stossend ist, dass Menschen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Da haben viele Leute Verständnis dafür.»
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