Wochenbericht 36/2024

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Guter Ausblick auf den Herbst

Es gab schon düsterere Ausblicke auf den Herbst. Saisonal betrachtet schneiden die Monate August und September häufig nicht gut ab, ehe das Schlussquartal beginnt, das traditionell mit hohen Renditen einhergeht. Doch so einfach ist es in diesem Jahr nicht. Wir befinden uns global immer noch in einer Phase der Disinflation – nach der stärksten Inflationswelle der vergangenen 50 Jahre. Die Zuversicht bleibt, dass sich die Disinflation fortsetzt, ohne eine konjunkturelle Delle auszulösen. Deshalb wurde der Kursschock von Anfang August derart gut verkraftet und rasch wieder aufgeholt.

Wer nur die Monatsveränderungen betrachtet, mag sich fragen, ob da mal was war. Wer jedoch im Stunden- und Tagesrhythmus die Märkte verfolgte, konnte das fiebrige Zittern anfangs August nicht übersehen. Der Swiss Market Index (SMIC inkl. Dividende) erzielte am letzten Freitag sein Allzeithoch und beendete den Monat August bei 12’436 Punkten (+1.0% vs. Vormonat). Das sind mehr als 1’000 Punkte mehr als am 6. August, als am Nachmittag die Aktienmärkte ihr Monatstief und die Volatilität ihre Spitzenwerte erreicht hatten.

Manche Aktienmärkte haben sich noch stärker erholt. Der amerikanische S&P 500 Index legte einen beachtlich positiven Monat hin (+2.3%), doch aufgrund der Dollarschwäche resultierte daraus ein klares Minus für den Franken-Investor (-1.0%). Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg im August nur leicht (+0.7% in Dollar, -2.6% in Franken). In Europa legte der Euro Stoxx 50 (+1.8% in Euro) zu; auch für den Franken-Investor blieb der Monat positiv (+0.5%). Die europäischen Märkte arbeiteten sich auf ein neues Allzeithoch empor.

Die herbstliche Ernte dürfte die privaten Haushalte positiv beeinflussen. Die Realeinkommen legen zu, und die Ausgaben nehmen ab. Sensible Preise wie jene für Kraftfahrstoffe und Strom nehmen ab, auch jene für Nahrungsmittel. Überhaupt ist die Güterpreisinflation praktisch kaum mehr zu erkennen. Einzig die Inflation von Dienstleistungen bewegt sich in der Eurozone und in den USA noch über den Zielwerten der jeweiligen Zentralbanken. In Deutschland fiel die Inflation mit +1.9% erstmals seit 3 ½ Jahren unter die 2%-Marke. Im gesamten Euroraum fiel die Inflation auf +2.2%.

Am 18. September beginnt der Zinssenkungszyklus in den USA, rechtzeitig, um nicht noch eine Rezession zu befürchten. Die Wirtschaft läuft gut, wuchs im zweiten Quartal um annualisiert +3.0% und gegenwärtig im dritten Quartal um mehr als +2.0%. Die Inflation ist gebändigt. Der Preisanstieg lag zuletzt bei kaum mehr spürbaren +0.16% im Juli. Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem Gleichgewicht ohne aussergewöhnlichen Lohndruck und mit anhaltend tiefer Arbeitslosigkeit. Der wohl grösste Störfaktor in diesem Umfeld ist der Leitzins, der in der Bandbreite von 5.25% bis 5.50% liegt und den verschuldeten Amerikanern das Geld aus der Haushaltskasse frisst. Müssen weniger Zinsen für Kreditkartenschulden, für Stipendien- und Hypothekarkredite aufgewendet werden, bleibt mehr fürs Essenzielle.

Thema der Woche: Was signalisieren die Unternehmen?

Die Unternehmen gehen mit unterschiedlichen Zielsetzungen in die letzten Monate dieses Jahres. Manche sind unter neuer Führung daran, die mittelfristigen strategischen Vorgaben zu überprüfen. Dazu zählt Nestlé, die am Investorentag im November die Ergebnisse präsentieren wird. Andere wie die Genfer Unternehmung SGS beschleunigen über Erwarten ihr Wachstum in allen Segmenten. Ähnliches lässt sich von Belimo aus dem Zürcher Oberland sagen, die vom Trend zu Energieeffizienz und vom Datencenter-Boom profitiert. Glänzend entwickelt sich zudem das Schweizer Industrieunternehmen Accelleron.

Auf hohem Niveau, jedoch etwas gedämpfter ist der Ausblick von Nvidia. Im vergangenen Quartal hat sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal zwar auf über 30 Milliarden Dollar verdoppelt, und dies bei einer Bruttogewinnmarge von mehr als 50%. Jedoch hat das Wachstum wohl den steilsten Verlauf hinter sich. Vom Wendepunkt einer zunächst exponentiell wachsenden S-Kurve an beginnt das Wachstumstempo sich zu verlangsamen. Die Marktdominanz bleibt vorerst: AMD als nächster Konkurrent und Intel – einst der grösste und führende Chiphersteller – fallen weit zurück. Ihr kombinierter Umsatz beträgt gerade noch 5% von jenem von Nvidia, aber die Ambitionen sind gross, wieder Marktanteile zurückzugewinnen.

Künstliche Intelligenz (KI) hat ihren Nutzen längst bewiesen. Gemäss Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, lässt sich die Software im gegenwärtig beschleunigten Rhythmus gar nicht mehr ohne KI schreiben. Nvidias rund 20’000 Ingenieure seien dank KI so produktiv wie 60’000.

Ein Fixstern am KI-Himmel ist wenige Jahre nach seiner Gründung das Unternehmen Open AI, an dem Microsoft bereits seit 2019 eine Beteiligung hält und rund 13 Milliarden Dollar in Open AI investiert hat. Apple und Nvidia wollen nun auch noch investieren, denn die nächste Generation von ChatGPT wird die Sprachmodelle besser logisch denken lassen und dabei bewegte Bilder einbeziehen. Bildlich gesprochen bedeutet es einen riesigen Evolutionssprung, wenn man zwischen einem statischen Stuhl und einem Video von einem umkippenden Stuhl unterscheiden kann.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

2. September 2024 Eurozone: HCOB verarbeitendes Gewerbe PMI August
3. September 2024 USA: S&P Global verarbeitendes Gewerbe PMI August
4. September 2024 Eurozone, GB: HCOB Dienstleistungen PMI August
6. September 2024 USA: Stundenlöhne, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit August

Veranstaltungen

Zugerberg Finanz Marktupdate – September 2024
«Zinsen 2024 und 2025 – wie weit geht’s runter?»

Datum: Di., 10. September 2024
Zeit: 08.00 Uhr (25 Minuten mit Q&A)
Sprache: Deutsch
Medium: Online-Event via Zoom

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Trust in Transparency

Am Donnerstag, 22. Oktober 2024 um 18:00 Uhr findet bei uns eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Anmelden können Sie sich im englischsprachigen Bereich unserer Webseite.


Zuger Messe 2024

Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz findet von Samstag, 26. Oktober bis Sonntag, 3. November 2024 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt.

Wir freuen uns, Sie an der Zuger Herbstmesse auf einen Schwatz und ein Glas Wein begrüssen zu dürfen. Weitere Informationen folgen in Kürze über unsere Webseite.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.23
SMI 12'436.6 +11.7%
SPI 16'504.2 +13.3%
DAX € 18'906.9 +12.9%
Euro Stoxx 50 € 4'958.0 +9.7%
S&P 500 $ 5'648.4 +18.4%
Dow Jones $ 41'563.1 +10.3%
Nasdaq $ 17'713.6 +18.0%
MSCI EM $ 1'099.9 +7.4%
MSCI World $ 3'661.2 +15.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.23
SBI Dom Gov TR 220.8 +2.7%
SBI Dom Non-Gov TR 118.1 +2.7%
Immobilienmärkte Seit 31.12.23
SXI RE Funds 494.7 +7.0%
SXI RE Shares 3'494.3 +8.9%
Rohstoffe Seit 31.12.23
Öl (WTI; $/Bbl.) 73.6 +2.7%
Gold (CHF/kg) 68'379.2 +22.5%
Wechselkurse Seit 31.12.23
EUR/CHF 0.9390 +1.1%
USD/CHF 0.8496 +1.0%
EUR/USD 1.1048 +0.1%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF 1.22% 1.0%–1.2% 1.0%–1.2%
EUR 3.49% 3.2%–3.4% 2.7%–2.9%
USD 5.02% 5.0%–5.1% 3.8%–4.2%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.48% 0.5%–0.7% 0.6%–0.9%
EUR 2.27% 2.2%–2.5% 2.1%–2.3%
USD 3.90% 4.0%–4.3% 3.3%–3.6%
Teuerung
2023 2024P 2025P
Schweiz 1.5% 1.3% 1.0%
Euroland 2.6% 2.2% 2.1%
USA 3.0% 2.0% 2.2%
Wirtschaft (BIP real)
2023 2024P 2025P
Schweiz 1.3% 1.3% 1.0%
Euroland 1.2% 1.5% 2.0%
USA 2.6% 2.3% 1.7%
Global 2.9% 3.2% 3.2%
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